Besteigung des höchsten Berges Ozeaniens: Mount Wilhelm 4.509m
Kurz zur Aufklärung: Der Mount Wilhelm mit seinen 4.509 m ist politisch gesehen der höchste Berg Ozeaniens, also des australischen Kontinents. Geografisch gesehen ist es der Puncak Jaya 4.884 m, welcher in West-Papua liegt. West-Papua gehört zu Indonesien und liegt geografisch in Ozeanien aber politisch in Asien. Etwas kompliziert ;)
Carolin und ich verbrachten die Nacht von Donnerstag auf Freitag in Kundiawa. Maryanne, die gute Seele, hat uns dort wieder einen Kontakt besorgt: Linda. Sie wohnt in Kundiawa und hat hier einen Friseursalon. Linda erwartete uns bereits an der Bushaltestelle im Ort. Wir werden also wirklich von einem zum anderen weitergereicht. Die Menschen scheinen sehr besorgt um unsere Sicherheit. Linda brachte uns in die Riverside Lodge. Wir zahlen hier für ein gemeinsames Zimmer 115 Kina (= 30 €) pro Person und das Abendessen schlug mit ganzen 45 Kina (= 12 €) zu Buche. Tatsächlich gar nicht so billig wie man glauben möchte. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die hygienischen Zustände bei Weitem nicht so sind wie zu Hause und es natürlich auch kein WLAN oder Ähnliches gibt. Dafür sind die Menschen alle super gastfreundlich und besorgt um einen. Jeder bietet seine Hilfe an und ständig erhält man neue Nummern für den Fall der Fälle.
Der erste richtige Nervenkitzel
Am Freitag Morgen organisierte unsere Unterkunft jemanden für die Fahrt zum Busbahnhof. Es soll nun endlich in die Berge gehen und zwar in das Dorf Kegesuglu, welches auf ganzen 2.800m Seehöhe liegt. Am Busbahnhof herrschte ein großes Wirrwarr. Es war augenscheinlich nicht einfach einen Transport in unsere Zieldestination zu finden. Der Fahrer wollte uns erst aussteigen lassen sobald wir in das nächste Fahrzeug einsteigen können. Nach einer Weile war dann ein PMV (= öffentliches Buschtaxi) gefunden. Wir stiegen ein. Der Fahrer drehte einige Runden im Ort, wobei wir den Sinn dahinter nicht ganz verstanden. Er meinte er würde weitere Passagiere suchen. Wenn die Ladefläche seines Landcruisers voll sei - also etwa 20 weitere Passagiere - dann ginge es los. Wir sind an diesem Morgen übrigens extra um 6:30 Uhr aufgestanden um früh los zu kommen. Nach einer Stunde war immer noch kein weiterer Fahrgast an Board. Nun hielten wir vor einem Haus. Der Fahrer stieg aus und verschwand. Ein paar Typen begannen einen Vorderreifen unseres Fahrzeuges abzumontieren. Nachdem wir knapp eine Stunde dort gestanden sind wurde es uns zu bunt. Als wir den Fahrer erblickten fragten wir wann es denn losgehen sollte. Es war mittlerweile 10 Uhr vormittags. Er wiederholte: "Sobald der Wagen voll mit Fahrgästen ist." "Und wann soll das sein?" Er glaube so gegen 14 Uhr. Wir konnten unseren Ohren kaum trauen. 14 Uhr? Bei diesen Zeitangaben muss man sowieso immer ein, zwei Stunden danzurechnen. Die Fahrt nach Kegesuglu dauert zudem weitere drei bis vier Stunden. Somit würden wir wahrscheinlich erst bei Einbruch der Dunkelheit ankommen. Und wir wollten eigentlich heute noch die Wanderung ins Basecamp des Mount Wilhelms starten, welche ca 3 Stunden dauert. Dazu braucht man außerdem einen Guide, welchen wir auch noch nicht organisiert haben. Wir fragten den Fahrer wie viel es denn kosten würde, wenn er uns alleine nach Kegesuglu fährt. Seinen ursprünglichen genannten Preis von 400 Kina (= 104 €) konnten wir auf 200 Kina herunterhandeln. Das war es uns jetzt wert. Wir hatten keine Lust den ganzen Tag in diesem Fahrzeug zu verbringen. Er musste uns aber versprechen sofort loszufahren. Gesagt getan.
Hinten auf der Ladefläche waren zwei weitere Männer. Ich saß neben dem Fahrer. Irgendwie war uns nicht ganz wohl. Nun sollten wir alleine mit diesen drei unbekannten Männern die nächsten Stunden irgendwo auf einsamen Bergstraßen herumfahren. Die Art des Fahrers wurde uns zunehmend unangenehmer. Er wurde irgendwie schmierig, teilweise fast anzüglich mit seinen Bemerkungen. Ich dachte an die "4-R-Regel" von Ken: Richtige Zeit, richtiger Ort, richtige Sache und richtige Personen. Waren wir nun wirklich mit den richtigen Personen unterwegs? Wenn nur ein "R" nicht simme, könnten Dinge passieren, die wir uns gar nicht vorzustellen wagen. Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter während der Typ mit seinen rotgefärbten Zähnen schmierig zu mir herüber grinste. Wir waren bereits raus aus dem Ort auf einer kleinen, kurvenreichen Straße, die die Berge hochführte. Ich versuchte cool zu bleiben. Nur keine Unsicherheit anmerken lassen. Carolin neben mir war sichtlich nervös. Ich schickte ein Stoßgebet in den Himmel. Vielleicht hilft ja die Geschichte mit den Missionaren. In vielen Ländern haben die Menschen großen Respekt vor Missionaren und ihrer Arbeit. In einem kurzen Satz erklärte ich Carolin auf Deutsch, dass sie nun bitte mitspielen sollte. So ganz nebenbei begann ich dem unheimlichen Fahrer zu erzählen, dass wir eigentlich im Land sind um Missionsarbeit zu leisten. Zudem sind auch unsere Ehemänner in PNG. Und nicht zu vergessen: Wir kennen den Premierminister des Landes persönlich. Das war ja alles auch so halb wahr. Der Fahrer hörte gespannt zu. Plötzlich war er wie ausgewechselt. "Ach Missionare seid ihr also? Ich dachte Touristen!" Bei nächster Gelegenheit bat ich um eine kurze Klopause. Carolin nutzte die Zeit um das Kennzeichen des Autos zu fotografieren und an unsere Kontakte hier weiterzuleiten. Nun war ein ganzes Netzwerk an Leuten informiert. Innerhalb kurzer Zeit fanden Maryanne und Linda heraus wer der Fahrer war und teilten uns mit, dass wir uns keine Sorgen zu machen bräuchten. Er würde uns sicher ans Ziel bringen. Diese Kontakte sind wirklich Gold wert. Langsam fühlten wir uns wieder sicherer. Die Situation schien gerettet.
Das Bergdörfchen Kegesuglu
Aufstieg zum Basecamp
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| Das Basecamp |
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| Unsere Guides: Noah und Robert |
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| Mein Nachtlager |
Der plötzlich verschwundene Guide
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| Menschliche Gebeine am Weg zum Gipfel |
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| Am Gipfel des Mount Wilhem |
Der Abstieg
Wieder in Kegesuglu
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| Der Besitzer des Kegesuglu Guesthouses und sein Sohn |
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| Unser erstes einheimisches Bier |















































