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Sonntag, 18. Juni 2017

Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí

By On Juni 18, 2017


Einmal im Jahr feiern die Minenarbeiter von Potosí ein Opferfest zu Ehren der Pachamama (=Mutter Erde). Bei dieser Zermonie wird das beste Lama geschlachtet. Die Arbeiter drücken damit ihre Dankbarkeit aus, am Leben geblieben zu sein und bitten, auch im kommenden Jahr von Unfällen verschont zu bleiben.



Dadurch, dass ich einen Einheimischen namens Omar kennengelernt hatte, habe ich die große Ehre gehabt, an diesem Fest teilnehmen zu können. Gegen Mittag traf ich mich mit Omar und einem Freund von ihm. Wir fuhren mit einem öffentlichen Bus zum Cerro Rico, den Berg mit den Minen.

Mineneingang, hier wurden später die zwei Lamas geopfert

Omar führte mich etwa 100 m in die Minen, dort entdeckten wir den Hüter der Minenarbeiter "Tio" (auf deutsch: Onkel). Er ist mit jeder Menge Kokablätter und kleiner Alkoholflaschen übersäht. Das große Geschlechtsteil steht für Fruchtbarkeit.

Die Opferfeste werden zumeist im kleinen Rahmen abgehalten, es gibt anscheinend über 500 Minen auf diesem Berg, und die Familien feiern jeweils vor ihren Minen. Als wir ankamen saßen etwa 10 Einheimische auf ihren Plastikstühlen neben zwei Lamas.

diese zwei süßen Tierchen wurden später geopfert

Kaum waren wir angekommen, wurden uns bereits zwei Bierflaschen geschenkt - hier gibt es diese in 1,25 Liter, ich habe noch nie so große Bierflaschen gesehen. Wir tranken das Bier aus kleinen Plastikbechern. Mir wurde erklärt, dass der erste Schluck des Bieres immer an die Pachamama gehe, das heißt bevor ich trinke muss ich immer einen Schuss Bier auf den Boden leeren. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie feucht der Boden von dem ganzen Bier schon war. Und da heute das Opferfest ist, wird auch ein Schluck Bier auf das Lama geschüttet. Die Lama waren übrigens am Rücken mit jeder Menge Kokablätter übersäht. Auch das gehört zu dem Ritual dazu. Da ich die einzige Ausländerin war, bekam ich recht viel Aufmerksamkeit - und somit auch ganz viel Bier - von Männern wie auch Frauen geschenkt. Ich versuchte somit immer recht viel an die Pachamama abzugeben.

                                                                             
<3




Später kamen ein paar Bergarbeiter aus den Minen. Ich habe schon einmal erwähnt, dass die Arbeitsbedingungen hier grausam sind und auch immer wieder viele bei Unfällen ums Leben kommen. Der jüngere der beiden sah maximal wie 14 Jahre alt aus. Beide konnten die Augen im grellen Sonnenlicht kaum öffnen. So, nun sollte es an die Opferung der beiden Lamas gehen. Sie wurden zum Mineneingang gebracht und dort festgebunden. Bier floss weiterhin in Massen. Und die Lamas wurden auch ordentlich damit getauft. Nun kam eine ältere Frau mit einer Schüssel und zwei scharfen Messern an. Nun war es soweit. Eine Gruppe Touristen kam gerade vorbei, da sie eine Minenführung hatten. Ein paar der Mädels begannen hysterisch zu schreiben, wie schrecklich das doch sei und die armen Lamas. Zuerst wurde das Maul der Lamas mit Kokablättern gestopft und danach noch ein ordentlicher Schluck Bier nachgeschüttet. Einige Männer fixierten das Lama nun, während einer anderer die Kehle durchschnitt. Das Blut wurde in Gefäßen aufgefangen. Jetzt war das zweite Lama dran. Man merkte, dass es sehr nervös war und wohl schon wusste was ihm blühte. Die toten Lamakörper zuckten noch ewig lange vor sich hin. Plötzlich krachte es unheimlich laut. Man erklärte mir, dass Sprengstoff gezündet wurde, dies mache man nach der Opferung.



die Lamas werden vor ihrer Opferung ordentlich mit Bier gespritzt


beim Aufarbeiten der Lamas


Nun begann erst das richtige Fest. Musik wurde lautstark aufgedreht und noch mehr Bier hervorgeholt. Ich konnte mich nur schwer von den ganzen Bierangeboten wehren. Und sie waren auch sehr hartnäckig. Wie froh war ich, dass Pachamama immer mittrank *lach*. Nun wurde begonnen, die Lamas aufzuarbeiten. Ich wurde fest eingespannt und half mit beim Abziehen des Felles. Als alles aufgearbeitet war, wurde das Fleisch auf den Griller geworfen. Wenig später bekam ich schon meinen Pappteller mit einem Brocken Lamafleisch drauf, seviert. Sehr lecker, bloß ein wenig zäh.



Der ganze Haufen wurde immer lustiger und auch betrunkener. Dies hatte zur Folge, dass die Männer sich völlig ungeniert an mich ranmachten. Als sie dann auch noch ernsthafte Eifersuchtsszenarien begannen, wer bei mir sitzen darf oder den Arm um mich legen darf, reichte es mir irgendwann. Die meisten dieser jungen Männer haben sowieso schon Frau und Kinder zu Hause. Ich begann ihnen in einer relativ hohen Lautstärke zu erklären, wie schrecklich ich das Ganze finde. Machismo hin oder her, das war nun zu viel. Ein einfaches nein, schienen sie nämlich gekonnt zu ignorieren. Nun war es kurz still und sie sahen sich betroffen an. Einer der jungen Männer, der sich besonders ins Zeug gelegt hatte, dampfte beleidigt ab. Ein anderer begann sich zu entschuldigen. Gut, nun war das auch einmal gesagt und siehe da es schien Wirkung gezeigt zu haben. Später ging ich mit einer kleinen Gruppe noch in eine Bergarbeiterbar. Sogar dort war massenweise Bier am Boden für die liebe Pachamama.

Fazit: Es war ein absolut unvergessliches und wirklich sehr authentisches Erlebnis, das eindeutig in meine spannendsten Reiseabenteuer mit eingeht. Ich habe wieder einmal so viel Gastfreundschaft erlebt und selten so ausgiebig feiernde Menschen gesehen.






Nichts für sanfte Gemüter:

=> Mehr Fotos und Videos zur Lama-Opferung <=




Samstag, 17. Juni 2017

Von Oruro nach Potosí

By On Juni 17, 2017

Ein Tag in Oruro

Gestern war ein religiöser Feiertag hier in Bolivien: Corpus Cristi. Nachdem ich mit meinem Hostel recht zufrieden war, beschloss ich noch einen weiteren Tag in Oruro zu verbringen. Ich traf mich mit Pablo, einem Einheimischen von Couchsurfing, zum Mittagessen. Er weiß außerordentlich viel über die Brauchtümer und die Geschichte der Gegend hier. Er erzählte mir, dass die vorherrschende Religion katholisch ist, jedoch vermischt mit den uralten Naturreligionen. So gehört beispielsweise das Opfern von Tieren an die Pachamama (= Mutter Erde) immer noch zu den ganz alltäglichen Ritualen. In manchen kleinen Dörfern würden wohl sogar Menschenopfer gebracht bzw. das erstgeborene Baby geopfert. Das hört sich wirklich unglaublich grausam an.

Später konnten wir noch einige traditionelle Tänze zu Ehren des Feiertages sehen. Die traditionelle Kleidung der Frauen erinnert mich fast etwas an unsere Tracht zu Hause.

Die Feier des "Corpus Christi" in Oruro


Von Oruro nach Potosí

Heute Morgen machte ich mich ganz gemütlich auf zum Busbahnhof in Oruro. Es sollte weitergehen nach Potosí. Busse dorthin fahren tagsüber halbstündlich ab. Kosten: 25 Bolivianos (= 3,26 Euro), Dauer: 5 Stunden. Im Bus saß eine Dame mittleren Alters neben mir, sie heißt Olimpia. Ganz neugierig fragte sie mich über alles Mögliche aus. Zuerst natürlich die Standartfrage, warum ich denn mit 29 Jahren noch nicht verheiratet sei und keine Kinder habe. Danach kam ganz ungeniert die Frage wieviel Geld ich denn auf meiner Reise in Bolivien ausgeben würde. Solche teilweise doch recht persönlichen Fragen kann man sich bei uns zu Hause nur schlecht vorstellen. Danach regte sich Olimpia noch ordentlich über den Jungen auf, der im Bus Kaugummis zu verkaufen versuchte - maßlos überteuert meinte sie. Ansonsten war die Dame aber ganz lieb, ich musste bloß irgendwann ihren unaufhörlichen Redezwang unterbinden, indem ich mir meine Kopfhörer in die Ohren steckte.  Die Busfahrt ging hoch hinaus, wir kamen bis auf eine Höhe von 4.300 m - die Gegend wirkt karg, dafür aber hügelig und mit Unmengen an Lamaherden.

Potosí - die Stadt der Silberminen

Potosí liegt inmitten einer kargen Bergwelt auf guten 4.000 m und ist somit eine der höchstgelegenen Städte der Welt. Die Stadt wurde 1545 gegründet, kurz nachdem Erz entdeckt wurde. Schon bald finanzierte das hier geförderte Silber das gesamte spanische Reich. Potosí wurde zur reichsten und größten Stadt des amerikanischen Kontinents. Als das Silber langsam versiegte, fiel die Stadt in Verfall und ihre Bewohner versanken in Armut. Bis heute wir hier Metall unter ziemlich schlechten Bedingungen von Bergarbeitern gefördert. Anscheinend sind bereits über 8 Millionen Menschen in den Minen ums Leben gekommen. Heute gibt es knapp 11.000 Minenarbeiter, knapp tausend davon sind Kinder. Die Arbeitsbedingungen haben sich leider im Laufe der Jahre so gut wie gar nicht verbessert. 

In Potosi angekommen - Hostal Compania de Jesus

Der Busbahnhof von Potosí liegt etwas außerhalb des Ortskernes, aber es fahren regelmäßig Kleinbusse ins Zentrum. Ich fand ganz in der Nähe der Kathedrale eine günstige Unterkunft in einem ehemaligen Kloster: Hostal Compania de Jesus

Zimmerpreise
  • 80 Bolivianos (= 10,45 Euro) für ein Zimmer mit eigenem Bad
  • 60 Bolivianos (= 7,80 Euro) für ein Privatzimmer mit Gemeinschaftsbad

Auf Nachfrage ob sie denn nichts Billigeres haben, zeigte mir die Dame eine klitzekleines Räumchen und meinte, das könnte ich für 30 (= 3,90 Euro) haben. Doch diese Kammer war mir dann doch etwas beengend. Ich konnte den Preis für das Zimmer mit Gemeinschaftsbad auf 50 (= 6,50 Euro) herunterhandeln. Inkludiert ist Frühstück, WLAN und eine Küche zum selber kochen - was will man mehr. Ich spazierte noch gemütlich durch Potosí und werde jetzt einen netten Fernsehabend machen - so was hatte ich nämlich schon ewig nicht mehr ;)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Oruro: Die Thermalquellen "Termas de Obrajes" & Lama zum Abendessen

By On Juni 15, 2017

Von La Paz nach Oruro

Trotz einiger Warnungen, wie hässlich die Stadt Oruro sei, machte ich mich heute dorthin auf den Weg. Mein eigentliches Ziel ist Potosí, aber da dorthin nur Nachtbusse fahren und diese für mich der absolute Horror sind, weil ich in diesen kein Auge zumachen kann, beschloss ich den Weg zu halbieren.
Soki bot mir an, einige Dinge bei ihm lassen zu können, da ich sowieso noch einmal nach La Paz kommen werde. Dieses Angebot nahm ich natürlich dankend an.

Dann ging es zum Busterminal von La Paz. Zu meinem Glück fuhr auch gleich ein Bus nach Oruro los. Kosten: 20 Bolivianos (= 2,60 Euro). Es wäre noch irgendeine Busbahnhofsgeführ von 2,50 Bolivianos zu bezahlen gewesen, doch da man meinen 100er Schein nicht klein machen konnte, musste ich einfach gar nicht bezahlen. 100 Bolivianos sind eigentlich bloß 13 Euro, aber das ist hier in Bolivien zumeist sehr schwierig mit so einem großen Schein zu zahlen. Am besten ist es, wenn mann immer schön Münzen hamstert. Sonst kann es einem auch passieren, dass man das WC einfach nicht benüzten darf, wenn man die 1 Boliviano Münze nicht passend parat hat. Die Fahrt nach Oruro dauerte 4 Stunden.

Die Stadt Oruro

Oruro ist eine Stadt im Hochland des bolivianischen Andenmassivs und liegt auf ca 3.710 m. Die Vegetation in und um Oruro ist karg, denn in dieser Höhe ist kein üppiges Wachstum mehr möglich. An Tieren gibt es Alpacas, Lamas und Gürteltiere. Die Stadt selbst wirkt nicht sehr einladend und etwas schmutzig.

Oruro


Mein Couchsurfing Gastgeber Paul holte mich mit seinem Auto vom Busbahnhof ab und wir machten sogleich eine Spritztour durch die Stadt. Er schlug vor, dass wir die Thermalquellen Termas de Obrajes besuchen könnten. 

Die Thermalquellen "Termas de Obrajes"

Die Fahrt zu den Thermalquellen dauerte eine gute halbe Stunde mit dem Auto. Leider war das große Schwimmbecken gerade gesperrt aufgrund von Reinigungsarbeiten. Wir konnten aber in einer sozusagenen privaten Riesenbadewanne ein Bad nehmen. Eine gute Stunde relaxten wir hier, bevor es wieder zurück nach Oruro ging.

Lama zum Abendessen

Da in der Gegend hier Lamafleisch zu einem sehr gängigen Gericht gehört, wollte ich ein solches natürlich auch gleich probieren. Paul führte mich zu einem kleinen Lama-Restaurant am Straßenrand. Ich war etwas verwundert, über das Aussehen des Fleisches, es wird nämlich zuerst getrocknet und dann werden die Fleischfasern klitzeklein abgezupft. Diese werden dann in einer ordentlichen Portion Fett herausgebraten. Serviert wird das Ganze mit Mais, Käse, Karatoffeln, Ei und scharfer Sauce. Vom Geschmack her ähnelt das Lama vielleicht etwas dem Schafsfleisch. Ich fand das Gericht ganz lecker, bloß war es mir eine Spur zu deftig - das Fleisch trieft bloß so vom Fett. Lama wird natürlich auch gleich auf die Liste der kulinarischen Abenteuer auf meiner Reise gesetzt  ;)

Lamafleisch 


Zur Abwechslung einmal eine nicht so gute Couchsurfing-Erfahrung...

Danach meinte Paul er würde mich zu einem Geheimplätzchen entführen. Wir fuhren mit dem Auto fast eine halbe Stunde von der Stadt weg, auf einen Hügel. Von dort aus, hatte man eine traumhafte Aussicht auf das Lichtermeer der Stadt. Plötzlich holte Paul eine Rotweinflasche aus dem Kofferraum. Die ganze Situation wurde mir etwas suspekt, da er unmissverständliches Interesse an mir zeigte. Ich habe sogar schon eine kleine Notlüge ausgepackt, dass ich einen Freund habe, aber das ließ ihn völlig kalt. Er leerte sich die Weinflasche mit großem Appetit runter und holte zu allem Überfluss sogar noch eine zweite aus seinem Auto. Durch den Alkohol schien er nun auch mutiger geworden zu sein, und mir wurde nun auch eindeutig klar, was seine Absichten waren. Jegliche Hemmschwellen schienen jetzt verschwunden zu sein. Mein absolut nicht vorhandenes Interesse an ihm, war ihm scheinbar völlig egal. Ich erklärte ihm kurzerhand, dass ich zurück nach Oruro will - und zwar JETZT. Er schaute mich erstmals etwas verwundert an, und ich musste ihn auch noch dreimal in lautem Ton dazu auffordern, aber dann machte er sich wiederwillig mit mir auf den Rückweg. Es war nun schon Mitternacht, aber ich wollte keinesfalls bei ihm zu Hause schlafen, auch wenn ich wusste, dass er mit seinen Eltern und Großeltern zusammenlebt. Er half mir liebenswürdigerweise noch ein Hostel zu suchen. Tja, solche Situationen können natürlich beim Couchsurfing durchaus vorkommen, vor allem mit lateinamerikanischen Männern. Das Wichtigste ist jedoch immer die Referenzen seines Gastgebers vorher zu checken. Mein Prinzip ist normalerweise, dass ich vorzugsweise bei Frauen oder Pärchen unterkomme oder bei Männern, die über 10 positive Bewertungen haben. Das Ding ist nur, dass es viel mehr Männer auf Couchsurfing gibt. Paul hatte bloß drei Referenzen. Dennoch war es keine angsteinflößende oder gefährliche Situation, sondern einfach bloß sehr unangenehm. Aber es ist mir wieder einmal eine Lehre in Zukunft vorsichtiger zu sein. 



Mittwoch, 14. Juni 2017

Valle de la Luna

By On Juni 14, 2017

Die Valle de la Luna - was auf deutsch Mondtal heißt - liegt etwa 10 km außerhalb von La Paz. Diese äußerst eindrucksvolle Gegend besteht aus Felspyramiden, Felsspitzen,  kraterähnlichen Formationen und Felsspalten. Das Mondtal wurde in Laufe von Millionen Jahren durch Erosionen, starke Regenfälle und Temperaturschwankungen gebildet.

Der Eintritt beträgt 15 Bolivianos (= 1,95 Euro) für Ausländer, Einheimische zahlen 3 Bolivianos.




Soki stellte mir heute zum Mittagessen Salteñas vor - ein typisch bolivianischer Snack. Es handelt sich dabei um lecker gefüllte Teigtaschen. Ich probierte welche mit einer pikant-saftigen Rindfleischfüllung - einfach köstlich. Ich wurde vor meinem Bolivienaufenthalt bereits vorgewarnt, dass die Küche hier nicht besonders vielfältig sei und großteils aus Kartoffeln bestehe. Doch ich muss sagen, dass es sich mit Salteñas durchaus eine Zeit lang aushalten ließe.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, machten wir uns auf zur Valle de la Luna. Von Sokis Haus aus, ist diese recht einfach zu erreichen. Die Gesteinsformationen dort erinnerten mich etwas an die Valle de las Animas - nur in kleiner und touristischer. Aber zum Glück waren nur sehr wenige Touristen dort. Die bizarre, mondartige Gegend ist wirklich eindrucksvoll. Wir verbrachten gute zwei Stunden dort.

Ich muss feststellen, dass es in La Paz wirklich unzählige Wander- und Trekkingmöglichkeiten gibt, was die Großstadt sehr sympathisch macht. Trotzdem wird es morgen nach Oruro weiter gehen.





Michi um die Welt: Valle de la Luna (Mondtal) in La Paz -  Bolivien
Soki schläft? 





Sonntag, 11. Juni 2017

"Valle de las Animas" - Wanderung durch beeindruckende Gesteinsformationen in La Paz

By On Juni 11, 2017

Valle de las Animas bedeutet auf deutsch so viel wie Schlucht der Seelen. Es handelt sich dabei um eine Gebirgslandschaft im Südosten der Stadt La Paz. Die äußerst beeindruckende Gegend besteht aus errodierten Gesteinsformationen, die in Reihen und Gruppierungen angeordnet sind. Hunderte Felsspitzen erheben sich weit in die Höhe. Man sagt, sie ähneln versteinerten Seelen. Die Vegetation dort ist eher karg und besteht großteils aus Sträuchern und Büschen. Es finden sich hier einige seltene Vogelarten.

Valle de las Animas



Soki, mein Gastgeber, plante für heute eine Wanderung dorthin. Gemeinsam mit vier anderen Personen von Couchsurfing starteten wir am Vormittag die Tour. Mit dabei war ein Argentinier, eine Österreicherin (Julia), zwei Bolivianerinnen, Soki und ich. Somit waren wir eine tolle Gruppe. Vor allem mit Julia, die übrigens auch in der Näche von Salzburg wohnt - wie klein die Welt doch ist!!! -  verstand ich mich gleich blendend.

Wir waren von etwa 10 Uhr morgens bis 17 Uhr unterwegs - schön gemütlich mit einigen Pausen. Die Gegend versetzte uns wirklich ins Staunen - wunderschön einfach! Und noch dazu erreichten wir die Valle de las Animas in bloß einer halben Stunde von La Paz aus. Wir wanderten bis auf eine Höhe von 4.500 m - immerhin liegt ja La Paz schon auf 3.600 m. Dass die Luft dort etwas dünner war, konnten wir doch deutlich spüren. Dafür wurden wir mit einem genialen Ausblick über die Großstadt belohnt. Auf der anderen Seite konnten wir die schneebedeckten 6.000 er erspähen.

Was für ein genialer Tag!







Blick über La Paz


der Argentinier, die zwei Bolivianerinnen, ich & Julia 





Samstag, 10. Juni 2017

Das Fest "El Gran Poder" in La Paz

By On Juni 10, 2017

Zu meinem Glück war ich genau heute zum Wohlstandsfest El Gran Poder in La Paz. Die ganze Stadt war heute zu diesem religiösen Fest in ordentlicher Feierlaune. Die Umzüge begannen schon frühmorgens im Zentrum. Tausende Tänzer zogen mit ihren bunten Kostümen durch die Straßen. Zum Nachmittag hin wurden sowohl Zuschauer als auch die Tänzer selbst immer lustiger und Bier und andere alkoholische Getränke flossen zur Genüge. Die Bolivianer wissen also eindeutig wie man feiert.









=> Mehr Fotos und Videos zum Fest <=


Noch ein paar Fakten zu La Paz:


  • La Paz ist der Regierungssitz Boliviens.
  • Mit einer Höhe von 3.200 bis 4.100m ist die Stadt der höchstegelegene Regierungssitz der Welt.
  • La Paz gilt als keinen besonders sichere Stadt. Man sollte sich in Acht nehmen vor falschen Polizisten, Taxifahrern, die Touristen kidnappen usw. 

Nachdem ich heute einige Stunden bei dem riesigen Festtagsumzug zusah, bummelte ich durch die Märkte der Stadt. Unter anderem gibt es hier auch einen Hexenmarkt. Dort werden Kräuter, getrocknete Lamaföten, Tukanschnäbel und noch viele andere Kuriositäten verkauft. 

ein Markt in einer Seitengasse von La Paz



Neben den Minibussen gibt es seit 2014 auch eine Seilbahn in La Paz, die als öffentliches Transportmittel fungiert. Die habe ich heute natürlich auch gleich ausprobiert, da sie einen fantastischen Blick auf die Stadt bietet. Kosten: 3 Bolivianos (= 0,39 Euro).

Ausblick von der Seilbahn auf La Paz