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Sonntag, 7. Mai 2017

Weiter nach Chiclayo

By On Mai 07, 2017

Azucena überraschte mich heute Morgen mit einem leckeren Frühstück - Tamales, Weißbrot, Wurst und dazu heiße Sojamilch. Danach verabschiedete ich mich von der quirligen jungen Peruanerin wieder. Piura ist mir einfach zu heiß, auserdem gibt es jetzt auch nicht allzu viel zu sehen.

Weiter ging es nach Chiclayo, eine Stadt am Meer, etwa 200 km südlich von Piura. Die Fahrt dorthin führte erst durch eine steppenähnliche und dann wüstenartige Gegend. 



Mein Gastgeber Alexander wohnt etwa 15 km außerhalb der Stadt, es war aber relativ einfach dorthin zu finden. Bei ihm zu Hause angekommen staunte ich nicht schlecht. Das Ganze wirkt wie eine Hotelanlage. Jede Menge kleiner Reihenhäuser sind rund um einen wunderschönen Pool gebaut. Weiters gibt es in der Anlage ein Fitnesstudio, einen kleinen Shop und eine Art Park. Alexander wohnt mit seiner Mama Delia zusammen hier. Beide begrüßten mich mehr als freundlich und servierten mir auch sogleich ein Mittagessen. Dann ging es gleich ab in den Pool - herrlich sag ich euch!




mein kleines, aber feines Reich hier bei Alexander und Delia



Samstag, 6. Mai 2017

Mädels-Abend und Ceviche in Piura

By On Mai 06, 2017

Meine Gastgeberin Azucena war gestern bis 21 Uhr in der Uni. Danach trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Mit dabei waren drei Freundinnen von ihr. Als sie mich fragten, was ich denn gerne essen würde, kam meine Antwort natürlich wie aus der Pistole geschossen: Ceviche! Immerhin ist Peru das Land der Ceviche. Wie mich die Mädels aufklärten, sollte es hier in Piura sogar das beste Ceviche geben. Da war ich ja gespannt.

Wir bestellten in einer Cevicheria ein Ceviche Mixto - also ein gemischtes Ceviche mit Fisch, Oktopus, Muscheln und Shrimps. Wie ich festellen musste, hatten die Mädels keineswegs übertrieben - es schmeckte einfach vorzüglich. Dazu gab es leckeres kaltes Bier. Da ich mit den Biersorten hier in Peru noch nicht so bewandert bin, probierten wir gleich alle 5 Biersorten, die es dort gab durch. Wir verbrachten einen super lustigen Abend. Als Draufgabe luden mich die Mädels auch noch ein. Ich versuchte wehement abzulehnen, doch zwecklos.


Ceviche :)

Bierverkostung 


Heute Vormittag erkundschaftete ich Piura etwas. Wie ich bereits erwähnt hatte, kann man sich eindeutig schönere Städte vorstellen. Es ist drückend heiß hier, die Luft ist staubig und viel Müll liegt auf den Straßen. Und die Männer mit ihren dicken Bierbäuchen benehmen sich wie hormongesteuerte Rüden wenn sie eine läufige Hündin sehen - da wird geglotzt, nachgepfiffen und Dinge wie "Mamasita" nachgeschrien. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Phänomen hier wirklich so krass ist oder ob ich mich einfach erst wieder dran gewöhnen muss. Immerhin benahmen sich die Männer in Ecuador etwas gezügelter. Aber ich versuche mein Bestes darauf so zu reagieren, wie es die einheimischen Frauen machen - also das ganze Theater einfach komplett zu ignorieren und Augenkontakte zu vermeiden. Auch der Straßenverkehr ist hier ein wildes Durcheinander. Zu ungefähr 90% ist das Straßenbild vom den Moped Tuk-Tuks geprägt - hier auch Moto-Taxis genannt. Diese veranstalten ein nie endendes Hupkonzert und es wird gedrängelt was geht auf den Straßen. Die Moto-Taxis kosten üblucherweise 3 Soles (= ca 80 Cent) für eine Fahrt innerhalb der Stadt.

Den Abend ließ ich mit den Mädels wieder mit absolut köstlichem Ceviche ausklingen. Dazu gabs Leche de Tigre, was so viel wie Tigermilch heißen sollte. Es ist ähnlich wie Ceviche, enthält aber weniger Meeresfrüchte und Fisch, dafür mehr Flüßigkeit - es ist also sozusagen die Brühe der Ceviche, welche in einem großen Trinkglas serviert wird. Es war ein lustiger Abend, den wir eigentlich noch mit etwas tanzen gehen ausklingen lassen wollten. Da wir recht müde waren, kamen wir um 20 Uhr nach Hause um ein "kurzes" Siesta zu machen - daraus wurde jedoch ein etwas längeres Schläfchen, da wir alle bis zum nächsten Morgen durch schliefen.



Welcome to Peru - auf ein zweites Mal

By On Mai 06, 2017

Um 5 Uhr morgens riss mich mein Wecker heute bereits aus dem gemütlichen Bettchen. Es sollte heute weitergehen bach Peru. Nur ungern verlasse ich Ecuador - mittlerweile ist mir dieses wundervolle und so vielfältige Land sehr ans Herz gewachsen.

Weiterreise nach Piura/ Peru

Um 7 Uhr starte mein Bus vom Busbahnhof in Loja - direkt nach Piura in Peru. Dieser Bus des Unternehmens Loja Internacional fährt zweimal täglich (7:00 und 23:00 Uhr). Die Fahrt dauert 8-9 Stunden und kostet 14 USD. Der Bus war halb ler. Bis zum Grenzposten Macará führt eine sehr kurvige Straße.

An der Grenze selbst hatte ich etwas Schiss, immerhin ist es Ausländern bloß 90 Tage im Jahr erlaubt sich in Ecuador aufzuhalten ohne für den Aufenthalt zahlen zu müssen. Wie ihr jedoch wisst, war ich bereits fast 5 Monate im Land. Doch es verlief alles ohne Schwierigkeiten, die Grenzbeamtin erklärte mir bloß, dass ich bis Ende des Jahres ein Einreiseverbot hätte - damit kann ich gut leben. Die Grenzbeamten auf der peruanischen Seite würde wirkten auf mich sagen wir mal semiprofessionell. Sie hatten nicht den geringsten Stress, es wurde gelacht und geschäkert. Zwischen ihren recht amüsanten Privatgesprächen fanden sie hin und wieder Zeit sich einem Reisepass zu widmen. Im Prinzip war gar nichts los auf der Grenze, bloß unser Bus - trotzdem dauerte das Ganze über eine Stunde. Dann ging es endlich weiter.

Brücke an der Grenze Ecuador - Peru



Gegen 16:30 Uhr kamen wir in Piura an. Es ist schweißtreibend heiß hier, die Straßen sind staubig und die Häuser unschön - es war also so auf dem ersten Blick kein Traumreiseziel. Die Männer gafften mich an wie weiß nicht was - also die Ecuadorianer waren im Gegenzug dazu wirklich gesittet. Aber scheint hier hald nicht so eine Touri-Destination zu sein und so ein blondes Mädel mit Riesenrucksack sieht man hier wahrscheinlich nicht alle Tage.

Wie froh war ich doch als mich Azucena, meine neue Gastgeberin, vom Busbahnhof abholte. Sie ist etwa in meinem Alter und wirkt wie eine richtige Karrierefrau. Vor allem kam sie schon ordentlich in der Welt herum, was für die Gegend hier gar nicht so Gang und Gäbe ist. Aber sie wirkt auf den ersten Blick sehr sympathisch. Azucena muss auch gleich zur Uni, sie drückte mir also kurzerhand den Wohnungsschlüssel in die Hand und erklärte mir noch ein paar Dinge die ich beachten sollte. 

Die typischen Moped-Tuk-Tuks hier in Peru





Freitag, 5. Mai 2017

Nationalpark Podocarpus - der botanische Garten Amerikas

By On Mai 05, 2017

Der Nationalpark Podocarpus umfasst etwa 146.280 ha und ist einer der artenreichsten Nationalparks Amerikas. Über 4.000 Pflanzenarten (darunter Bäume mit bis zu 40 m Höhe), etwa 560 Vogelarten und 68 Säugetierarten wie zB Jaguare, Bären und Tapire sind dort zu finden. Der Park beinhaltet außerdem vier verschiedene Ökosysteme und schützt Lebensräume auf Höhen zwischen 1.000 und 3.600 m Meereshöhe. Der Haupteingang zum Hochlandsektor des Parks befindet sich in Cajanuma, etwa 10 km südlich von Loja.

Anreise

Vom Busterminal in Loja nimmt man einen Bus in Richtung Vilcabamba. Der Parkeingang Cajanuma befindet sich etwa 10 km südlich von Loja. Die Fahrt dorthin kostet 0,50 USD und dauert etwa 30 Minuten. Gleich am Straßenrand befindet sich dort die Registrierungsstelle für den Nationalpark - Reisepassnummer und Name werden dort aufgenommen, zu bezahlen ist nichts. Ich war um etwa 10 Uhr vormittags dort. Die Dame am Empfang betrachtete kritisch mein Wanderschuhwerk - also meine Flip Flops - und wies mich darauf hin, dass diese hier nicht besonders geeignet wären. Ich verkniff mir sie über die Vorteile meiner Lieblingsschuhe aufzuklären und lächelte bloß nett. Die Dame gab mir einen 5x5 cm kleinen Papierzettel mit auf den Weg, auf dem drei der Wanderrouten klitzeklein hinaufkopiert waren. Sie wies mich darauf hin, dass ich erstmals 8 km eine unasphaltierte Straße hochwandern müsste, um bei der Schutzhütte anzukommen. Dies würde etwa 2 Stunden dauern. Von der Schutzhütte aus, gebe es dann mehrere Wanderwege, wobei von 10 Minuten bis 5 Stunden alles dabei ist. Auf der Schutzhütte könne man für 3 USD übernachten, muss jedoch Schlafsack und Verpflegung selbst mit haben.


Eine feucht-fröhliche Wanderung im Podocarpus Nationalpark

Zu meinem Unglück begann es bereits nach mehreren Minuten zu regnen - und hörte leider auch nicht mehr auf.
Mit den zwei Stunden Gehzeit behielt die Dame recht. Ziemlich genau zu Mittag erreichte ich die Schutzhütte. Man muss aber dazu sagen, dass ich wirklich sehr gemütlich gewandert bin und jede Menge Fotopausen eingelegt habe. Bis jetzt kam mir keine einzige Menschenseele entgegen. Es regnete nun stärker. Zum Glück hatte ich meine Regenjacke und -hose dabei. 




Erstmals gönnte ich mir eine kleine Mittagsjause auf einem Bänkchen neben der Hütte und dann startete ich meine Erkundungstour. Unglaublich was hier alles wächst und gedeiht. Durch den Nebel und den Regen wirkte es richtig mystisch hier. Hin und wieder hörte ich ein lautes Flattern und riesige rebhuhnartige Vögel erhoben sich aus dem Gebüsch. Außerdem sah ich die buntesten Vögelchen in den Baumkronen sitzen - ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie sehr genoss ich es endlich wieder einmal völlig alleine unterwegs zu sein - man kann somit alles noch viel intensiver auf sich wirken lassen und ist natürlich auch aufmerksamer. Meine Flip-Flops bereute ich übrigens kein bisschen - ganz im Gegenteil, ich war sogar heilfroh darüber. Der Weg war nämlich teilweise ein Fluss und außer Gummistiefel oder Flip-Flops wäre jeglicher Schuh nach wenigen Minuten bereits ein See.














Um kurz nach 14 Uhr trat ich den Rückweg an, immerhin standen mir nochmals 8 km bis zur Hauptstraße bevor. Nur wenige Minuten später kam doch glatt die Sonne raus. Naja, wenigstens konnte ich am Rückweg etwas trocknen. An der Hauptstraße kommen so alle 15 Minuten Busse vorbei, die zurück nach Loja fahren - diese muss man bloß mit einem Handzeichen anhalten.









Donnerstag, 4. Mai 2017

Zwei Tage in Loja

By On Mai 04, 2017

Die letzten zwei Tage hier in Loja verbrachte ich sehr relaxt. Vormittags habe ich mich etwas um meinen Blog und andere Pflichten wie Wäsche waschen (händisch natürlich) und dergleichen gekümmert. Außerdem brauchte ich einfach wieder einmal Zeit für mich - manchmal genieße ich das so richtig, wenn meine Gastgeber nicht zu Hause sind und ich einfach entspannen oder bei lauter Musik durch die Wohnung tanzen kann. Zusätzlich legte ich gestern eine ausgiebige Yoga Einheit ein - danach fühlte ich mich wie neu geboren.

Stadtspaziergang in Loja

Am Dienstag spazierte ich nachmittags ein wenig durch Loja. Das Wetter war ein Mix aus Sonnenschein und Wolken, was ich als sehr angenehm empfand. Ich bestaunte die netten kleinen Parks und die Kirchen der Stadt.




Wanderung zu einer kleinen Lagune

Am Mittwoch Nachmittag hatte Margoth frei und wir beschlossen zu einer Lagune zu wandern. Zuerst fuhren wir mit dem Bus etwa eine halbe Stunde an den südlichen Stadtrand. Dort wirkt bereits alles sehr ländlich. Die Wanderung zur Lagune dauerte nur 30 Minuten. Die Landschaften und die Pflanzenwelt in Ecuador begeistern mich jedes Mal aufs Neue - fährt man nur wenige Stunden mit dem Bus, findet man schon wieder ein komplett anderes Klima und eine komplett andere Vegetation vor. Die Lagune selbst ist klein, dafür aber absolut idyllisch. Keine Menschenseele weit und breit. Wir bestiegen noch einen kleinen Aussichtspunkt, von wo aus wir einen traumhaften Ausblick über Loja hatten. Ein ganzes Stündchen saßen wir dort und genossen die Abendstimmung während wir uns angeregt unterhielten. Margoth ist wirklich ein wahres Herzstück von - so lebensfroh, offen und eigentlich immer am Lachen.




Montag, 1. Mai 2017

Loja - eine Kleinstadt im Süden Ecuadors

By On Mai 01, 2017

Da ich ein bisschen im Verzug bin mit meinen Reiseberichten, fällt mir gerade gar nicht mehr richtig ein, was Alex und ich gestern gemacht haben - auf jeden Fall war es nichts Aufregendes.

Alex musste heute zurück nach Hause - wenn auch nicht gerne, aber die liebe Arbeit rief leider. Ich machte mich auf nach Loja, um meiner nächsten Reisedestination Peru endlich etwas näher zu kommen. Immerhin bin ich nun schon seit über 4 Monaten in Ecuador - unglaublich oder? Mir kommt so vor, als würde meine Reisegeschwindigkeit stetig langsamer werden. Die Fahrt von Cuenca nach Loja dauerte 4 Stunden (7,50 USD). Es war wieder total ungewohnt alleine im Bus zu sitzen, immerhin hatte ich nun in den letzten Tagen oder fast Wochen doch immer eine Reisebegleitung. Es war eine Mischung aus Einsamkeit und Freiheitsgefühl. Nun kann ich meine Tage wieder selber planen, habe wieder mehr Zeit für meinen Blog und natürlich ist es alleine wieder um Einiges abenteuerlicher. Und zuguterletzt lernt man bei Alleinreisen wieder deutlich mehr Menschen kennen.

Das kleine Städtchen Loja

Loja liegt auf 2.100 m Meereshöhe und ist mit einem sehr gemäßigtem Klima gesegnet. Die Kleinstadt ist bekannt für ihre Musiker und ihre Parks. 

Ich konnte eine nette Gastgeberin namens Margoth ausfindig machen. Mein Beschluss mich zu Fuß vom Busbahnhof zu ihrem zu Hause aufzumachen, kostete mich eine gute Stunde des Herumirrens in der Stadt. Margoth hat eine niedliche kleine Wohnung im Stadtzentrum. Weiters stieß ein junger Mann aus Brasilien zu uns, der auch einige Tage hier bei Margoth verbringen wird. Beide sind übrigens Yoga-Lehrer.

In diesem Sinne: Gute Nacht :)