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Samstag, 5. August 2017

2-Tages Tour: Weinschnabel und Albert Biwak


Meine wunderschöne Heimat Österreich beschenkte mich in meinen ersten Tagen nach der Rückkehr sogleich mit traumhaftem Wetter. Dieses wurde natürlich gleich in vollen Zügen ausgenutzt. Gemeinsam mit Anki - die kennt ihr bestimmt noch, da sie ein Monat mit mir durch Kolumbien gereist ist - und meinem Hündchen Tequila ging es von Donnerstag auf Freitag zwei Tage durch die wunderschönen Alpen im Salzburger Land.

Gestartet wurde am Donnerstag frühmorgens um 6:30 Uhr beim Parkplatz beim Gasthof Talwirt in Hüttschlag. Von dort aus geht es anfangs mit nur wenig Steigung etwa eine halbe Stunde zum Ötzlsee. Die Gegend hier ist auch sehr beliebt für Wochenendausflüge, da sich der See und der Fluss  hervorragend zum Planschen und Kneipen eignen. Außerdem ist die Gegend traumhaft schön. Nun ging es weiter durch das idyllische Schödertal zum Schödersee. Dieser ist ein periodischer See, da er im Sommer oft austrocknet. So hatte er auch bei unserer Ankunft so gut wie kein Wasser. Wir legten die erste kurze Jausenpause ein, da der Magen schon knurrte.

Nun führt der Weg entlang des Kolmbaches steil nach oben. Was waren wir doch froh, früh genug gestartet zu haben, da wir deshalb noch im Schatten wandern konnten. Als uns dann die Sonne erreichte, wurde es trotz eines leichtes Windes ziemlich heiß und wir kamen ordentlich ins Schwitzen. Bloß Tequila zeigte noch keine Anzeichen von Müdigkeit.

noch voll motiviert: Anki, Tequila und ich

Aufstieg entlang des Kolmbaches

Als wir bei den zwei Kolmseen ankamen - diese liegen unterhalb der Arlscharte, etwas abseits vom Weg - überlegten wir nicht lange und entledigten uns unserer Kleider. Kurzerhand sprangen wir in den eisig kalten Gebirgssee. Und glaubt mir, eisig kalt ist keine Übertreibung, denn besonders lange hält man es im Wasser nicht aus. Es war aber die perfekte Abkühlung.

die zwei Kolmseen - unser erfrischendes Bad nahmen wir im oberen See

eine Abkühlung im oberen Kolmsee



Mit neuer Energie ging es weiter zum Pfringersee und der wenige Meter darüber liegenden Arlscharte, 2.252m. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Kölnbreinspeicher, der bereits zu Kärnten gehört, und die umliegenden Berge.

Blick auf den Kölnbreinspeicher auf der Kärntner Seite



Da Anki zum Glück ebenso wie ich zu einer eher hungrigen Menschengattung gehört, waren wir uns schnell einig darüber beim Pfringersee nochmals eine kleine Pause zur Stärkung einlegen. Es war ja immerhin auch schon Mittag.

der Pfringersee auf der Arlscharte

Arlscharte


Nun sollte es in Richtung Weinschnabel gehen. Dazu kann man dem Weg folgen, der hinunter Richtung Kölnbreinspeicher geht. Danach muss man alles wieder hinauf gehen. Es gibt jedoch auch eine kleine Abkürzung, die technisch jedoch etwas anspruchsvoller ist. Außerdem ist sie eher schlecht markiert. Wir entschieden uns für die Abkürzung. Dazu geht man von der Arlscharte aus nach links weg. Für die liebe Anki war dieses Kletterabenteuer eine ganz neue Herausforderung, doch sie meisterte diese wirklich super und ich bin mir sicher, dass es ihr im Nachhinein auch gut gefallen hat, obwohl sie bei den schwierigeren Passagen etwas geschimpft hat.

Abkürzung zum Weinschnabel: wenigstens kann sie da noch lachen die Anki ;)

Skelett eines toten Schafes



Gegen 14 Uhr erreichten wir den Gipfel des Weinschnabel, 2.754m. Die Aussicht war einfach gigantisch. Nun war auch Tequila schon etwas müde, aber weit hatten wir ja nicht mehr.

Weinschnabel 2.754 m

Tequila lässt sich den kühlen Gipfelwind am Weinschnabel um die Ohren sausen


Abstieg zu den malerisch schönen Schwarzseen

Über zahlreiche Steinblöcke folgte und der Abstieg zu den beiden Schwarzseen. Die aufziehenden dunklen Wolken stressten uns etwas. Vor allem weil über den Schwarzseen eine etwas anspruchsvollere Stelle ist und Anki diese keinesfalls bei Regen oder Gewitter bewältigen wollte. Aber es sah noch nicht akut nach Regen aus, deshalb beschlossen wir noch kurz im oberen Schwarzsee baden zu gehen. Das Wasser war meines Erachtens noch kälter als das des Kolmsees. Es reichten sogar noch Schneefelder in den See, außerdem hatten wir keinen Sonnenschein mehr. Doch all das hielt uns von einer kleinen Abkühlung natürlich nicht ab.

Abkühlung in einem Schneefeld

Schneefeld am Schwarzsee



Die kurze Kletterpassage meisterte Anki mit Bravour, bloß Tequila mussten wir ein Stückchen tragen. Hier ist auf alle Fälle Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Bergerfahrung gefragt.

kurze Kletterpassage oberhalb der Schwarzseen

Nun ging es bergauf zur Schmalzscharte. Auf dem Weg dorthin fanden wir zu unserer Freude zwei Edelweiß auf einem kleinen Felsvorsprung. Das Wetter hielt immer noch.



Nur ein kleines Stück unter der Scharte liegt das Albert-Biwak. Die Notunterkunft ist ganzjährig geöffnet. Das Biwak ist liebevoll gestaltet und verfügt über sämtliche Annehmlichkeiten wie Strom (aus Solarzellen), Wasser (nur zum Abwaschen, kein Trinkwasser), eine Toilette mit Toilettenpapier und sogar richtig gemütlichen Bettdecken. Ein richtiges 5 Sterne Biwak also.

endlich konnten wir das Albert-Biwak sehen

Bei unserer Ankunft war es mittlerweile 17:30 Uhr. Es begann leicht zu regnen, doch schon kurz darauf verzogen sich die Wolken wieder. Wir kochten uns ein leckeres Süppchen und Tee, da wir unsere Gaskocher dabei hatten. Der Abend war zu meinem Erstaunen richtig schön warm, vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns doch auf einer ordentlichen Höhe befanden. Ich konnte mich erinnern, dass ich oft mit Haube und Handschuhen im Biwak saß, diesmal war aber ein dünner Pullover völlig ausreichend. Beim Studieren des Hüttenbuches fand ich einen sehr alten Eintrag, als ich selbst mit acht Jahren, das erste Mal im Albert-Biwak schlief. Anki staunte nicht schlecht, wie ich das als kleines Mädchen schaffen konnte, da sie selbst fix und fertig war. Außerdem musste ich feststellen, dass mein Hund wohl schon öfter hier war als ich selbst.

Wir gingen früh schlafen. Als uns gegen 7 Uhr morgens Tequila aufweckte, bemerkten wir, dass wir alle vorzüglich geschlafen hatten. Nach einem stärkenden Frühstück brachen wir gegen 9 Uhr ganz gemütlich auf.

gemütlicher Start in den neuen Tag

Anki kämpfte mit ihren mittlerweile richtig schweren Beinen. Auch Tequila schien nicht mehr ganz so viel Energie zu haben.  Doch der Weg führt zum Glück ohne viel Steigung in Richtung Murtörl. Die Wegstrecke dahin ist malerisch schön mit vielen kleinen Gebirgsseen oder eher Gebirgsteichen, da die meisten davon wirklich klein sind.

Als wir an einem etwas größeren vorbeikamen, mussten wir doch glatt noch einmal hineinspringen, denn die Sonne war auch heute wieder richtig stark. Da ich mit Sonnencreme immer etwas sparsam umgehe, hatte ich mir zusätzlich einen Sonnenbrand eingefangen, der nun dringend gekühlt werden musste. Die Gebirgssonne ist nicht zu unterschätzen.

... und wieder konnten wir dem eiskalten und glasklaren Nass nicht wiederstehen ;)



Bevor wir am Murtörl ankamen, bestiegen wir noch schnell das Mureck, 2.402m, das nur etwa 15 Gehminuten oberhalb des normalen Weges liegt. Wieder einmal wurden wir mit einer wundervollen Aussicht belohnt.

Mureck, 2.402 m



Nun ging es hinab zum Murtörl, 2.260m und dann weiter über malerische Almwiesen in Richtung Kreealmen. Dort machten wir einen kurzen Halt, um uns einen wohlverdienten Radler zu gönnen.

Der weitere Abstieg verläuft eher gemütlich. Da es jedoch außerordentlich heiß war, waren wir richtig froh, gegen 15 Uhr endlich beim Auto angekommen zu sein. Wir beschlossen uns kurzerhand im Großarlbach noch einmal abzukühlen, bevor wir die Heimfahrt starteten.

Fazit

Eine der schönsten 2-Tages Touren, die ich hier in der Nähe kenne und immer wieder gerne mache. Es ist jedoch wie bereits erwähnt Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.


Tourdaten

Ausgangspunkt: Hüttschlag Talschluss
Gehzeit (gesamte Tour): etwa 12 Stunden
Höhenmeter Aufstieg: 1.550 m
Ausrüstung: feste Bergschuhe, Regenschutz, Sonnenschutz, ausreichend Flüssigkeit (es gibt am Weg mehrere Möglichkeiten, um Wasser aufzufüllen)







Kommentare:

  1. Wow da hast du wieder wunderschöne Fotos mitgebracht. Ich dachte schon, wir wären gestern weit hoch in den Bergen gewesen, aber du hast uns um 500 m übertroffen.

    Viele Grüße aus Andorra und den Pyrenäen

    Jana

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  2. Wow! Das sieht nach einer richtigen Klettertour aus. Die Ausblicke sind ja grandios, aber für mich wäre das nichts. Dafür müsste man schwindelfrei sein, und das bin ich nicht.

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    1. Ja, Schwindelfreiheit ist Voraussetzung ;) aber das kann man sogar ein bisschen lernen.

      Liebe Grüße,
      Michaela

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