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Freitag, 26. Juni 2026


Immer wieder werde ich gefragt, was die spannendsten Abenteuer auf meinen Backpacking-Reisen waren. Hier habe ich eine kleine Sammlung der Erlebnisse zusammengestellt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind.


... IN OZEANIEN


Nächtliche Vulkanbesteigung

Tanna, Vanuatu (November 2023)
Auf der Vulkaninsel Tanna im Südpazifik war ich mit einer Chinesin und einem Türken unterwegs. Obwohl wir alle drei komplett unterschiedlich waren, hatten wir eines gemeinsam: die große Abenteuerlust. Und schnell fanden wir auch ein gemeinsames Ziel: die Besteigung des aktiven Vulkans Mount Yasur. Statt einer geführten Tour entschieden wir uns, den Vulkan auf eigene Faust bei Nacht zu erklimmen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion machten wir uns also auf den Weg, einer inoffiziellen Route entlang - wir wollten schließlich unbemerkt bleiben. Wir arbeiteten uns durch den Dschungel, über schwarze Aschefelder näher an das immer lauter werdende Grollen heran. Mitten in der Nacht erreichten wir den Vulkankrater. Unter uns lag ein brodelnder See aus Lava. Es knallte und donnerte in regelmäßigen Abständen, der Boden vibrierte und glühende Lava wurde im Sekundentakt bis knapp unter unsere Füße in die Höhe geschleudert. Diese mächtige Naturgewalt aus nächster Nähe zu erleben, war auf alle Fälle eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meines Lebens.


Ein indigenes Dorf auf der Vulkaninsel Tanna


Tief im Dschungel von Papua-Neuguinea

Papua-Neuguinea (September - Oktober 2023)
Ein Land, das ich vorher nur aus den Schlagzeilen kannte - weniger als Reiseziel, sondern wegen seiner Abgeschiedenheit und den vielen traditionellen Volksstämmen. Und scheinbar sollten auch die letzten richtigen Kannibalen dort leben. Touristen kommen selten hierher - und wenn dann nur im Rahmen teurer, geführter Touren. Backpacking ist praktisch nicht existent. Über 800 Sprachen werden gesprochen, oft in kleinen, isolierten Gemeinschaften tief im Urwald. Viele Regionen sind nicht über Straßen erreichbar, sondern man kommt nur per Buschflugzeug dorthin. Genau so gelangte ich schließlich auf eigene Faust in abgelegene Gebiete im Landesinneren - gemeinsam mit Missionaren, die zu den wenigen gehören, die diese Dörfer besuchen. Die Stämme dort haben nur selten Kontakt zur Außenwelt. Papua-Neuguinea war eines der spannendsten und zugleich skurrilsten Länder, die ich je bereist habe. Das Reisen war mühsam, logistisch kompliziert und erforderte viel Geduld und Improvisation. Hinzu kam eine teils angespannte Sicherheitslage. Neben einigen schrägen Begegnungen gab es auch viele sehr herzliche. Fazit: Es fühlte sich an wie eine komplett andere Welt. 





Mein erster tropischer Wirbelsturm

Port Vila, Vanuatu (Oktober 2023)
An einem der wohl unsichersten Orte für einen tropischen Wirbelsturm erlebte ich meinen ersten Zyklon: "Lola". Ich war gerade zum Couchsurfen bei Grant. Er wohnt in einer selbstgebauten Holzhütte, die ziemlich weit ab vom Schuss liegt. Sie ist umgeben von hohen Bäumen und nur wenige Meter vor der Haustür ist schon das Meer. Als Lola dann von Kategorie 3 auf 5 hochgestuft wurde - das ist übrigens die höchste Stufe - wurde mein Gastgeber sichtlich nervös. Der letzte Wirbelsturm hatte ihm das Dach davongeweht und noch weitere Sachen im Haus zerstört. Wenn außerdem einer der hohen Bäume aufs Haus stürzen würde, dann wäre es das wohl gewesen mit uns. Ich muss noch anmerken, dass mein Schlafgemach bei ihm nicht einmal eine Wand an der Vorderseite hatte. Es folgte eine schlaflose Nacht. Windböen zogen immer wieder mit lautem Karacho durch mein Zimmer und ich wurde in meinem Bett sogar vom Regen erwischt. Zum Glück waren wir schlussendlich doch nicht im direkten Epizentrum des Sturms und blieben vor gröberen Schäden verschont. 



.... IN AFRIKA


Gekidnappt im wilden Norden Kenias?

Marsabit, Kenia (März 2022)
Nur wenige Touristen besuchen den Norden Kenias, und noch weniger das Gebiet östlich des Turkana-Sees. Und wenn sie es machen, dann meist nur mit Guide und bewaffnetem Eskort, da die Region bekannt ist für Raubüberfälle und Banditen. Gemeinsam mit meiner indischen Reisebekanntschaft Kailash habe ich es gewagt diese Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Abenteuer, die wir dort erlebten, werde ich bestimmt nie wieder vergessen: Eine stundenlange Motorrad-Fahrt durch die Chalbi-Wüste. Zudem waren wir zu dritt auf dem Gefährt mit noch Unmengen an Gepäck und fuhren so komplett weglos quer durch den Sand. Wir besuchten einige abgelegene Stämme, die so gut wie nie einen Muzungu (=weißer Tourist) zu sehen bekommen. Ein paar Tage später wurden wir von einer Mitfahrgelegenheit sechs Stunden lang mitten in der Wüste ausgesetzt und waren tatsächlich schon der Meinung, dass wir nun entweder gekidnappt oder zumindest all unserer Sachen beraubt worden sind. Mit viel Glück ging die Geschichte noch gut aus. Die Nächte waren so unerträglich heiß, dass wir fast kein Auge zutun konnten.




Couchsurfing in einem der größten Flüchtlingslager Afrikas

Kakuma, Kenia (Januar 2022)
Es mag vielleicht sehr ungewöhnlich klingen, aber ich habe tatsächlich einen Couchsurfing Gastgeber in dem Flüchtlingslager Kakuma - im Nordwesten Kenias - gefunden. Dieses Abenteuer ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Anfangs dachte ich, dass mein Gastgeber Jonathan dort wohnt, weil der vielleicht für eine Hilfsorganisation arbeitet. Doch wie sich herausstellte war er ein Flüchtling aus dem Kongo. Ich lebte also mitten unter den Flüchtlingen in einer Wellblechhütte unter simpelsten Bedingungen. Erstaunlicherweise wurde ich von allen sehr gastfreundlich aufgenommen. Gerne wäre ich länger geblieben. Doch die Lebensumstände waren für mich nur schwer auszuhalten. Da ist zum einen die beinahe unerträgliche Hitze (ca 40 Grad Celsius) sowohl tagsüber aber vor allem nachts. Da es Strom nur wenige Stunden am Tag gab, konnte natürlich auch kein Ventilator helfen. Auch Wasser war nur wenige Stunden am Tag verfügbar, und ähnelte der Farbe nach eher Milchkaffee - es war also ziemlich verschmutzt und schmeckte zudem salzig. Nachts attackierten mich Moskitos ohne Ende. So verließ ich das Lager nach drei Tagen wieder. Die Erlebnisse dort werden mir aber ewig in Erinnerung bleiben.


Das Flüchtlingslager Kakuma (Kenia)


Arbeit mit Missionaren in Kenia: Rehabilitation ehemaliger Gefängnisinsassen

Tinderet, Kenia (Dezember 2021)
Zwei Wochen wohnte ich im kenianischen Teeanbaugebiet Tinderet bei einer deutschen Missionarsfamilie und unterstützte sie bei ihrem Projekt ehemalige Gefängnisinsassen zurück in den Alltag zu rehabilitieren. Ich verbrachte dort eine irrsinnig spannende und lehrreiche Zeit und kann nur staunen, was für eine wertvolle Arbeit Philipp und Tabi dort leisten. 




Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Lesotho (März 2016)
Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Erscheinung war. 





    Autostoppen in Namibia

    Namibia (Februar 2016)
    Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana zu Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





      Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tansania

      Lake Natron, Tansania (Dezember 2015)
      Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.





        Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tansania

        Lake Eyazi, Tansania (Dezember 2015)
        Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm, jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.

        Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

        Mbirizi, Uganda (November 2015)
        Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.

        ... IN EUROPA


        Schlafen unter freiem Himmel auf den Kanaren

        La Gomera, Kanaren, Spanien (März 2021)
        Das Schlafen unter dem freiem Sternenhimmel ist selbst für mich als "erfahrene Abenteurerin" immer wieder ein besonderes Erlebnis. Man ist der Natur so unglaublich nahe - kein Zelt, kein Mosikotnetz. Dafür  hat man den besten Blick auf den Mond und die Sterne. Zudem kann man die Geräusche aus der Natur ganz ungefiltert hören. Am liebsten schlafe ich weit weg von der Zivilisation. Auf den Kanaren habe ich besonders oft draußen geschlafen - nur mit meinem Schlafsack und einer Matte. Der Vorteil dort ist, dass es keine gefährlichen Tiere gibt. Ich schlief alleine oder mit meinen Reisebekanntschaften an einsamen Stränden, in den Bergen, in Höhlen oder Ruinen. Es war jedes Mal ein unvergessliches, einzigartiges Abenteuer. 


        Schlafen unter freiem Sternenhimmel auf La Gomera





        ... IN ASIEN 


        10-tägige Schweigemeditation in Nepal

        Kathmandu, Nepal (Dezember 2019)
        Zehn Tage ohne Sprechen, ohne Schreiben, ohne Lesen und ohne Kommunikation jeglicher Form. Kein Handy oder sonstige elektronischen Geräte. Zehneinhalb Stunden meditieren am Tag. Kein Kontakt zur Aussenwelt. Zweieinhalb eher spärliche Mahlzeiten am Tag. Diese zehn Tage zählen eindeutig zu den längsten und härtesten Tagen meines ganzen Lebens. Doch ich habe durchgehalten. Und es hat sich absolut gelohnt. Ich konnte sehr viel Wertvolles für und über mich und das Leben lernen. 





        20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

        Everest Gebiet, Nepal (November 2019)
        Ganze 20 Tage lange wanderte ich gemeinsam mit meinem italienischen Trekkingkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300 Kilometer und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns die meiste Zeit in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 







        .... IN SÜDAMERIKA


        Alleine in der Wildnis Patagoniens

        Patagonien, Chile & Argentinien (November 2025 - März 2026)
        Drei Monate lang war ich alleine auf dem Greater Patagonian Trail unterwegs - einem der abgelegensten und einsamsten Weitwanderwege der Welt. Für mich war das ein komplett neues Abenteuer. Ich war zuvor noch nie auf einem Weitwanderweg unterwegs und hatte auch noch nie länger als ein paar Tage alleine mit dem Zelt in der Natur verbracht. Und nun war ich oft tagelang komplett alleine unterwegs, ohne auch nur einer einzigen Menschenseele zu begegnen. Keine Dörfer, keine Straßen, kein Empfang - nur ich, mein Rucksack und die Wildnis. Anfangs hatte ich mit dieser extremen Einsamkeit und Abgeschiedenheit ziemlich Mühe. Es gab Momente, in denen ich mich fragte, warum ich mir das eigentlich antue. Doch mit der Zeit begann ich genau das zu lieben. Ich gewöhnte mich an die Stille, an das Alleinsein und an das Einswerden mit der Natur.




        Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

        Titicacasee, Bolivien (Juli 2017)
        Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Geschichte nochmals gut aus.


        Polizeifestnahme am Titicacasee



        Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

        Uyuni - Sucre, Bolivien (Juni 2017)
        Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm, war superlieb und verköstigte uns sogar.


        Diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit. 



        Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

        Potosì, Bolivien (Juni 2017)
        Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 


        Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí 


        Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

        Südamerika (2017)
        Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


        Camping auf etwa 5.000 Meter Seehöhe



        Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

        Leticia, Kolumbien - Yurimaguas, Peru (Dezember 2016)
        Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

        In meiner Hängematte auf der Fähre am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



        Ayahuasca-Zeremonie bei einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

        Leticia, Kolumbien (Dezember 2016)
        Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.




        Schwimmen im Amazonas

        Amazonas, Kolumbien & Peru (Dezember 2016)
        Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...





        Neben diesen unvergesslichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 



        Meine kulinarischen Abenteuer auf Reisen könnt ihr => HIER <= finden.







        Mittwoch, 24. Juni 2026



        Mittlerweile bin ich insgesamt wohl schon mehrere Jahre mit meinem Rucksack quer durch die Welt gereist - wenn auch mit regelmässigen Unterbrechungen. Während dieser Zeit gab es neben der unzähligen, unvergesslich schönen Erlebnissen auch ein paar richtige Reinfälle. 


        Busfahren in Venezuela: Nichts für schwach Nerven
        Venezuela, November / Dezember 2024
        Gleich zweimal musste ich in Venezuela eine Langstreckenbusfahrt hinter mich bringen. Die erste dauerte 27 Stunden, die zweite immerhin "nur" 22. Beide Busse waren in einem relativ desolaten Zustand und gefühlt alle 30 bis 60 Minuten wurden wir von der Polizei mit Maschinengewehren kontrolliert. Mehrmals räumten die Beamten sogar das gesamte Gepäck aus dem Bus und durchsuchten jeden einzelnen Koffer.
        Bei der ersten Fahrt stellte sich kurz vor der Abfahrt heraus, dass der Bus entgegen aller Versprechen doch kein WC hatte. Der Ticketverkäufer informierte deshalb vorsorglich den Busfahrer über mein "Blasenproblem", damit dieser jederzeit anhalten würde, falls ich dringend aufs Klo müsste. In Realität gab es dann natürlich fast keine Möglichkeiten für Pinkelpausen. 
        Auf der zweiten Fahrt gab es dann tatsächlich eine Toilette. Leider standen darin etwa zwei Zentimeter Urin am Boden. Als ich das bemerkte, hatte sich meine heruntergelassene Hose bereits damit vollgesogen. Gut, dass man als Krankenschwester in dieser Hinsicht einiges gewohnt ist. Nach insgesamt fast 50 Stunden in venezolanischen Bussen hatte ich vorerst einmal genug davon. 
        Den genauen Bericht über die erste Busfahrt, welche bis dato auch die längste Busfahrt meines Lebens darstellte, könnt ihr =>HIER<= nachlesen, und die 2.  =>HIER<=




        Verhaftung in den frühen Morgenstunden am Titicacasee
        Bolivien, Juli 2017
        Ich war gerade zum Couchsurfen bei einem Vorarlberger Aussteiger namens Ernst. Er hatte sich in einem kleinen, abgelegenen Dörfchen am Titicacasee in einem einfachen Lehmhäuschen niedergelassen. Mit mir befand sich ein weiterer Gast in seinem Haus: ein 20-jähriges bolivianisches Mädchen, das mir leicht seltsam erschien. Mit ihrem nächtlichen Schlafwandeln hat sie mir schon öfters ordentlich Angst eingejagt. Eines schönen Morgens stand plötzlich das ganze Dorf samt Polizei vor unserem Haus. Tatverdacht: Illegaler Drogenhandel, das Anzünden eines Hauses und als Draufgabe wurde Ernst noch Mädchenhandel unterstellt. Mit viel Glück konnte ich einer Nacht im Gefängnis entgehen, Ernst aber leider nicht. Trotz meines abgelaufenen Visums blieb ich ein paar Tage zusätzlich im Land und setzte alles daran ihn dort wieder rauszuholen. Das gelang mit dann auch mit Hilfe amerikanischer Missionare. Trotzdem musste Ernst der sehr korrupten Polizei einiges an Schmiergeld bezahlen.
        Die ganze Geschichte könnt ihr =>HIER<= nachlesen.

        "Verhaftung am Titicacasee"
         Hier am Bild: Ernst mit der Polizei und den aufgebrachten Dorfbewohnern


         

        Zweimalig gescheitere Besteigung des Chimborazo 6.310 m
        Ecuador, März 2017
        Gleich zweimal misslang mir der Gipfelsieg des über 6.000 m hohen Chimborazo. Das erste Mal lag es an den großen Massen von Neuschnee, die das Vorankommen sehr verzögerten. Zusätzlich bekam ich massive Probleme mit der Höhe. Beim zweiten Mal scheiterten wir an zu gefährlichen Schneeverhältnissen. Die genauen Berichte dazu kannst du =>HIER<= (1. Besteigung) und =>HIER<= (2. Besteigung) nachlesen. 

        "Gescheiterte Besteigung des Chimborazo"



         

        Unsanfter Rausschmiss aus einem Hostel
        Nicaragua, Juni 2016
        Ich war gerade an einem wunderschönen Traumstrand in Nicaragua zum Arbeiten in einem Hostel. Leider kristallisierte sich die Besitzerin Leslia als regelrechte Hexe heraus. Sie versuchte mir das Leben wo es nur geht schwer zu machen, während ihr Gatte ein richtig netter Kerl war, mit dem ich sehr gut auskam. Irgendwann brachte Leslia das Fass zum Überlaufen, als sie zu mir meinte es würde Geld in der Kassa fehlen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass ich morgen abreisen würde. Das passte ihr am Anfang gar nicht so und sie versuchte es kurz nochmals mit der zuckersüßen Art, aber mir reichte es nun eindeutig. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Leslia stand vor mir und erklärte mir ungehalten, dass ich sofort ihr Hostel verlassen sollte. Mir war es ein Rätsel wie sie in mein Zimmer kam, da ich dieses abgeschlossen hatte. Sie schrie mich an, dass  ich mich gefälligst beeilen sollte, denn sie würde mein Zimmer für neue Gäste brauchen. Ich wusste natürlich, dass das nicht stimmte, da es jede Menge freie Zimmer gab. Sie wollte mir nun so richtig eins auswischen und wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ich um 8 Uhr noch da bin, wenn dann ihr Gatte kommt. Wenn der von den gestrigen und heutigen Geschehnissen Wind bekommen würde, wäre er sicher nicht begeistert, wie mich seine Frau behandelte. Aber gut. Ich wollte keine weiteren Diskussionen und packte meine Sachen. Da wir recht abgelegen waren, kam nur einmal am Tag - nämlich um 10 Uhr - ein Bus. Ich wollte also auf der Straße vor dem Hostel warten. Da kam die aufgebrachte Hexe herbeigerannt und schrie ich sollte auf der Stelle ihr Grundstück verlassen, sonst würde sie die Polizei rufen. Ich hatte schon Angst, dass die Gute gleich eine Herzattacke bekommen könnte, da sie sich so unwahrscheinlich aufregte. Ich warf ihr noch ein zuckersüßes Lächeln zu, packte meinen Rucksack auf den Rücken und begann loszuwandern. Bis zum nächsten Ort würde ich ca. zwei Sunden brauchen, der Weg ging zudem stetig bergauf. In der brütenden Hitze, war das Ganze gleich nochmal so schlimm. Ich plagte mich also den Weg hoch. Wie durch ein Wunder hielt ein junger Mopedfahrer neben mir und bot mir an mich in den nächsten Ort zu bringen. Letztendlich wollte er nicht einmal Geld annehmen für seinen Gefallen. Der nette Kerl rettete wirklich meinen Tag, und schnell war der Ärger über die bösartige Frau vergessen. 



         

        Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel
        Namibia, Februar 2016
        Als meine Reisebegleitung Patrick und ich gerade am Busbahnhof in Walvis Bay an der namibischen Küste ankamen, lechzte Patrick bereits nach einem kalten Bier. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecken wir dann auch gleich eine kleine Kneipe, aus der lautstarke Musik dröhnte. Sie sah zwar etwas heruntergekommen aus, aber das störte uns nicht. Der Schuppen war ganz schön voll. Wir bestellten Bier und schon bald gesellten sich ein paar Einheimische zu uns. Sie waren total sympathisch aber auch sehr erstaunt, dass hier Weiße in der Bar waren. Wir wären sogar die ersten weißhäutigen Menschen, die sie jemals hier in dem Viertel gesehen hätten. Das wunderte uns, denn in Walvis Bay sollten anscheinend viele Weiße leben. Ein junger Mann erklärte uns, dass diese alle in den reicheren Stadtvierteln wohnen würden und hier eigentlich nie herkämen. Die Männer gaben gleich eine Runde für uns aus und wir verbrachten lustige Stunden mit ihnen. Später sprach uns erneut ein Mann in der Bar an und auch er meinte, dass hier normalerweise nie Weiße herkommen und wir sollten gut aufpassen, denn es sei gefährlich hier. Das schien uns nicht Grund genug, den Ort zu verlassen, bis uns dann wahrhaftig die Polizei rausholte. Wir saßen gerade an einem Tisch vor der Kneipe, als ein Polizeiauto die Straße entlang fuhr. Dann stoppten sie doch tatsächlich neben uns und winkten uns herbei. Sie forderten uns auf einzusteigen, denn sie wollten uns in eine sicherere Gegend bringen. Das sah ich vorerst überhaupt nicht ein und fand es noch dazu ein bisschen diskriminierend. Patrick zischte mir zu, ich solle mich doch beruhigen und er möchte hier keine Probleme bekommen. Na gut, widerwillig holte ich meinen Rucksack. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Diese meinten, wir sollen doch bald wiederkommen, was wir ihnen dann auch versprachen. Die Polizei brachte uns dann zu einem Hostel im Stadtzentrum. Unser Versprechen lösten wir natürlich ein, und gleich am nächsten Tag kamen wir wieder zu der Bar - diesmal aber ohne Wertsachen - und verbrachten eine unglaublich lustige Nacht dort. Die Jungs zeigten uns sogar ihre einfachen Behausungen in den Slums.


        "Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel"
        Hier am Bild: Die Polizei, Patrick und ich



        Geld aus dem Rucksack gestohlen
        Botswana, Februar 2016
        Am besagten Tag, plante ich eine Reittour durch das Okavango Delta. Als ich auf der Pferdefarm ankam, erklärte mir die Besitzerin, dass ich meinen kleinen Rucksack während der Tour doch bei ihrem Kollegen lassen sollte, damit er mich nicht stört. Ich dachte mir nicht viel dabei und händigte ihm das Ding aus. Als die Tour nach wenigen Stunden vorüber war, vergaß ich meinen Rucksackinhalt zu kontrollieren. Erst bei der Ankunft meines Hostels dachte ich daran. Leider fehlte wirklich etwas - zu meinem Glück aber nur ein Teil des Bargeldes (umgerechnet vielleicht 30-40 Euro). Das war mir wieder einmal eine Lehre nicht jedem zu vertrauen und auf meine Sachen besser aufzupassen.



        Überfall von einem Pavian bei den Viktoriafällen
        Sambia, Februar 2016
        Als ich die Viktoriafälle an der Grenze Sambia-Simbabwe besuchte, beschloss ich die wunderschönen Wanderwege entlang der imposanten Schlucht zu erkunden. Ich war alleine unterwegs. Auf meiner Erkundungstour sah ich Unmengen von Pavianherden. Diese schienen hier in der Gegend nicht besonders schüchtern zu sein und kamen teilweise ziemlich nah ran. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie von den Touristen immer wieder gefüttert wurden. Anfangs fand ich die Vieher auch noch wirklich süß und machte Videos und Fotos aus nächster Nähe von ihnen. Nur von den ausgewachsenen Männchen hielt ich immer leichten Sicherheitsabstand, da die Tiere ganz schön groß waren. Als ich gerade ein paar Babyaffen aus nächster Nähe beim Spielen beobachtete, baute sich plötzlich ein riesiges Pavian-Männchen vor mir auf. Er fletschte die Zähne und riss mir meine gelbe Tüte aus der Hand. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war er dann auch schon mit dem Ding in den Baumkronen verschwunden. Na, zum Glück hatte ich bloß mein Wurstbrot und nichts Wertvolles in der Tüte. Im weiteren Verlauf der Wanderung hatte ich dann immer panische Angst, dass mir nochmals so ein Riesen-Vieh über den Weg laufen könnte. 




        Rucksack vergessen
        Malawi, Jänner 2016
        Am wunderschönen Malawisee vergaß ich leider meinen heißgeliebten Tagesrucksack in einem Hostel. Diese Unachtsamkeit brachte eine zusätzliche fast zweitägige Busfahrt mit sich. Aber  der Rucksack war es mir wert. 



        Handy futsch 
        Malawi, Jänner 2016
        Zu meiner großen Freude fand ich in einem kleinen malawischen Dörfchen eine Unterkunft für umgerechnet bloß einem Euro/ Nacht. Doch die Freude hielt nicht lange. Als ich am Abend kurz das Zimmer verließ, hatte in der Zwischenzeit jemand mein Handy aus dem Zimmer gestohlen. Die Dorfgemeinschaft zeigte sich äußerst hilfsbereit und half mir bis tief in die Nacht hinein das Ding zu suchen - leider erfolglos. Als ich am nächsten Tag den Polizeiposten im Nachbarort aufsuchte, um mir eine Bescheinigung für die Versicherung zu holen, musste ich mich mit den Polizisten ärgern, das sie Austria einfach nicht von Australia unterscheiden konnten. Obwohl ich sie mehrmals darauf hinwies, stellte sich heraus, dass es schlussendlich am Dokument falsch notiert war. Zum Glück viel das wohl nicht einmal meiner Versicherung auf. Ansonsten waren sie aber super lieb und teilten sogar ihr Mittagessen mit mir. Die genauen Details zu der Geschichte kannst du =>HIER< nachlesen. 



        Betrunkener und bekiffter Guide 
        Malawi, Jänner 2016
        Dass die Einwohner von Malawi ein sehr redseliges Volk sind, mussten meine Reisebegleitung Sonja und ich gleich bei der Einreise nach Malawi feststellen. Wir wollten gerade in Chitimba am Malawisee einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, als uns wieder einmal ein Einheimischer - er hieß übrigens Bob - volllaberte. Er wollte uns ein wenig Gras verkaufen - dieses wird dort "Malawi Gold" genannt, da es besonders gut sein sollte - und uns zu guter Letzt noch eine kleine Wasserfall-Tour für morgen andrehen. Da er dafür umgerechnet nur drei Euro haben wollte und die Tour fast den ganzen Tag dauern sollte, sagten wir ihm zu. Als Bob am  nächsten Tag am vereinbarten Treffpunkt etwa eine Stunde zu spät erschien, hatte er glührote Mini-Augen. Gleich bei der Begrüßung erzählte er uns, dass er heute Morgen schon drei kleine Fläschchen irgendeiner lokalen Spirituose getrunken und ein paar Joints geraucht hatte. Dafür sah er eigentlich noch ganz gut aus, obwohl man die Alkoholfahne schon deutlich riechen konnte. Er klärte uns noch darüber auf, dass er mindestens jede Stunde eine kleine Joint-Pause bräuchte. Na, das kann ja was werden. Nach zehn Minuten musste er sich tatsächlich schon den ersten drehen. Er kam dann auch gleich mit einer Flasche dieser lokalen Spirituose an, die wir unbedingt probieren sollten. Das Zeugs schmeckte gar nicht so schlecht, wir hielten uns jedoch mit dem Trinken etwas zurück, immerhin hatten wir noch eine ordentliche Strecke vor uns. Verwunderlicherweise hatte Bob einen ziemlich flotten Schritt drauf, dem wir nur schwer folgen konnten. Vor allem die Hitze machte uns ordentlich zu schaffen. Der Wasserfall war letztendlich super schön. Am Ende der Wanderung verließ uns Bob aber dann ganz plötzlich - er meinte er fühle sich nicht gut und müsste ganz dringend schlafen gehen. Tja, wen wundert´s?

        "Betrunkener und bekiffter Guide"
        Hier beim Drehen seines Joints



        Fähre versäumt aufgrund eines Uhrzeit-Missverständnisses
        Tansania, Dezember 2015
        Ich war gerade mit meiner Reisebegleitung Alex am Viktoriasee. Wir wollten an diesem besagten Tag mit einer Fähre den See überqueren. Gleich in der Früh machten wir uns auf, um noch ein Ticket am Hafen zu ergattern - immerhin fuhr die Fähre nur zweimal pro Woche ab. Der nette Herr am Ticketschalter erklärte uns, dass wir um 8 Uhr am Hafen sein sollten, denn um 8:30 Uhr wäre Abfahrt. Wir schlossen daraus logischerweise, dass 20 Uhr gemeint sein musste, denn 8 Uhr morgens war schon vorbei. Als Alex und ich gegen 14:30 Uhr gerade gemütlich am See in der Sonne relaxten, sahen wir plötzlich wie die Fähre abfuhr. Das kam uns äußerst seltsam vor. Wir fragten den Besitzer unserer Unterkunft nach dem Grund. Wie wir erfahren mussten, hat es sich tatsächlich um unsere Fähre gehandelt. Viele Einheimische in Tansania würden wohl in der "Swahili-Zeit" reden. In der Swahili-Zeit beginnt der der Tag mit dem Sonnenaufgang um 7 Uhr morgens - da Tansania am Äquator liegt, ist dieser das ganze Jahr zur exakt selben Uhrzeit. Der Sonnenaufgang ist die Stunde 1. Acht Uhr ist demzufolge 14 Uhr. Dieses Missverständnis bescherte uns weitere zwei Tage in dem Küstenörtchen, da wir ja auf die nächste Fähre warten mussten.

        "Fähre versäumt"
        Hier am Bild: die Fähre, die ohne uns davongefahren ist



        Begegnung mit der grünen Mamba
        Uganda, November 2015
        Es war noch relativ am Anfang meiner Reise, als ich mich in einem Regenwald in Uganda total verlaufen hatte. Als wäre das nicht genug, sah ich plötzlich vor mir auf einem Ast eine 1,5 m lange  giftgrüne Schlange, die mir direkt in die Augen schaute. Ich war wie versteinert vor Schreck. Ungewöhnlich langsam verschwand das Biest dann in der Baumkrone. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Reptil mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine grüne Mamba. Den genauen Bericht dazu könnt ihr =>HIER<= nachlesen.




        Montag, 1. Juni 2026



        Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass ich verdammt gerne esse - vor allem Unbekanntes ;) Ich liebe es verrückte Mahlzeiten auszuprobieren und bin dabei relativ wagemutig - würde ich jetzt einfach so behaupten.

        Warnung: Nichts für sanfte Gemüter!

        Hier eine kleine Zusammenfassung meiner kulinarischen Abenteuer auf Reisen: 


        Seeigel in Neuseeland

        In Neuseeland im Pelorus Sound habe ich zum ersten Mal im Leben Seeigel gegessen - roh! Dazu bin ich mit dem Kajak die Küste entlang gerudert und habe die stacheligen Meeresbewohner gesammelt. Meine Gastgeberin hat mir dann gezeigt wie man sie aufarbeitet: Mit einem Messer in der Mitte durchschneiden und alles herausnehmen, bis auf die orangefarbenen Gonaden ( = Sexualorgane). Diese pult man zu allerletzt heraus und kann sie auch gleich essen. Dazu trinkt man hier traditionellerweise ein kaltes Bier. Viel Essbares ist an den Tieren auf alle Fälle nicht dran. Geschmacklich ganz lecker - wie süße Meeresfrüchte. Die Konsistenz würde ich als cremig bezeichnen.

        Die orangefarbenen Gonaden sind der essbare Teil des Seeigels

        Possum in Neuseeland

        Während einer 2-tägigen Wanderung im Kaweka Forest habe ich gemeinsam mit meinem Couchsurfing Gastgeber John ein selbsterlegtes Possum gegessen. Man muss dazu sagen, dass diese Tiere in Neuseeland eine richtige Plage sind. Sie wurden ursprünglich aus Australien eingeschleppt und haben sich dann hier hemmungslos vermehrt. Die Neuseeländer betrachten die Possums somit als Schädlinge, aber komischerweise wollen sie sie trotzdem nicht essen. Stattdessen werden sie aber zu Hundefutter verarbeitet. Vielleicht liegt es auch daran, dass einige der Tiere mit Tuberkulose infiziert sind, was aber nach dem Erhitzen des Fleisches kein Problem mehr darstellen sollte. Es war nicht allzu schwer John zu überreden ein Possum zu erlegen. Leider tappte das Tier  nicht wie erhofft in unsere Falle, also beschloss mein Gastgeber es eigenhändig mit einem Holzknüppel zu erschlagen, was ihm auch gelang. Wir arbeiteten es mitten in der Nacht noch auf und ließen es bis zum Morgen aushängen. Am Abend machten wir uns dann daran unser selbst erlegtes Mahl im Gaskocher zuzubereiten. Der Geruch war irgendwie nicht sonderlich vielversprechend. Als wir es dann schließlich probierten, wurde uns klar: es schmeckte genauso grauenhaft, wie es gerochen hat. John musste sich beinahe übergeben. Es blieb also nur bei einer kleinen Kostprobe. Im Nachhinein kamen wir zu dem Entschluss, dass wir wohl bei der Aufarbeitung des Tieres einen Fehler gemacht hatten. Wahrscheinlich haben wir in die Duftdrüse des Possums geschnitten, was den unangenehmen Geschmack verursachte. Beim nächsten Mal wissen wir es auf alle Fälle besser ;)


        Entenembryo auf den Philippinen

        Die Delikatesse heißt Balut. Es handelt sich dabei um ein angebrütetes, gekochtes Enten- oder Hühnerei. Im Schnitt sind die Eier etwa 19 Tage alt, wenn sie gegessen werden. Im Inneren steckt also ein Vogelembryo. An einem Straßenstand wurden wir fündig. Anthony - eine Couchsurfing Bekanntschaft - führte mir genau vor, wie man das Ding essen sollte. Schon beim Zuschauen wurde mir leicht schlecht, obwohl ich in Sachen Essen wirklich sehr abgehärtet bin. Anthony verglich den Embryo mit einem Baby-Dinosaurier. Ja, das könnte vielleicht hinkommen. Nun war ich an der Reihe. Zuerst startet man mit dem gelben Teil, also dem Dotter, welcher auch ungefähr so schmeckt, nur bereits etwas härter ist. Dann kommt der Embryo. Gespannt und leicht schmunzelnd beobachteten die zwei Männer meinen Gesichtsausdruck. Das Ding sah tatsächlich schon aus wie ein kleines Küken. Man erkannte bereits deutlich den Kopf und den Schnabel. Es ließ sich aber erstaunlich leicht kauen, da selbst die Knochen noch weich sind. Im Nachhinein kann ich gar nicht viel zum Geschmack sagen, da man recht viel Essig darüber kippt, was dann der vorherrschende Geschmack ist (vielleicht auch besser so). Nach diesem kleinen Abenteuer beschloss ich, dass das eindeutig ein einmaliges Erlebnis gewesen ist. 

        "Balut", eine philippinische Delikatesse

        Elch und Rentier in Schweden

        Elch und Rentier würden vielleicht viele nicht unbedingt als "kulinarisches Abenteuer" bezeichnen, dennoch war es für mich etwas ganz Besonderes und stand auf meiner To-Do-Liste für Schweden ganz oben. Beide Tiere habe ich in Form eines Burgers verdrückt. Den Elch gab es in einem traditionellen, schwedischen Gasthaus - erinnerte mich irgendwie an eine österreichische Apres-Ski Hütte - mit Preiselbeermarmelade, Pilzsauce und Kartoffelspalten. Ein Traum! Den Rentier-Burger haben wir selbst gemacht. Wir bekamen nämlich 16 kg Rentierfleisch von einem benachbarten Sami, welches dann einen ganzen Nachmittag über verarbeitet wurde. Im Prinzip war der Burger nicht so schlecht, doch ein kleines Missgeschick trübte das Vergnügen etwas: Wir haben nämlich unabsichtlich ein faules Ei in die Hackfleischmasse geschlagen und es leider zu spät bemerkt. Wir versuchten das Unding zwar wieder vollständig herauszuholen, was uns aber wahrscheinlich nicht zu 100% gelang. Der Rentier-Burger wurde natürlich brav aufgegessen - wäre ja schade um das wertvolle Fleisch - aber der Gedanke an das faule Ei schwang die ganze Zeit etwas mit. Zum Glück hat niemand eine Magenverstimmung davongetragen ;)

        Matumbo in Kenia

        Dabei handelt es sich um die Gedärme und Mägen von einem Tier - meist Rind, Schaf oder Ziege. Ich konnte mich mit diesem Gericht nicht wirklich anfreunden, was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich gleich am Anfang beinahe traumatisiert davon wurde. Als ich in Kapkoi war, schlachtete mein Couchsurfing Gastgeber nämlich ein altes Schaf. Die Gedärme und der Magen wurden dann über Nacht in einen Topf mit Wasser gegeben, der dann genau in meinem Zimmer deponiert wurde. Das Ganz roch so penetrant nach einem Mix aus Schaf und Sch*****, dass mir beim Gedanken daran immer noch übel wird. Genauso schmeckt das Zeug dann auch im gekochten Zustand. Die nächsten Tage wurde dann wirklich jede Mahlzeit damit verfeinert - bzw für mich versaut *lach*. Die Kenianer lieben Matumbo tatsächlich - und das wirklich so gut wie alle die ich getroffen habe. Ich habe mir anstandshalber das eine oder andere Mal ein paar Bissen hinuntergewürgt, aber Gaumenfreude war es keine. 

        Matumbo (hier vom Rind) im ungekochten Zustand. Ich habe beim Auswaschen und Zerkleinern geholfen

        Mursik in Kenia

        Mursik ist eine traditionell fermentierte Milch der Kalenjin in Kenia. Milch wird in einer Kalebasse (= Gefäß, das aus einem Flaschenkürbis angefertigt) ist mit der Holzkohle von bestimmten Bäumen gemischt und dort für einige Tag stehen gelassen und somit fermentiert. Schmecken tut das Ganze gar nicht schlecht, so ähnlich wie Buttermilch würde ich es beschreiben. Manchmal wird dem fertigen Mursik noch ein bisschen frisches Blut hinzugemischt. Diese Variante habe ich jedoch nicht ausprobiert. 

        Mursik

        Grashüpfer in Uganda 

        Extrem lecker! Sie werden in einer Pfanne im eigenen Saft herausgebraten und etwas gesalzen. Außen knusprig, innen weich - ein Traum. Man erhält sie in der Grashüpfer-Saison überall am Straßenrand in kleinen Plastiksäckchen, bereits fertig zubereitet. 

        Frisches Ziegenblut in Tansania

        Eher gewöhnungsbedürftig, obwohl ich es mir eindeutig schlimmer vorgestellt habe. Der Massai-Stamm, bei dem ich wohnte, schlachtete am Morgen eine Ziege, indem sie dem lebenden Tier einfach den Kopf abtrennten. Das Blut, das aus dem Hals sprudelte wurde in einem Gefäß aufgefangen und immer schön umgerührt, damit es nicht zu stocken beginnt. Sie verfeinerten das Getränk mit etwas Milch und Salz. Man sollte es dann recht rasch trinken, denn mit der Zeit wird das Zeug gelleeartig, was ziemlich ekelhaft ist. Geschmacklich erstmals warm und salzig. Der Nachgeschmack ist metallisch.

        Ziegenblut in Tansania

        Raupen in Sambia

        Nicht mein Fall. Diese Dinger werden überall auf den Märkten in getrocknetem Zustand verkauft. Zu Hause legt man sie dann in Wasser ein, bis sie weich werden. Danach werden sie mit jeder Menge Fett frittiert. Ich probierte sie jedoch nur ein einziges Mal, vielleicht hatte ich bloß nicht den besten Koch.

        Getrocknete Raupen am Markt in Sambia

        Leguan in Honduras

        Sehr lecker. Geschmacklich würde ich es als eine Kreuzung aus Huhn und Fisch beschreiben. Wird teilweise auf den Märkten verkauft, obwohl es anscheinend illegal sei und gilt als Delikatesse. Ich erzählte meinem Couchsurfing Gastgeber von meiner Vorliebe für verrücktes Essen, er überraschte mich daraufhin eines Tages mit einem Leguan zum Frühstück.

        Lebende Muscheln in El Salvador

        Sehr lecker. Sie werden auf den lokalen Märkten in Meeresnähe verkauft und sind bei den Einheimischen sehr beliebt. Die lebenden Tierchen werden aus der Schale genommen und mit Limettensaft, Zwiebeln, Chili, Paprika und Salz verfeinert. Die Muscheln müssen sich noch bewegen, wenn man sie mit dem Limettensaft beträufelt, sonst sind sie schon alt. Es gibt in El Salvador mehr als genug Fischvergiftungen nach dem Vezehr dieser Dinger.

        Schildkröte in Kolumbien

        War absolut nicht mein Fall. Könnte aber auch daran liegen, dass das Tier schon sehr alt war. Das Fleisch war nämlich sehr zäh. Serviert wurden das in Würfel geschnittene Schildkrötenfleisch und die Leber mit Arepas. Wenige Stunden nach dem Genuss dieser Mahlzeit spielte mein Darm verrückt - ich verbrachte die ganze Nacht am WC. Schlussfolgerung: nicht empfehlenswert.

        Meerschweinchen in Ecuador & Peru

        Sehr lecker aber wenig dran. Das Tier bestand vorwiegend aus Haut - die aber ganz lecker knusprig war - und Knochen. In Ecuador bekam ich es mit leckerer Erdnusssauce serviert und in Peru mit pikanter Sauce - am besten geschmeckt hat es in Peru.  Auf alle Fälle empfehlenswert!

        Meerschweinchen

        Schafskopfsuppe in Peru

        Also dieses Gericht gehört eindeutig nicht zu meinen Lieblingsgerichten. Und das Schlimmste dran: Ich bekam die Suppe zum Frühstück serviert - mit einem halben Schafskopf drin. Die Haare waren vermutlich das Einzige, das entfernt wurde. Außerdem bestand das Ding bestand bloß aus aufgeweichter, ledriger Haut, einer Zunge, Mundschleimhaut mit ekelhaften Zotten dran und irgendwelchen Sehnen. Ich biss bloß ein Stück ab, doch das war bereits fast zu viel für meinen normalerweise doch recht widerstandsfähigen Magen. Dieses Gericht bekam ich übrigens in Puno am Titicacasee serviert.

        Schafskopfsuppe zum Frühstück

        Lama in Bolivien

        In Bolivien zählt Lama zu einem ganz normalen und auch beliebten Gericht. Ich habe es zum ersten Mal in der Stadt Oruro ausprobiert. Ich war etwas verwundert, über das Aussehen des Fleisches, es wird nämlich zuerst getrocknet und dann werden die Fleischfasern klitzeklein abgezupft. Diese werden dann in einer ordentlichen Portion Fett herausgebraten. Serviert wird das Ganze mit Mais, Käse, Karatoffeln, Ei und scharfer Sauce. Vom Geschmack her ähnelt das Lama vielleicht etwas dem Schafsfleisch. Ich fand das Gericht ganz lecker, bloß war es mir eine Spur zu deftig - das Fleisch trieft bloß so vom Fett. Das zweite Mal aß ich Lamafleisch vom Grill bei einer Lama-Opferungsfeier in Bolivien. Es war ganz lecker aber ziemlich zäh.



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