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Dienstag, 30. Oktober 2018

Besuch einer Schule in einem abgelegenem Dorf

By On Oktober 30, 2018

Ein Morgen in einer typisch afrikanischen Familie
Heute sollte es in eine Schule in einem abgelegenen Dorf gehen. Meddy hat diese gegründet. Er möchte sie uns gerne zeigen. Wir waren alle drei schon sehr gespannt. Als wir am Morgen erwachten waren die Kinder schon bei der Hausarbeit: Wäsche waschen - händisch versteht sich, Boden schrubben, kochen, usw. Meddys Mutter - eine richtige afrikanische "Big Mama" übrigens - und seine Schwester waren bereits am Markt zum Arbeiten. Währenddessen passen zu Hause die größeren Kinder auf die kleineren auf und schmeissen den Haushalt. So etwas wäre unvorstellbar bei uns zu Hause.


Sucran und Arafath




Frühstück...
Abgemacht war, dass Meddy um 9 Uhr bei uns ist. Er wohnt nämlich mit seiner Frau und weiteren Waisenkindern ein paar Häuser weiter. Zu meiner Verwunderung war er für afrikanische Verhältnisse fast pünktlich. Bereits um 10 Uhr tanzte er an. Er servierte uns noch Frühstück : Chapati und Tee, dann starteten wir in Richtung Schule.

... & dann auf in das Dorf Butagaya
Es war ein langer Weg dorthin. Zuerst ging es mit dem Boda Boda ein paar Dörfer weiter. Dort wollten wir die nächsten Wegstecke mit einem Matatu zurücklegen. Wir warteten sicher eine halbe Stunde am Straßenrand, doch leider waren die Busse alle bereits maßlos überfüllt.

Schlussendlich beschloß Meddy, dass wir einfach wieder ein Boda nehmen. Die Dörfer, die wir durchquerten, wirkten immer ländlicher. Am Ende wechselten wir nochmals das Boda. Die letzte Strecke bestand aus einem sehr holprigen Weg.
Vor den Lehmhäusern in den Dörfern, die wir durchquerten spielten überall kleine Kinder. Diese begannen wie außer sich vor Freude als uns sahen lautstark "Muzunguuu, Muzunguuuuu!!" zu schreien und winkten und mit strahlenden Gesichtern zu. Einige begannen vor Freude sogar Luftsprünge zu machen.

am Boda Boda mit Meddy und dem Fahrer



Im Dorf angekommen...
... gingen wir in Richtung Schule. Die Kinder hatten gerade Unterricht. Die Lehrerin kam heraus, um uns zu begrüssen. Dann bat Meddy uns in die Schulklasse. Wir dürften die Kids nun unterrichten. Darauf waren wir jetzt nicht vorbereitet. Zögerlich betraten wir den Klassenraum. Als ich sah, dass es sich nur um 10 - 15 Schüler handelte, atmete ich auf. Denn 100 Schüler in einer Klasse hier in Uganda sind keine Seltenheit. Es lief eigentlich alles ganz gut. Wir erzählten den Kindern, die alle zwischen 12 und 16 Jahren waren, ein wenig von unserem Heimatland Österreich und zeigten ihnen Bilder. Neugierig steckten sie ihre Köpfe zusammen, um begeistert in unsere Handys zu starren.

Jana beim Unterrichten

der Dorfbrunnen

das Wasser muss oft weite Strecken getragen werden 



Gebetsstunde in der Schule - was für ein Spektakel
Dann meinte einer der Jungs, dass sie jetzt dann Mittagspause hätten, sie vorher aber noch beten würden. Womit wir nicht rechneten war, dass sich dieses äußerst eindrucksvolle Schauspiel über eine Stunde lang zog. Zuerst begannen sie laut und mit Begeisterung zu singen und tantzen ausgelassen dazu. Wahnsinn, was für schöne kräftige Stimmen sie hatten. Dann begannen sie abwechselnd zu beten. Das bestand teilweise aus lautstarkem Schreien, auf die Knie fallen und weinen. Betroffen standen wir da. Wir wussten nicht richtig was da passiert. So etwas hatte selbst ich noch nicht erlebt. Jana wollte schon fast das Klassenzimmer verlassen, weil es ihr zu krass wurde. Am Ende beteten alle gleichzeitig monoton vor sich hin. Dann war es beendet.



Zu Tränen gerührt...
Sie hießen uns herzlich willkommen mit ihnen Mittag zu essen. Zur Feier des Tages gab es Posho mit Kohl und Bohnen.



Sie bedankten sich in Form einer Rede herzlich für unseren Besuch und fragten uns, ob wir ihre Schule unterstützen möchten. Anki, Jana und ich bersprachen uns kurz. Wir baten die Kinder uns eine Liste zu schreiben, mit Dingen, die sie dringend benötigen würden. Die Kinder setzten sich zusammen. Kurze Zeit später händigten sie uns die Liste. Als wir diese durchlasen waren wir zu Tränen gerührt.

So sah diese aus:
1. Feuerholz
2. Essen: Reis, Posho (=Maismehlbrei), Bohnen
3. Strom oder Licht (in Form von Solarpanels)
4. Unterkünfte (für die Waisenkinder)
5. Wir haben nicht genügend Lehrer für das nächste Jahr


diese Liste haben uns die Schüler geschrieben

Da wir es aufgrund von Zeitmangel nicht schaffen würden, die Dinge oder wenigstens einige davon zu organisieren, beschlossen wir sie mit einer Geldspende zu unterstützen. Die Lehrer und Schüler bedanken sich bei uns und versprachen uns mit Fotos am Laufenden darüber zu halten, was mit dem Geld passiert.


die Kinder beim Schreiben der Liste

die Kinder lernen mir den Wasserkanister wie eine echte Afrikanerin zu tragen

Jana spielt mit den Kindern ein Brettspiel mit Steinen und Holzstücken auf einem Blatt Papier



Am Abend fuhren wir noch auf einen Drink zu einer netten kleinen Bar direkt an Nil, ganz in der Nähe der Quelle des Nils.

am Nil 

so sahen unsere Füße am Ende dieses Tages aus


Was für ein aufregender Tag.!

PS: Wer Meddy in seinem Projekt in dieser Schule unterstützen möchte, kann sich hier die Webseite ansehen :
http://www.afsco.webnode.comhttp://www.afsco.webnode.com

Das ist die Bankdaten von Meddy:

Bankname: Bank of Africa
Account Name: African friends service communities (AFSCO).
Account Nummer: 03053590008
Branch: jinja
Country:Uganda
City: Jinja.
Swift code: AFRIUGKA

Montag, 29. Oktober 2018

Von Kampala zu Meddy und seiner Familie in Bugembe

By On Oktober 29, 2018

Mosquitos...
Mein Schlaf diese Nacht war etwas durchzogen. Mosquitos quälten mich in den frühen Morgenstunden. Aber eigentlich selber Schuld, ich hätte mich ja vor dem Schlafengehen noch mit dem Mückenspray einsprühen können. Daran dachte ich aber gestern nicht mehr. Meine Haut klebte am Morgen. Durch die feucht-warme Luft schwitzt man nämlich ordentlich.

Das Frühstück
Wir hatten richtig Lust auf Kaffee und WLAN wäre eigentlich auch nicht schlecht. Ich konnte mich an ein einfaches Hotel von damals erinnern, dort sollte es WLAN geben, wenn auch recht langsam.
Zum Entsetzen von Anki bestand der Kaffee mit Milch bloß aus einem großen Krug Milch und Instant-Kaffeepulver. Interessanterweise wird ja in Uganda sehr viel Kaffee angebaut, aber alles exportiert, somit findet man hier meist nur billiges Instantpulver. Da wir auch recht Hunger hatten studierten wir die Speisekarte. Wie sich jedoch herausstellte war so gut wie nichts davon verfügbar. Aber letztendlich bekamen wir einen leckeren Obstsalat. Dieser ließ aber auch ganz schön lange auf sich warten. Ja in Afrika ticken die Uhren eben anders.

Straßenverkäuferin

Auf nach Bugembe
Der heutige Plan war es zu Meddy und seiner Familie nach Bugembe zu fahren. Ich kenne ihn und seine Familie bereits von meiner vorherigen Reise. Meddy hat ein Schule in einem kleinen abgelegenem Dorf gegründet und kümmert sich um Waisenkinder. Er hat selbst 20 (!!!) davon aufgenommen.

Old Taxi Park in Kampala - Chaos pur
Um nach Bugembe zu kommen mussten wir erstmals mit einem Minibus zum "Old Taxi Park" in Kampala fahren. Dieser Busbahnhof gehört zu den gefährlichsten Pflastern in Kampala. Vor allem Taschendiebe treiben dort  ihr Unwesen. Es geht dort wirklich zu wie im wilden Westen: Laut brüllende Straßenverkäufer, Dreck, Müll, unendliche Menschenmassen, verschiedenste Gerüche, hupende Minibusse, Boda Bodas, die sich durchdrängen, usw - kurz: ein heilloses Durcheinander. Ich gab Anki und Jana noch den Tipp ihre Handtaschen festzuhalten. Kurze Zeit später redete uns sogar noch eine nette einheimische Frau darauf an, dass wir unbedingt auf unsere Sachen aufpassen sollten.

Old Taxi Park in Kampala 




Wie ihr euch vorstellen könnt ist es gar nicht so einfach in dem Chaos den richtigen Minibus zu finden. Nachdem wir uns mit Rolex (= Chapati mit Ei - Zwiebel - Tomaten - Kraut - Füllung) und Chpati (= Flade aus Mehl und Wasser) versorgt hatten, fanden wir zum Glück schon recht bald das richtige Matatu.

In Bugembe angekommen
Die Fahrt nach Bugembe zog sich etwas. Dort angekommen versuchten wir mit den Boda Fahrern einen guten Preis zu Meddy Haus auszuhandeln. Leider erfolglos. Meddy sagte uns eigentlich im Vorhinein was es kosten darf, doch wir hatten diesmal kein Glück. Statt 1.000 USH zahlten wir schlussendlich 1.500 USH pro Person (Anmerkung : ca 4.200 USH = 1 Euro). Ich gab ihnen die Wegbeschreibung von Meddy. Es war mittlerweile schon stockdunkel. Die Fahrer luden uns am Ende irgendeiner dunklen Straßen ab. Ich war mir nicht sicher, ob wir hier richtig sind. Ein paar Kinder liefen an uns vorbei und schienen sich herrlich darüber zu amüsieren, dass wir drei Muzungus hier so hilflos herumstehen. Na toll. Aber schon kurz darauf öffnete sich die Tür eines Tors und Meddy kam heraus. Gott sei Dank!

Angekommen in einer richtigen afrikanischen Großfamilie
Als wir den großen Garten mit dem riesigen Mangobaum, dem Papayabaum, dem Kuhstall und all den fröhlich spielenden Kindern betraten, war mir alles plötzlich wieder so vertraut. Wir wurden herzlich empfangen von Meddys Mutter, seiner Schwester und all den Kindern. Darunter Waisenkinder und die Kinder der zwei Schwestern von Meddy. Ich fühlte mich gleich wie in meinen zweiten Zuhause in Afrika. Wunderschön. Sogar die drei Waisenjungs von damals waren noch da und konnten sich an mich erinnern. Sie waren restlos begeistert, dass ich die Fotos von damals noch am Handy habe.

Der Abend bestand aus Herumtollen mit den Kleinen inklusive herzerreißendem Kinderlachen. Auch Anki und Jana schienen nun als würden sich nun richtig in Afrika angekommen fühlen.






Sonntag, 28. Oktober 2018

Der erste Tag...

By On Oktober 28, 2018

Schönes Erwachen
Brenda verließ uns am späten Vormittag. Während wir schliefen hat sie uns ein Frühstück gezaubert und liebevoll hergerichtet. Das Ganze sah zwar irgendwie aus als ob es schon einmal jemand gegessen hätte, schmeckte aber erstaunlicherweise gut. Es gab frischen Maracujasaft, Tee, Avocado und einen Eintopf der unter anderem Matoke (= Kochbananen) enthielt. Wir waren sehr gerührt über die afrikanische Gastfreundschaft. Schade nur, dass sie so früh weg musste.

auch Hausarbeit muss sein ;) 




Die Sache mit der SIM-Karte
Nach diesem herzhaften Frühstück beschlossen wir einen erneuten Versuch zu starten, meine SIM-Karte irgendwie zu aktivieren. Nach langem Suchen fanden wir so etwas wie ein Fachgeschäft - mehr oder weniger zumindest. Die Dame dort begann mir zu erklären, dass ich wohl noch irgedeine Internetsteuer zahlen müsste... (???). Na gut, wenns dann wenigstens funktioniert. Das zog sich natürlich wieder alles in sehr die Länge. Schlussendlich hat sie mir versichert, dass nun alles funktionieren sollte und auch 5 GB Internet drauf seien. Im ersten Moment schien es auch so, dass es funktionierte. Mittlerweile war es schon 15 Uhr.

Weiter in die Hauptstadt Ugandas - nach Kampala
Der Plan für heute war es zu Ritah nach Kampala zu fahren. Brenda trafen wir leider nicht mehr.


weiter geht es nach Kampala 




Die Fahrt nach Kampala verlief problemlos ohne gröbere Zwischenfälle. Anki stellte ihre mittlerweile schon gar nicht mehr so schlechten Englischkenntnisse mit Begeisterung unter Beweis, indem sie sich hervorragend mit unserem Fahrer unterhielt.

Ritah war leider nicht zu Hause, aber sie hinterließ uns ihren Haustürschlüssel beim Sicherheitswachtmann ihrer Wohnung. Ziemlich heiß und schwül hier. Und hungrig waren wir auch. Cathy, eine Couchsurfing Gastgeberin von meiner ersten Uganda Reise, fragte uns ob wir mitkommen äthiopisch essen. Natürlich, immerhin war uns allen äthiopisches Essen unbekannt.



Im Matatu



Kampala bei Nacht
Nach dem Essen überkam uns dann doch recht starke Müdigkeit. Cathy verließ uns auch wieder. Eigentlich wollten wir Ritah auf einer Halloween Party treffen, doch diese wäre am anderen Ende der Stadt. 

Äthiopisches Essen

Wir beschlossen einfach hier in der Gegend eine Bar zu besuchen. So was richtig stimmungsvolles fanden wir zwar nicht, aber ein paar Bier wurden es trotzdem.
Anki wollte dann in ihrer, nennen wir es mal 'heiteren Stimmung', unbedingt eines der vorbeifahrenden Autos überreden uns heimzubringen - und das um etwa Mitternacht mitten in Kampala . Leider - oder vielleicht eher zum Glück - war sie dabei erfolglos. Da aus unerklärlichen Gründen plötzlich mein Internet am Handy nicht mehr funktionierte, konnte ich uns bedauerlicherweise kein sicheres Taxi rufen. Nach einigen missglückten Preisverhandlungen mit Taxifahrern, beschlossen wir einfach ein Boda-Boda (= Mopedtaxi) zu nehmen, obwohl man das nachts ja eigentlich keinesfalls tun sollte. 

Aber in solches Situationen vertraue ich dann immer ganz stark auf mein Bauchgefühl, das mich eigentlich noch nie im Stich gelassen hat. Ich schnappte mir einen Boda Fahrer und Jana und Anki gemeinsam auf ein anderes. Mein Boda Fahrer war ein äußerst sympathischer Kerl und wir unterhielten uns angeregt auf der Heimfahrt über Gott und die Welt. Sicher brachten uns die Fahrer dorthin wo ich es ihnen ansagte. Leider konnten wir uns nicht mehr so ganz genau erinnern, wo die Wohnung von Ritah ist. Wir irrten also mit recht heiterer Stimmung durch die Gassen, auf der Suche nach Anhaltspunkten. Okay, das war nun vielleicht wirklich etwas leichtsinnig, also bitte nicht nachmachen. Aber ich bin ja immer noch der Meinung, dass Leute, die positiv denken viel weniger Unheil anziehen, als welche die immer gleich vom Schlimmsten ausgehen.

Wir kamen tatsächlich irgendwann heil zu Hause an und fielen todmüde ins Bett.

What a day!!


Ein "Nile" Bier


Samstag, 27. Oktober 2018

Angekommen im Herzen Afrikas mit den ersten Geduldsproben

By On Oktober 27, 2018

Los geht's
Gestern frühmorgens startete unsere Reise. Ich stieg in Basel ins Flugzeug und Anki und Jana in München. Beim Stopover in Istanbul kamen wir dann zusammen.



Und heute um etwa 3 Uhr morgens sind wir endlich in Uganda gelandet. Leicht übermüdet, aber trotzdem überglücklich und voller Vorfreude auf nächsten 14 Tage.

Als ich die ersten Schritte auf den ugandischen Boden setzte kamen alte Erinnerungen hoch. Im September 2015 habe ich mich ganz alleine in das Abenteuer "Open-End Weltreise" geschmissen. Unglaublich wie leichtsinnig  und zum Teil naiv ich diese Sache damals angegangen bin. Aber ich denke genau das hat die Reise für mich zu diesem wundervollen Erlebnis gemacht. Ohne Plan aber mit sehr viel Vertrauen, dass alles gut gehn wird. Da sieht man wieder mal, was positives Denken alles bewirken kann.

Am Flughafen suchten wir gleich einen Shop um eine ugandische Simkarte fürs Handy zu kaufen. Bis jetzt lief eigentlich alles verwunderlich komplikationslos. Das Visum bekamen wir problemlos und der Geldautomat spuckte nach einigen Versuchen auch ein paar Scheinchen aus.

1. Geduldsprobe - Ugandische Simkarte
Doch nun sollte es vorbei sein mit unserem Glück, denn das Ganze stellte sich als erste große Geduldsprobe heraus. Über zwei Stunden hat es den wirklich äußerst freundlichen Ugander gekostet, es zu versuchen unsere neuen SIM Karten zu aktivieren. Bei Anki gelang es ihm schlussendlich, bei mir leider nicht. Da meine Geduld aber aufgrund des Schlafmangels bereits zu Ende ging, beschloss ich diese Mission auf den nächsten Tag zu verschieben.

auf harter Geduldsprobe


2. Geduldsprobe - Taxi
Weiter ging es dann mit einem kleinen "Taxi Problem". Brenda meinte wir sollten die Taxify App benutzen, doch das schien dann etwas kompliziert, da ja auf meinem Handy kein Internet funktionierte und Anki die App nicht hatte. Also versuchte uns Brenda eins zu bestellen. Die am Flughafen sind nämlich prinzipiell zu teuer. Das Ganze zog sich aus verschiedenen Gründen wieder eine ganze Ewigkeit hin. 

Schlussendlich laberte uns ein eigentlich ganz freundlich aussehender Ugander namens Patrick an. Er wäre ein Taxifahrer, der für das Sheraton Hotel in Kampala arbeiten würde. Da er sowieso gerade auf den Weg dahin wäre, und unser Ziel auf der Strecke liegt, könnte er uns für einen guten Preis mitnehmen. Bloß über den guten Preis wurden wir uns nicht so schnell einig. Das endete dann damit, dass er mit Brenda telefonierte. Sie erklärte ihm wo sie wohnt. Aber mit dem Preis waren wir leider immer noch auf keinen grünen Punkt gekommen. Er telefonierte wieder mit Brenda. Plötzlich kamen andere Taxifahrer an, und begannen den unsrigen lautstark zu beschimpfen. Er wäre ein illegaler Taxifahrer, da er keine Lizenz habe und wir sollten keinesfalls mit ihm mitfahren, sonst wären wir selbst Schuld, wenn uns was passiert. Das Spektakel endete damit, dass dann auch noch ein Polizist hinzukam. Ich konnte nicht anders, als lachen anzufangen. Was für ein filmreifes Szenario.

Zudem waren wir so unendlich müde und wollten eigentlich nur noch schlafen. Mir tat Patrick mittlerweile echt leid. Mein Bauchgefühl sagte mir irgendwie, dass wir ihn vertrauen können. Und wenn wir mit ihm jetzt nicht losfahren, dann kommen wir hier wohl noch ewig nicht weg. Ich fragte Patrick nochmal, ob 20. 000 USH für ihn okay wären. Er nickte. Wir folgten ihm also, ganz zur Verärgerung der anderen. Patrick war sehr gesprächig und wir hatten einige ganz witzige Gespräche. Er telefonierte auf der Fahrt noch 3-4 mal mit Brenda, um sicherzugehen, dass sie auch da ist und dass er uns an den richtigen Ort bringt.

Brenda erwartete uns bereits mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die Arme ist extra wegen uns um 3 Uhr morgens aufgestanden. Mittlerweile war es übrigens halb sieben. Unglaublich. Brenda's Zuhause ist eine nette Ein-Zimmer Wohnung in einer sehr authentischen Nachbarschaft - Hühner gackterten über die Straßen und die Einheimischen begaben sich bereits in die Arbeit. 



Wir fielen übermüde in ihr gemütliches Bett.

... und da schnarchen sie 😉


Was für eine Ankunft in Uganda! 

Ich sage da nur - > TIA - This is Africa.


Donnerstag, 25. Oktober 2018

Zurück zum Anfang...

By On Oktober 25, 2018

... dahin wo alles begann. In das Land, wo vor etwa drei Jahren mein Reisefieber so richtig entfacht ist. In das Land, in dem ich mein Herz so richtig an Afrika verlor. Nach Uganda! 



... dahin wo alles begann. In das Land, wo vor etwa drei Jahren mein Reisefieber so richtig entfacht ist. In das Land, in dem ich mein Herz so richtig an Afrika verlor. Nach Uganda!
 ich mit der Schulklasse in Bugembe, die ich im Jahr 2015 in Englisch unterrichtete



Morgen früh geht es los. Diesmal leider nicht Open-End, sondern nur für zwei Wochen. Dafür begleiten mich zwei Freundinnen: Anki (sie besuchte mich damals ein ganzes Monat in Kolumbien) und ihre Schwester Jana.

Ich trete die Reise ehrlich gesagt mit ein wenig gemischten Gefühlen an. Zum einen, weil zwei Wochen einfach sehr kurz sind, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich eigentlich ein absoluter Befürworter des "langsamen Reisens" bin, da man sich so viel besser auf die Kultur eines Landes einlassen kann. Und zum anderen muss man bei zwei Wochen ja doch fast einen ungefähren Plan erstellen, wohin es gehen soll - und das  mach ich normalerweise auch nicht so gern. Aber trotzdem ist da auf der anderen Seite ohne Frage die unglaubliche Vorfreude und Aufregung. Wie wird es wohl sein, wieder das Land zu betreten, in das ich im September 2015 reiste, ohne nur ein Fünkchen Ahnung davon zu haben, was mich dort erwarten wird, geschweige denn, wie lange ich verreisen werde? Ich bin schon außerordentlich gespannt. Und natürlich freue ich mich auch unendlich, ein paar bekannte Gesichter dort wieder zu treffen. Immerhin habe ich in Uganda tatsächlich ein paar Freunde fürs Leben gefunden.

Ich werde also versuchen, euch wieder ein wenig auf dem Laufenden zu halten, über unsere Erlebnisse in diesem wunderbaren Land und selbstverständlich jede Menge Bilder posten.


Der ungefähre Plan
Starten werden wir die Reise in dem Städtchen Entebbe, dort kommen wir nämlich am Samstag um 3 Uhr morgens an. Ich habe uns eine Couchsurfing Gastgeberin ausfindig gemacht, bei der wir dann noch ein paar Stunden schlafen können.

... dahin wo alles begann. In das Land, wo vor etwa drei Jahren mein Reisefieber so richtig entfacht ist. In das Land, in dem ich mein Herz so richtig an Afrika verlor. Nach Uganda!
Busbahnhof in der Hauptstadt Kampala


Weiter wird es dann am Samstag Mittag in Richtung Kampala, der Hauptstadt Ugandas, gehen. Dort werden wir bei Ritah unterkommen. Sie war damals eine meiner Couchsurfing Gastgeberinnen und wird verstanden uns super. Der Kontakt zwischen uns ist nie richtig abgerissen. Wenn wir fit genug sind, werden wir uns dann noch in das Nachtleben von Kampala eintauchen, denn ich finde das sollten meine beiden Freundinnen unbedingt einmal miterlebt haben. Nirgends auf der Welt habe ich so tolle Parties und Festivals mit dermaßen genialer Stimmung erlebt wie dort.

... dahin wo alles begann. In das Land, wo vor etwa drei Jahren mein Reisefieber so richtig entfacht ist. In das Land, in dem ich mein Herz so richtig an Afrika verlor. Nach Uganda!
Yoshi, Nathy, ich und Ritah beim Ausgehen in Kampala


Danach möchten wir weiter nach  Bugembe zu Meddy. Wer meinen Blog von Anfang an mitverfolgt hat, kann sich vielleicht noch erinnern, dass ich damals bei ihm, seiner Mutter und den drei Waisenjungs einige Tage - ich glaube es waren sogar fast zwei Wochen - wohnte und nebenbei in einer kleinen Schule unterrichtete. Besonders gespannt bin ich, wie es den Waisenjungs geht, denn die drei haben mein Herz erobert.

Dann werden wir in Richtung Sipi weiterreisen. Die Gegend dort ist herrlich zum Wandern, unter anderem aufgrund der imposanten Wasserfälle und der vielen Chamäleons.

... dahin wo alles begann. In das Land, wo vor etwa drei Jahren mein Reisefieber so richtig entfacht ist. In das Land, in dem ich mein Herz so richtig an Afrika verlor. Nach Uganda!
Sipi


Von dort aus, sollte es dann weiter gehen in eine sehr abgeschiedene Gegend. Aber genau das macht sie für mich so spannend. Es sollte in die Karamoja Region gehen. Ich war selbst noch nie dort und habe auch im Internet nur sehr wenig Information gefunden - touristisch also so gut wie gar nicht erschlossen. Das hört sich auf alle Fälle nach einem Abenteuer, so wie ich es liebe, an. Ich hoffe nur, dass wir dort irgendwie mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Autostopp hinkommen können. Die Straßen sollten wohl sehr schlecht sein. Als Ziel hätte ich den Ort Nakapiripirit herausgesucht. Dort lebt der sogenannte "Karamoja Stamm", welcher sehr den wohl etwas bekannteren Massai ähnelt. Sie sind ein halbnomadisches Hirtenvolk, die im trockenen Nordosten von Uganda leben. Ich bin schon sehr gespannt, ob wir es bis dort hin schaffen und wie wohl die Lebensbedingungen dort sein werden, also ob Strom gibt usw.

Von Nakapiripirit aus, würden wir gerne den Mount Kadam besteigen. Mit seinen 3.063 m ist er einer der höchsten vulkanischen Berge in er Karamoja Region. Die Besteigung dauert etwa zwei Tage. Aber wie gesagt, konnte ich weder in Reiseführern noch im Internet viel Info finden, deshalb bin ich ausserordentlich gespannt, ob dieser Plan so aufgehen wird.


TIA - This is Africa

Und da ja bekanntlich in Ostafrika die Dinge nie so kommen wie geplant und schon gar nicht pünktlich, war´s das erstmals mit dem groben Programm. Vermutlich wird uns dieses ganze Vorhaben eh schon die kompletten zwei Wochen ausfüllen, aber ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten, wie dann wirklich alles kommt. Denn wie sagen die Afrikaner immer: "TIA - This is Africa", was heißen sollte, dass man sich nicht wundern sollte, wenn Dinge hier ganz anders laufen, also wie wir europäischen "Planungsfanatiker" es uns oft vorstellen ;)

Reisen werden wir - wie immer - im sehr abenteuerlichen Stil, das heißt: Couchsurfing, Trampen, öffentliche Verkehrsmittel, Campen und natürlich Low-Budget.


Jetzt werde ich kurz nochmal meinen Rucksack durchschauen, ob ich eh nix vergessen habe. Und morgen geht´s dann in aller Herrgottsfrüh los: Mit dem Zug zum Flughafen in Basel. Dann weiter nach Istanbul. Dort stoße ich dann - hoffentlich - auf Anki und Jana. Von dort aus geht´s dann mit dem selben Flugzeug nach Uganda. Ich kann es noch gar nicht glauben, meine Vorfreude ist einfach riesig!!



Also dann bis bald :)

Eure Michi



PS: @ Anki & Jana: Wir sehen uns morgen in Istanbul ;)







Samstag, 15. September 2018

Jungfrau Marathon 2018

By On September 15, 2018


Wahrscheinlich hat sich jeder schon mal darüber Gedanken gemacht, welche zehn oder vielleicht sogar 100 Dinge man im Leben einmal getan haben sollte. Bei mir stand auf dieser Liste auf alle Fälle ganz oben "einmal einen Marathon laufen". Das Laufen gehört ja schon seit Längerem neben dem Bergsteigen zu meinen Lieblingshobbies. Bereits in der Grundschule war ich bei den Laufwettkämpfen immer vorne dabei und hatte auch großen Spaß daran. Vor einigen Jahren war ich dann beim Salzburg Halbmarathon dabei und war sehr überrascht, dass ich ohne viel Training eine gar nicht so schlechte Zeit  lief. Und nun bin ich tatsächlich meinen allerersten richtigen Marathon gelaufen - und das gleich mit 1.800 Höhenmetern: den Jungfrau Marathon in der Schweiz. Ich glaube das Lauffieber hat mich nun richtig gepackt...




Wie es dazu kam...
Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz freiwillig zu diesem Vergnügen kam. Mein ehrenwerter Papi hat mir schlicht und einfach zu meinem 30. Geburtstag einen Startplatz für den Jungfrau Marathon geschenkt *lach*. Aber er kennt mich ja gut genug und wusste, dass für mich so etwas eine absolut willkommene Herausforderung sein wird. Zudem war die Anmeldung zum Marathon bereits im Februar diesen Jahres - ich hatte also noch ausreichend Zeit zum Trainieren.


Mein Papi und ich kurz vor dem Start

Das Training
Ehrgeizig wie ich bin, begann ich auch gleich ordentlich zu trainieren. Das gestaltete sich anfangs nicht ganz komplikationslos. Immerhin ist es gar nicht so gut, gleich von null auf hundert voll durchzustarten. Das wurde mir dann durch ein wochenlang schmerzendes Knie-Seitenband und eine beleidigte Achillessehne ganz deutlich aufgezeigt. Aber ich ließ mich davon nicht lange abhalten. Nach einer fast ein-monatigen Laufpause, in der ich ein ganz tolles Marathon Buch zur Motivation gelesen hatte, startete ich dann langsam wieder mit dem Training und begann nun auch mehr Krafttraining und Stretching einzubauen.

Im Endeffekt war die Trainingszeit geprägt von sehr vielen Auf und Ab´s, aber ich denke das muss auch genau so sein. Im letzten Monat vor dem Marathon bekam ich dann so richtig Stress und begann meinen Laufumfang ordentlich zu steigern und auch auf meine Ernährung mehr zu achten. Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich wollte da auf irgendeine neue Bestzeit hintrainieren. Mein einziges Ziel war es im vorgegeben Zeitrahmen das Ziel zu erreichen. Und das ist bei dieser Strecke und dem doch recht knappen Zeitrahmen schon eine ordentliche Herausforderung, vor allem wenn es sich um den ersten Marathon handelt.

Ich muss noch erwähnen, dass natürlich auch mein Papa beim Marathon angemeldet war. Zudem konnte ich noch meine Freundin Anki und meinen Kumpel Werner überreden mitzumachen. Und die drei waren auch ein riesengroßer Ansporn für mich. Werner hat eine eigene kleine Firma und Anki hat bereits eine Familie, von daher wusste ich, dass es für sie noch um einiges härter sein wird, Zeit zum Trainieren zu finden. Wir motivierten uns aber stets gegenseitig indem wir unsere Laufeinheiten auf Strava oder Runtastic teilten. Immer wenn ich sah, dass einer von ihnen einen langen Lauf hinlegte, motivierte mich das umso mehr, sie gleich wieder zu übertrumpfen *lach*. Und natürlich ermunterten wir uns gegenseitig in unseren Down-Phasen weiter zu machen.


Der Tag X
Nun war es soweit. Der sozusagene Tag X stand vor der Tür. Meine Familie und Freunde aus Österreich reisten am Vortag an. Wir waren alle ordentlich nervös. Die Nacht davor war ich von schrecklichen Kopfschmerzen geplagt. Keine Ahnung woher die plötzlich kamen, so etwas habe ich nämlich normalerweise nie - wahrscheinlich war es tatsächlich bloß die Aufregung. Besonders gut geschlafen habe ich auch nicht. Man muss auch dazu sagen, dass in der Nacht sieben Leute in meiner Ein-Zimmer-Wohnung schliefen.

Nach einem kurzen Frühstück (für mich gab es Kartoffeln mit Salz) begaben wir uns nach Interlaken. Dort war der Start. Unglaublich was da in dem kleinen Örtchen plötzlich los war. Über 4.000 Starter und noch viel mehr Zuschauer. Plötzlich wurde ich richtig nervös. Im Minutentakt musste ich auf die Toilette. Vor den Dixi Klos standen bereits ewig lange Menschenschlangen an. Mit ganz viel Glück konnten wir uns in ein schönes kleines Hotel schwindeln und verbrachten dann die Zeit bis zum Start dort. Immerhin hatten wir es da schön warm und konnten unserem ständigen Harndrang gut nachgehen ;)


Der Lauf
Dann ging es in letzter Minute zur Startaufstellung. Leute, ich sag´s euch, das Feeling war unglaublich. Immerhin drehte sich mein ganzes Jahr 2018 um genau diesen Tag und diesen Marathon, der nun in wenigen Sekunden starten sollte. Genau das wurde mir immer mehr bewusst. Mein Herz raste. Wir umarmten uns alle nochmals ganz fest und wünschten uns viel Glück.

Mein Papa, ich, Anki und Werner in der Startaufstellung


Nun ging es los. Plötzlich begann sich die Masse zu bewegen, und das auch noch ziemlich schnell. Ich bemerkte das anfangs gar nicht. Erst als Anki mir das aktuelle Tempo sagte, wurde mir klar, dass wir einen ordentlichen Speed hinlegten. Ich versuchte nicht zu schnell zu laufen. Aus irgendeinem Grund sind bei mir die ersten 5-10 km sowieso immer eher zäh. Wenn ich dann mal warm bin geht´s  meistens um Einiges besser.

Irgendwann waren Anki und Werner vorne, mein Papi und ich weiter hinten. Das störte mich aber nicht. Nachdem wir das Örtchen Bönigen passierten, musste ich schon wieder pinkeln. Ich machte keine große Sache draus und ging einfach schnell hinter einen Busch.

Ich war immer noch mega aufgeregt. Aber ich merkte, dass ich kontinuierlich Leute überholte. Irgendwann bei Lauterbrunnen, traf ich dann wieder auf Werner. Ich freute mich unglaublich, nach über 20 Kilometern ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich sprühte nun förmlich vor Energie. Nach einem kurzen Plausch überholte ich ihn. Kurz vor der steilsten Steigung des Laufes, also unter Wengen, traf ich dann auch noch auf Anki. Sie wirkte etwas gequält und klagte über Übelkeit. Wir liefen ein Stück gemeinsam. Ich war immer noch überraschend energiegeladen und überholte auch sie irgendwann.



Dann meldete sich plötzlich mein Knie-Aussenband. Kurzzeitig brach eine Welt für mich zusammen. Ja, ich glaube ich hätte fast zu heulen begonnen. Ich hatte so unendlich viel Energie und war so adrenalingeladen. Aber ich wusste, dass mir dieses blöde Seitenband alles zunichte machen konnte. Bei der nächsten Massage-Station ließ ich mich etwas massieren und bettelte die Physiotherapeutin an, mir ein Schmerzmittel zu geben. Sie weigerte sich. Wenn es weh tue sollte ich doch aufhören, das sei ein Zeichen des Körpers. Na gut, sie hatte nicht ganz unrecht, aber heute an diesem speziellen Tag würde ich niemals einfach so aufhören. Es ging weiter. Ich überholte immer noch fortwährend Leute. Das war teilweise gar nicht so einfach, da der Weg zu schmal war. Mein Außenband tat kontinuierlich weh, aber es wurde zum Glück nicht mehr.



Mein Papa hat mich schon vorgewarnt, dass ab etwa Kilometer 35 der "Mann mit dem Hammer" kommen wird, was heißen sollte, dass es dann richtig zäh wird und man sich  mit Aufgebens-Gedanken herumschlagen muss. Ich wartete auf diesen Mann vergeblich. Die Kilometer zogen nur so vorbei an mir. Ich fühlte mich fast wie Super-Woman. Überall waren Menschen, die anfeuerten. Es war einfach alles perfekt. Als dann der Single Trail begann, war ein Überholen schlichtweg unmöglich. Das nervte mich zwar kurz, aber die atemberaubende Gegend, die Eiger-Nordwand vor der Nase und das absolut perfekte Wetter machten alles wieder gut. Kurz vor Kilometer 41 kam der Mann mit dem Dudelsack. Von einigen Youtube Videos her wusste ich, dass es nach ihm nur noch bergab bis zur Kleinen Scheidegg ging. Außerdem wusste ich in dem Augenblick, dass ich es schaffen werde. Dass ich in einigen Minuten durch das Ziel laufen werde. Das war für mich in dem Moment alles so emotional berührend, dass ich mit den Tränen kämpfte. 

Nun ging es nur noch bergab. Ich war immer noch so energiegeladen, wie niemals zuvor in meinem Leben. Wenige Momente später lief ich nach 5 Stunden und 13 Minuten überglücklich durch das Ziel. Dort erwartete mich bereits meine Mama, mein Bruder und ein Kumpel. Es war bestimmt einer der schönsten und aufregendsten Augenblicke meines ganzen Lebens.

Überglücklich beim Zieleinlauf


Ich bin immer noch total geflasht von diesem Erlebnis! Und ich kann mich ziemlicher Sicherheit sagen, dass das bestimmt nicht mein letzter Marathon war.


Die stolzen Finisher des Jungfrau Marathon 2018: Werner, Anki & ich




Facts

✅ Start: Interlaken
✅ Ziel: Kleine Scheidegg
✅ Länge: 42,195 km
✅ 1.800 Höhenmeter
✅ Zeit: 5 Stunden und 13 Minuten




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