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Samstag, 12. November 2016

Gedanken zum Alleinreisen

By On November 12, 2016

Juhuu, Mama kommt


Wisst ihr wer heute kommt? Ja genau, Mama! Hoffe ich auf alle Fälle, der Papa hat mir jedenfalls versichert sie am Flughafen München sicher "abgegeben" zu haben. Gegen 19 Uhr kann ich sie hoffentlich hier in Bogotá entgegennehmen. Nun ist es ja doch schon wieder eine lange Zeit her, seit ich nicht mehr richtig alleine gereist bin. Anki hat mich gerade erst vor knappen zwei Wochen verlassen, heute kommt Mama und in zwei Wochen wird Pablo aus Mexiko nochmals ein Monat mit mir reisen.

Gemeinsames Reisen - Vorteile

Nach über einem Jahr auf Weltreise, wo ich doch großteils alleine unterwegs war, tut diese Gesellschaft sehr gut. Es gibt immerhin viele Vorteile des gemeinsamen Reisens:

  • Man kann sich schöne Momente teilen und später noch in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen.
  • Man hat einen Gesprächspartner und kann somit Probleme mit jemandem persönlich bereden, den skypen oder WhatsApp Sprachnachrichten sind oft nicht das selbe.
  • Man fühlt sich in schwierigen Situationen sicherer wenn man nicht ganz auf sich alleine gestellt ist.
  • Es macht zum Teil einfach auch mehr Spaß.


Michi um die Welt, Alleinreisen, alleine reisen, Weltreise alleine


Trotzdem bin ich nach wie vor ein absoluter Fan vom Alleinreisen - zumindest wenn es um richtig lange Reisen geht. Einen Reisepartner auf Zeit zu haben tut total gut, aber auf Dauer bevorzuge ich es eindeutig alleine unterwegs zu sein. Deshalb habe ich hier noch ein paar Gedanken zum Alleinreisen niedergeschrieben:

Gedanken zum Alleinreisen

Alleine zu reisen ist für die meisten wohl die schlimmste Vorstellung an einer großen Reise. Doch genau dieser Gedanke hat mich von Anfang an imponiert. Genau das hat mich an dem Mädchen, das ich damals in Indonesien getroffen habe, so fasziniert – sie ist alleine um die Welt gereist. Für viele klingt „alleine“ nach Einsamkeit.

Doch Einsamkeit und Alleinsein ist nicht dasselbe. Man kann sich auch einsam fühlen, wenn man einen Partner hat. Ein großer Teil der Menschen weiß alleine oft gar nichts anzufangen mit sich selbst. Oder sie fühlen sich hilflos. Dabei ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, mit sich allein klar zu kommen. Immerhin sind wir alleine auf diese Welt gekommen und werden sie auch alleine wieder verlassen. Auch wenn wir in einer glücklichen Beziehung leben, wird der Partner einmal versterben oder vielleicht kommt es eines Tages zu einer Trennung. Für die Menschen, die niemals gelernt haben, alleine sein zu können, wird zu diesem Zeitpunkt die komplette Welt zusammenbrechen. Ebenso ist es mit guten Freunden, nur die wenigsten bleiben unser ganzes Leben lang erhalten.

Deshalb ist es sehr wichtig auch allein sein zu können. Sich mit sich selbst als Person wohl zu fühlen. Die Zeit mit sich selbst und seinen Gedanken genießen zu können. Sich selbst zu mögen. Alleine zu reisen bedeutet nicht unglücklich zu reisen. Ganz im Gegenteil, man kann sämtliche Freiheiten genießen. Man kann tagtäglich tun und lassen was man will und braucht keine Rücksicht auf andere zu nehmen. Vor allem auf längeren Reisen, wenn man wirklich fast 24 Stunden am Tag zusammenklebt, kommt es gern zu kleinen Zankereien oder Unstimmigkeiten. Vielleicht mag der eine Städte und Museen lieber, der andere aber Natur und Abenteuer. Der eine möchte gerne halbwegs komfortabel schlafen, der andere aber lieber mit geringen Budget reisen und somit campen oder in Hängematten schlafen. Der eine steht gerne um sechs Uhr morgens auf, während der andere jeden Tag bis elf schlafen möchte. Es gäbe noch unendlich viele weitere Beispiele. Ich möchte keineswegs behaupten, dass zu zweit oder in der Gruppe zu reisen immer schlecht ist. Es muss nur vorher sehr gut durchdacht werden. Sämtliche Dinge, die zu Unstimmigkeiten führen könnten, müssen im Vorfeld beredet werden, wie z.B. der Reisestil und das Budget.

Das erste große Problem ist meistens erstmals eine Person zu finden, die so etwas mitmachen würde. Hat man so jemanden gefunden, muss man alles genauestens durchbesprechen. Am besten macht man sich von Anfang an offen und ehrlich aus, dass man sich während der Reise jederzeit trennen kann und jeder seine eigenen Wege geht, falls das gemeinsame Reisen nicht funktioniert. Du siehst also, es wird bestimmt nicht einfach sein, eine solche Reisebegleitung zu finden. Wenn doch, dann kann es durchaus gut gehen und ihr werdet eine unvergessliche Zeit miteinander verbringen. Es ist immerhin sehr schön, sich tolle Momente teilen zu können. Ist man alleine, hat man oft das Gefühl, dass andere nicht im Geringsten nachvollziehen können, was man alles erlebt hat.

Bist du aber mutig genug um dich ganz alleine auf den Weg zu machen oder findest einfach keine Reisebegleitung, dann herzlichen Glückwunsch. Du hast die beste und aufregendste Zeit des Lebens vor dir. Du wirst merken, dass du zu Dingen fähig bist, die du dir vorher nicht einmal erträumen hättest können. Es bedeutet natürlich nicht, dass du deine ganze Reise allein sein wirst, nur weil du alleine aufbrichst. Ganz im Gegenteil. Reist man allein, ist es nochmals um ein Vielfaches leichter Kontakte zu knüpfen – sowohl mit Einheimischen als auch mit anderen Backpackern. Zum einen wird man selbst viel öfter angesprochen. Egal ob man im Hostel sitzt oder am Zebrastreifen steht – wenn man alleine ist, dauert es meistens nicht lange bis sich ein Gespräch ergibt.

Zum anderen geht man natürlich selbst auch viel leichter auf eine einzelne Person zu als auf eine Gruppe. Lernt man also im Hostel jemanden kennen, bei dem man merkt, dass er oder sie die selben Pläne oder die selben Vorlieben beim Reisen hat, kann man sich getrost zusammentun und ein Stück gemeinsam zurücklegen. Der Vorteil hierbei ist, dass das gemeinsame Reise völlig ungezwungen verläuft, da beide Seiten wissen, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist. Bemerkt man nach einigen Tagen, dass die Interessen unterschiedlich sind, geht man einfach wieder getrennte Wege. Somit kommt es erst gar nicht zu Streitigkeiten. Alleinreisen ermöglicht es dir die Landessprache schneller zu erlernen. Sitzt du beispielsweise im Bus, dauert es meistens nicht lange, bis sich ein Gespräch mit dem Sitznachbar entwickelt. Zusätzlich erfährt man noch jede Menge Geheimtipps über das jeweilige Land aus erster Hand.

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Na gut, so viel dazu!

Bis bald! - Hasta luego!



Freitag, 11. November 2016

Entspannende Tage als Hundesitterin

By On November 11, 2016
Meine Tag als Hundesitterin sind schon wieder gezählt. Übermorgen kommt meine liebe Mami - ich hoffe nur sie schaffts irgendwie bis nach Bogota mit ihren fehlenden Englisch- und Spanischkenntnissen. Ich staune immer wieder wie die Zeit vergeht...

Ansonsten verlaufen die Tage ganz entspannt hier: Gassi gehen, joggen, an meinem geplanten E-Book schreiben, Yoga, kochen, usw - einfach mal von dem ganzen Backpacking-Stress entspannen. Heute ist ein junges und ganz nettes Pärchen aus München zu uns gestoßen - zum Couchsurfen. Nun habe ich auch noch ganz nette Unterhaltung. Mehr gibt es gerade gar nicht zu erzählen.

Buenas Noches

Sonntag, 6. November 2016

Projekt gesünder leben

By On November 06, 2016

Reisen als ungesunder Lebensstil

... das enspricht zwar nicht immer der Wahrheit, aber für mich in letzter Zeit doch. Das sind so Sachen wie, dass in den Hostels immer viel Alkohol getrunken wird, schön langsam wurden auch meine Gelegenheitszigaretten immer mehr, zum joggen gehen ist es oft zu heiß und am frühen Morgen ist man zu müde und vor allem hier in Kolumbien boomt das Fast-Food. Für viele Menschen ist das Reisen eigentlich mit mehr Aktivität verbunden, da man doch viel herumwandert, einen schweren Rucksack trägt und oft weniger isst als zu Hause, da es im Ausland manchmal einfach nicht so schmeckt. Da ich aber beim Essen nicht besonders zimperlich bin - das habt ihr bestimmt schon mitbekommen bei meinen kulinarischen Abenteuern - und ich es liebe zu essen, stopfe ich dann doch gerne alles was mir so unterkommt in mich hinein. Außerdem war ich zu Hause sehr sportlich und joggen oder Bergtrails laufen stand mindestens jeden zweiten Tag am Plan. Aber nun sollte sich das ungesunde Reisedasein wieder aufhören. Anki und ich haben in der Wüste Guajira übrigens unsere letzte Zigarette geraucht - ich hoffe mal ganz fest, dass es wirklich die letzte war. Das mit dem Nichtrauchen funtioniert eigentlich tadellos. Mittlerweile schon 2,5 Wochen. Nun muss auch das sportlich sein wieder anfangen. Ich habe zwar zwischenzeitlich Wandertouren zur Genüge, aber dann gibt es wieder ruhigere Phasen. Da ich heute um 6 Uhr morgens von der Sonne bereits geweckt wurde, die durchs Fenster schien, beschloss ich mich in die Laufschuhe zu schwingen. Herrlich war das. Und man glaubt gar nicht, wie viele sportliche Leute sich hier in Bogotá´ tummeln. Ich war eindeutig nicht die Einzige mit diesem Vorhaben. Was mich außerdem erstaunt hat war, dass es unglaublich viele Grünflächen, wie zB große Parks, in dieser Millionenstadt gibt. Als ich zurückkam legte ich voller Motivaton noch eine halbe Stunde Yoga ein - funktioniert mit diesen Youtube-Anleitungs-Videos sehr gut. Danach gab es ein gesundes Fruchtsalat Frühstück. Als Draufgabe ging ich dann mit meinen zwei Eisbären noch eine ausgiebige Runde spazieren. Da schaut ihr, was?

Noble Wohn-Resorts in Bogotá

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich hier bei Juan in einem Hochhaus wohne. Dieses Hochhaus steht mit drei anderen Hochhäusern gut eingezäunt in einer Art Wohnsiedlung. Wir teilen uns also mit den anderen drei Hochhäusern einen netten kleinen Park und einen Spielplatz, die in der Mitte der Bauten stehen. Das Ganze ist aufgebaut wie ein Hotelresort. Es gibt mehrere Eingänge, wo jeweils ein Securitytyp sitzt. Fast so wie an einer Hotelrezeption. Er öffnet die Tür, hat stets ein liebes Lächeln im Gesicht und fragt zumeist auch noch wie es einem geht. Einige dieser Wohnanlagen-Resorts haben sogar ein Fitnessstudio oder gar einen Swimmingpool dabei. Richtig nobel ist das hier. Und natürlich putzt keiner seine Wohnung selbst, da kommt einmal in der Woche eine Reinigungskraft.

Kolumbianische Freundlichkeit

Ich glaube ich habe es schon einmal anklingen lassen, dass Menschen hier in Kolumbien unglaublich freundlich sind. Was mich verwundert, dass dies auch hier in diesen riesigen Hochhäusern der Fall ist, wo einige hundert Menschen wohnen. Im Aufzug wird stets nett gegrüßt und gefragt wie es einem so geht. Auch wenn man einander nicht kennt. Wenn ich mit den Hunden spazieren gehe, ergeben sich jedes Mal mindestens drei längere Gespräche mit fremden Leuten auf der Straße oder im Park, die entweder auch gerade mit ihrem haarigen Liebling Gassi gehen oder einfach so vorbei kommen. Steht man mit einem fragenden Gesichtsausdruck im Supermarkt dauert es keine zwei Minuten bis jemand kommt und fragt ob er denn irgendwie helfen könnte. Als Anki und ich ich damals an der Bushaltestelle dieses "Transmilenio" Busses standen und nicht wussten wie wir zum Flughafen kommen sollten, kümmerten sich sogleich alle Leute, die im Umkreis von einigen Metern um uns standen, um unser Problem. Da das Bussystem so undurchsichtig ist, mussten auch sie im Internet nachschauen. Es gäbe noch etliche weitere Beispiele. Um es auf den Punkt zu bringen: Mir gefällt Kolumbien!

Juhuu - in einer Woche ist Mami da :)



Yuki und Yumi

... jede Menge Grünflächen in der Millionenmetropoe Bogotá 


Yukin


Donnerstag, 3. November 2016

Die Salzkathedrale von Zipaquirá

By On November 03, 2016

Motorradtour

Der Tag startete wie immer mit einer kleinen Putzaktion. Die lieben Tierchen schaffen es immer wieder ein ordentliches Chaos zu verursachen und mit ihren Hinterlassenschaften nehmen sie es auch nicht sehr genau. Danach bot Juan mir eine Motorradtour zu seiner Arbeitsstelle an. Da war ich natürlich gleich dafür zu begeistern. Fast eine Stunde lang ging es mit seiner Harley Davidson quer durch die Stadt bis wir seine Firma erreichten. Er führte mich kurz herum und dann zeigte er mir noch einen riesigen Obst- und Gemüsemarkt ein paar Häuserecken weiter. Unglaublich, dass es immer wieder neue Obst- und Gemüsesorten zu entdecken gibt. Ich bin ja mittlerweile schon über ein Jahr am Reisen doch man lernt nie aus. Juan deckte mich mit Kostproben ein.

Die Salzkathedrale von Zipaquirá

Spontan beschlossen wir dann noch nach Zipaquia zu der berühmten Salzkathedrale zu fahren. Zipaquira liegt ca 50 km nördlich von Bogotá. Die Salzkathedrale dort gehört zu den drei weltweit existierenden unterirdischen Bauwerken dieser Art (die beiden anderen befinden sich in Polen). Sie gilt als eines der größten architektonischen Meisterwerke Kolumbiens. Der Eintritt war zwar mit 50.000 Pesos (= ca 15 Euro) ordentlich gesalzen (im wahrsten Sinne des Wortes), trotzdem fand ich einen Besuch wert. Zuerst erfolgt ein Abstiegt in 180 m Tiefe, vorbei an 14 kleinen Kapellen - alles natürlich aus Salzgestein. Im Hauptschiff steht ein gigantisches Kreuz - das größte weltweit in einer unterirdischen Kirche.

Deutsches Essen

Zur Krönung des heutigen Tages lud mich Juan in ein deutsches Restaurant ein. Es gab dort angefangen von Erdinger Weißbier über Sauerkraut und Currywurst bis hin zum Wiener Schnitzel so ziemlich alles was das Herz begehrt. Ich gönnte mir nach langem wieder einmal ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Zugegebenerweise schmeckt es zu Hause um einiges besser, aber trotzdem war es wieder einmal eine Wohltat neben Arepas und Empanadas was "gescheites" zu essen ;)

14 unterirdische kleine Kapellen aus Salzgestein


das größte unteriridische Kreuz weltweit

alles Salz


Skulpturen aus Salzgestein

Dienstag, 1. November 2016

Mein Job als Hundesitterin

By On November 01, 2016
Juan ist ein sehr vielbeschäftigter junger Mann, ich bekomme ihn eigentlich immer nur kurz zu sehen, was mir aber im Moment aber ganz angenehm ist. In seiner Wohnung gibt es immer volle Action, immerhin leben 4 Katzen und 2 Hunde hier. Die Hunde heißen Yuki und Yumi. Sie sind beide nicht stubenrein, dadurch kann ich endlich wieder einmal meinen Putzfimmel ausleben. Anonsten steht Katzenklo säubern, Tiere bürsten und Gassi gehen auf dem Plan. Vom ersten Eindruck her muss ich sagen, dass es superliebe Tiere sind und ich glaube ich werde eine sehr angenehme Zeit hier verbringen.

Yuki

Yuki und Yumi

Spontanität kennt keine Grenzen

By On November 01, 2016

Spontane Ideen sind die besten

Irgendwann im Laufe der Reise haben Anki und ich beschlossen, dass wir uns vor ihrer Abreise noch tätowieren  lassen wollen. Ich spielte immerhin schon länger mit dem Gedanken, mir eine kleine Erinnerung an diese große Reise verewigen zu lassen. Nun war es also soweit - heute ist der Tag an dem mich meine liebste Anki wieder verlassen wird. Wir suchten am Vormittag also ein Tattoo Studio auf. So ganz ohne Termin, einfach auf gut Glück. Und siehe da, der nette junge Mann im Studio willigte sofort ein uns ein kleines Tattoo stechen zu wollen - in 15 Minuten sollte es los gehen. Wow, damit haben wir fast nicht gerechnet. Wir zeigten ihm unser Motiv: "Wanderlust" - Bedeutung lt Wikipedia: "Wanderlust war bereits ein mittelhochdeutsches Wort und beschreibt die Lust am Wandern, den steten inneren Antrieb, sich zu Fuß die Natur und die Welt fern der Heimat zu erschließen."
Nach einigen schmerzhaften Minuten war das Tattoo schon fertig. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf zum Mittag essen in einem Shoppingcenter. Ich weiß nicht was mich dann plötzlich geritten hat, aber irgendwie kam mir gerade so in den Sinn warum wir uns nicht auch noch gleich einen Nasenring stechen lassen. Anki sah mich zuerst etwas verdutzt an, meinte dann aber gleich "Warum eigentlich nicht?". Da ich meine Aussage eigentlich eher scherzhaft meinte, verwunderte mich ihre Antwort erstmals. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto interessanter klang dieses verrückte Vorhaben für mich. Wir versuchten im Shoppingcenter so einen kleinen Ring zu finden, um einfach mal zu sehen wie es aussehen würde - leider vergeblich. 
Dann also gleich zurück ins Tattoo Studio. Dort konnten wir einen kleinen Ring ausprobieren, aber irgendwie überzeugte er uns nicht ganz. Wir kauften das Ding kurzerhand um einfach einmal auszuprobieren wie es uns auf Dauer so gefällt. Die Dauer dauerte nicht lange :D Noch während wir einen Kaffee tranken wurde uns klar: Ja, wir lassen uns heute auch noch piercen. Zurück ins Tattoo Studio also. Unser Tätowierer konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen, da wir nun schon wieder vor ihm standen. Das Vergnügen sollte bloß sechs Euro kosten. Leider mussten wir diesmal über eine halbe Stunde warten, was etwas ungünstig war, da Anki eigentlich schon bald zum Flughafen sollte und packen musste sie auch noch. Dann ging aber alles ruck-zuck. Zuerst war Anki dran. Als ich sah wie ihr der Piercer eine riesige und dicke Nadel einfach so durch die Nase stieß wurde mir bereits ganz anders. Zum Glück war es nur ein kurzer Schmerz. Auf dem Heimweg mussten wir zwei Mädels noch einmal ausgiebig über unsere verrückten Ideen lachen. 

Abschied von meiner liebsten Anki

Dann ging alles ganz schnell, Anki packte und wir machten uns mit den lokalen Bussen auf zum Flughafen. Unser Gastgeber Juan, meinte wir sollten doch ein Taxi zum Flughafen nehmen, da jetzt Rush-Hour sei und wir es nie rechtzeitig schaffen werden. Da wir ja meinen immer alles besser zu wissen, entschieden wir uns trotzdem für den Bus. Es war schon etwas nervenaufreibend. Wir mussten dreimal den Bus wechseln, was jedes Mal mit langen Wartezeiten verbunden war. Unendlich viele Menschen drängten in die Busse, es war ein richtiger Kampf hinein zu kommen. Das Transportsystem in Bogotá ist eindeutig ausbaufähig. Fast zwei Stunden später waren wir dann am Flughafen. Wir beschlossen noch auf ein paar schnelle Pommes beim Mäci vorbei zu schauen. Der Abschied verlief kurz. Ich glaube wir hatten beide Tränen in den Augen. Das Monat verging viel zu schnell, aber es war eine geile Zeit, die wir bestimmt nie vergessen werden. Als ich zu den Bussen schlenderte, war mir doch etwas komisch zu Mute. Nun bin ich wieder ganz allein. Das bin ich natürlich schon gewohnt, aber trotzdem ist es nach einem Monat mit einer wundervollen Reisebegleitung wieder ein eigenartiges Gefühl.
Aber zum Glück kommt Mami bald :)