Gedanken zum Alleinreisen
By
Michaela Gruber
On
November 12, 2016
In
Reisen verändert
Juhuu, Mama kommt
Wisst ihr wer heute kommt? Ja genau, Mama! Hoffe ich auf alle Fälle, der Papa hat mir jedenfalls versichert sie am Flughafen München sicher "abgegeben" zu haben. Gegen 19 Uhr kann ich sie hoffentlich hier in Bogotá entgegennehmen. Nun ist es ja doch schon wieder eine lange Zeit her, seit ich nicht mehr richtig alleine gereist bin. Anki hat mich gerade erst vor knappen zwei Wochen verlassen, heute kommt Mama und in zwei Wochen wird Pablo aus Mexiko nochmals ein Monat mit mir reisen.
Gemeinsames Reisen - Vorteile
Nach über einem Jahr auf Weltreise, wo ich doch großteils alleine unterwegs war, tut diese Gesellschaft sehr gut. Es gibt immerhin viele Vorteile des gemeinsamen Reisens:- Man kann sich schöne Momente teilen und später noch in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen.
- Man hat einen Gesprächspartner und kann somit Probleme mit jemandem persönlich bereden, den skypen oder WhatsApp Sprachnachrichten sind oft nicht das selbe.
- Man fühlt sich in schwierigen Situationen sicherer wenn man nicht ganz auf sich alleine gestellt ist.
- Es macht zum Teil einfach auch mehr Spaß.
Trotzdem bin ich nach wie vor ein absoluter Fan vom Alleinreisen - zumindest wenn es um richtig lange Reisen geht. Einen Reisepartner auf Zeit zu haben tut total gut, aber auf Dauer bevorzuge ich es eindeutig alleine unterwegs zu sein. Deshalb habe ich hier noch ein paar Gedanken zum Alleinreisen niedergeschrieben:
Gedanken zum Alleinreisen
Alleine zu reisen ist für die meisten wohl die schlimmste Vorstellung an einer großen Reise. Doch genau dieser Gedanke hat mich von Anfang an imponiert. Genau das hat mich an dem Mädchen, das ich damals in Indonesien getroffen habe, so fasziniert – sie ist alleine um die Welt gereist. Für viele klingt „alleine“ nach Einsamkeit.Doch Einsamkeit und Alleinsein ist nicht dasselbe. Man kann sich auch einsam fühlen, wenn man einen Partner hat. Ein großer Teil der Menschen weiß alleine oft gar nichts anzufangen mit sich selbst. Oder sie fühlen sich hilflos. Dabei ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, mit sich allein klar zu kommen. Immerhin sind wir alleine auf diese Welt gekommen und werden sie auch alleine wieder verlassen. Auch wenn wir in einer glücklichen Beziehung leben, wird der Partner einmal versterben oder vielleicht kommt es eines Tages zu einer Trennung. Für die Menschen, die niemals gelernt haben, alleine sein zu können, wird zu diesem Zeitpunkt die komplette Welt zusammenbrechen. Ebenso ist es mit guten Freunden, nur die wenigsten bleiben unser ganzes Leben lang erhalten.
Deshalb ist es sehr wichtig auch allein sein zu können. Sich mit sich selbst als Person wohl zu fühlen. Die Zeit mit sich selbst und seinen Gedanken genießen zu können. Sich selbst zu mögen. Alleine zu reisen bedeutet nicht unglücklich zu reisen. Ganz im Gegenteil, man kann sämtliche Freiheiten genießen. Man kann tagtäglich tun und lassen was man will und braucht keine Rücksicht auf andere zu nehmen. Vor allem auf längeren Reisen, wenn man wirklich fast 24 Stunden am Tag zusammenklebt, kommt es gern zu kleinen Zankereien oder Unstimmigkeiten. Vielleicht mag der eine Städte und Museen lieber, der andere aber Natur und Abenteuer. Der eine möchte gerne halbwegs komfortabel schlafen, der andere aber lieber mit geringen Budget reisen und somit campen oder in Hängematten schlafen. Der eine steht gerne um sechs Uhr morgens auf, während der andere jeden Tag bis elf schlafen möchte. Es gäbe noch unendlich viele weitere Beispiele. Ich möchte keineswegs behaupten, dass zu zweit oder in der Gruppe zu reisen immer schlecht ist. Es muss nur vorher sehr gut durchdacht werden. Sämtliche Dinge, die zu Unstimmigkeiten führen könnten, müssen im Vorfeld beredet werden, wie z.B. der Reisestil und das Budget.
Das erste große Problem ist meistens erstmals eine Person zu finden, die so etwas mitmachen würde. Hat man so jemanden gefunden, muss man alles genauestens durchbesprechen. Am besten macht man sich von Anfang an offen und ehrlich aus, dass man sich während der Reise jederzeit trennen kann und jeder seine eigenen Wege geht, falls das gemeinsame Reisen nicht funktioniert. Du siehst also, es wird bestimmt nicht einfach sein, eine solche Reisebegleitung zu finden. Wenn doch, dann kann es durchaus gut gehen und ihr werdet eine unvergessliche Zeit miteinander verbringen. Es ist immerhin sehr schön, sich tolle Momente teilen zu können. Ist man alleine, hat man oft das Gefühl, dass andere nicht im Geringsten nachvollziehen können, was man alles erlebt hat.
Bist du aber mutig genug um dich ganz alleine auf den Weg zu machen oder findest einfach keine Reisebegleitung, dann herzlichen Glückwunsch. Du hast die beste und aufregendste Zeit des Lebens vor dir. Du wirst merken, dass du zu Dingen fähig bist, die du dir vorher nicht einmal erträumen hättest können. Es bedeutet natürlich nicht, dass du deine ganze Reise allein sein wirst, nur weil du alleine aufbrichst. Ganz im Gegenteil. Reist man allein, ist es nochmals um ein Vielfaches leichter Kontakte zu knüpfen – sowohl mit Einheimischen als auch mit anderen Backpackern. Zum einen wird man selbst viel öfter angesprochen. Egal ob man im Hostel sitzt oder am Zebrastreifen steht – wenn man alleine ist, dauert es meistens nicht lange bis sich ein Gespräch ergibt.
Zum anderen geht man natürlich selbst auch viel leichter auf eine einzelne Person zu als auf eine Gruppe. Lernt man also im Hostel jemanden kennen, bei dem man merkt, dass er oder sie die selben Pläne oder die selben Vorlieben beim Reisen hat, kann man sich getrost zusammentun und ein Stück gemeinsam zurücklegen. Der Vorteil hierbei ist, dass das gemeinsame Reise völlig ungezwungen verläuft, da beide Seiten wissen, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist. Bemerkt man nach einigen Tagen, dass die Interessen unterschiedlich sind, geht man einfach wieder getrennte Wege. Somit kommt es erst gar nicht zu Streitigkeiten. Alleinreisen ermöglicht es dir die Landessprache schneller zu erlernen. Sitzt du beispielsweise im Bus, dauert es meistens nicht lange, bis sich ein Gespräch mit dem Sitznachbar entwickelt. Zusätzlich erfährt man noch jede Menge Geheimtipps über das jeweilige Land aus erster Hand.
Na gut, so viel dazu!
Bis bald! - Hasta luego!
















