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Mittwoch, 15. Juni 2016

In Leon bei Roger - Planung der Weiterreise nach Honduras

By On Juni 15, 2016
Am Morgen ging es weiter in Richtung Norden  nach Leon. In Managua musste ich umsteigen und traf mich bei der Gelegenheit kurz mit David (meinem Couchsurfing Gastgeber aus La Concha - falls ihr euch erinnern könnt, er arbeitet nämlich in Managua) auf einen Drink. Dann ging es weiter nach Leon. Dort wohne ich bei Roger , einem superlieben  und wahnsinnig freundlichen Kerl. Als sein Freund dann auch noch mit mir im Salzburger Dialekt deutsch zu sprechen begann, glaubte ich es gar nicht mehr. Er hat wohl ein Jahr in Salzburg in einem Hotel gearbeitet. Bei Roger habe ich es komfortabler als in jeglichen Herbergen bisher, ich kann sozusagen eine eigene Wohnung auf seinem Grundstück für mich alleine benutzen inklusive Bad und Riesenschlafzimmer.

Mein Plan ist es diese Woche noch nach Honduras aufzubrechen. Roger warnte mich nochmals, dass dies ein wirklich heißes Pflaster sei - sozusagen der Bösewicht unter den zentralamerikanischen Ländern. Sogar die meisten Nicaraguaner meiden es dorthin zu reisen, da es zu gefährlich sei. Nachdem ich solche Aussagen nun aber schon oft über Länder gehört habe, die ich bereisen wollte und im Endeffekt alles nur halb so schlimm war, möchte ich mir selber ein Bild davon machen. Bekannt ist, dass Honduras eines der unsichersten Länder der Welt ist. Das Problem dort sind vor allem Bandenkriege und große Gewaltbereitschaft mit geringer Hemmschwelle beim Schusswaffengebrauch. Zudem hat Honduras die höchste Mordrate in Zentralamerika. Vor allem San Pedro Sula sollte gemieden werden, da es eine der gefährlichsten Städte auf der ganzen Welt ist. Die Zeitungen sind tagtäglich voll von Meldungen über Morde, Überfälle, Entführungen, Vergewaltigungen, usw. 2012 hatte Honduras die weltweit mit Abstand höchste Zahl an Tötungsdelikten pro Einwohner, nämlich 90,4 je 100.000 (auf dem zweiten Platz folgte Venezuela mit 53,7, in Deutschland waren es beispielsweise nur 0,8).
Das Ganze klingt natürlich ziemlich krass und man muss natürlich sämtliche Sicherheitsvorkehrungen treffen (wie beispielsweise keine Nachtfahrten, kein Smartphone öffentlich zur Schau stellen, keinen Schmuck tragen, seinen Rucksack nie  aus den Augen lassen usw.). Trotzdem finde ich, dass man, wenn man vollkommen sicher sein will, sich am besten zu Hause im Wohnzimmer einsperren soll und nicht einmal da ist man sicher. Bei Autounfällen sterben auch mehr als genug Menschen, trotzdem hält das so gut wie niemanden davon ab täglich damit von A nach B zu fahren. Außerdem möchte ich mich wieder einmal abseits der ausgetretenen Touristenpfade bewegen und da es den meisten Reisenden in Honduras zu gefährlich ist, scheint mir das ein spannendes Reiseziel zu sein. Die Sicherheitshinweise des auswärtigen Amts sollte man für Honduras besser nicht lesen - aber das gilt für die meisten meiner bisher bereisten Länder ;D

am Busbahnhof in Rivas


Dienstag, 14. Juni 2016

Rivas

By On Juni 14, 2016
Ja richtig gelesen, ich bin wieder einmal im chaotischen Städtchen Rivas. Da es ein wichtiger Vekehrsknotenpunkt ist kommt man hier irgendwie immer wieder vorbei. Ich weiß gar nicht zum wievielten Mal ich schon hier bin - ich glaube es ist das viertel Mal. Diesmal bleibe ich sogar über Nacht, da ich erst recht spät hier angekommen bin. Mein Plan ist weiter nach Leon zu reisen, aber da ich wenigsens noch einen Funken Vernunft besitze, vermeide ich es bei Nacht irgendwo anzukommen, wo ich mich nicht auskenne.

Der heutige Tag bestand aus einem gemütlichen Vormittag im Hostel und der Verabschiedung meiner neuen Freunde aus Italien. Die drei sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Dann ging es mit der Fähre zurück ans Festland. Es stürmte ordentlich als wir uns auf hoher See befanden, deshalb schwankte das Schiffchen beträchtlich - ich hatte ernsthafte Bedenken ob dieses Abenteuer wohl gutgehen würde. Die Frau neben mir, welche ein kleines Baby in Armen hielt, hatte alle Zustände und war kurz davor sich zu übergeben. Außerdem ging beinahe Ladung - mitsamt meines Rucksacks - über Board, aber zum Glück nur beinahe.

In Rivas angekommen fand ich ein nettes kleines Hospedaje (heißt soviel wie Gasthaus bzw Pension). Sechs Euro für ein Einzelzimmer fand ich okay. Es sieht natürlich auch danach aus: klitzekleiner Raum ohne Fenster, in dem nichts als ein Bett, ein Holzklotz (der wohl das Nachtkästchen darstellen soll)  und ein sehr klappriger Ventilator stehen. Nicht zu vergessen die zentimeterdicke Staubdecke, vor allem in den Ecken des Zimmers. Dafür schein aber die Bettwäsche frisch gwaschen zu sein und das ist das Wichtigste. Die Besitzerin ist zudem sehr freundlich.

Da mein Internet am Handy schon seit Tagen nicht mehr funktioniert suchte ich einen kleinen Minisupermarkt (der eigentlich das Wohnzimmer der Verkäuferin ist) auf, um neues Guthaben zu kaufen. Trotz dem Aufladen rührte sich nichts. Ich bat die Dame im Minisupermarkt um Hilfe. Die hatte auch keine Ahnung und holte noch ihren Sohn, die Nachbarin und einen vorbeikommenden Mann herbei. Im Endeffekt war ich über eine Stunde dort und alle versuchten mir zu helfen. Die Nachbarin telefonierte sogar eine halbe Stunde mit der Hotline des Netzanbieters um der Sache auf den Grund zu gehen. Und siehe da, letztendlich wurde das Problem gelöst. Soviel Hilfsbereitschaft rührt mich immer wieder!

Hasta mañana!

auf der (Mini-)Fähre

die Zimmerecken :D

Montag, 13. Juni 2016

Am Strand

By On Juni 13, 2016
Der Tag heutige Tag verlief wieder recht bewölkt und teilweise regenreich. Ich machte mich mit Marika und Vanessa - zwei Italienerinnen - zum Strand auf. Wir verbrachten dort einen lustigen Nachmittag mit vielen interessanten Gesprächen. Es ist immer wieder interessant wie schnell beim Reisen Gehemnisse mit Menschen geteilt werden, die man erst wenige Stunden kennt. Aber jegliche Freunde sind einfach zu weit weg und über Whatsapp Anrufe ist es nicht dasselbe wie wenn man mit jemanden, der einem gegenüber sitzt, persönlich reden kann. Man baut somit viel schneller Vertrauen auf und manchmal muss man sich einfach seine Probleme von der Seele reden - und das machten wir heute bei ein paar Cervezas ausführlich ;)
Heute Abend feiern wir den Geburtstag von Christian, Vanessas Bruder.







Sonntag, 12. Juni 2016

Vulkantour "Maderas"

By On Juni 12, 2016


Heute Morgen startete ich gemeinsam mit einer Gruppe aus dem Hostel zur Besteigung des Vulkan Maderas. Der Vulkan ist inaktiv, dafür wird man aber mit einem schönen Kratersee belohnt. Der Aufstieg war steil und durch die Hitze in Kombination mit der extrem hohen Luftfeuchtigkeit kamen wir ordentlich ins Schwitzen.

Nach ungefähr 4 Stunden und ca 1300 Höhenmetern kamen wir am Kratersee an. Normalerweise hat man von dort einen traumhaften Ausblick über die gesamte Insel und den zweiten Vulkan "Concepción", doch heute war es leider sehr nebelig. Trotzdem war es die Mühe eindeutig wert, da der tropische Nebelwald mit seiner fantastischen Pflanzen- und Tierwelt einfach traumhaft war. Als wir uns auf den Rückweg machten startete es heftigst zu regnen und hörte auch nicht mehr auf - tja Regenzeit lässt grüßen. Der schmale Weg verwandelte sich in kürzester Zeit in einen reißenden Fluss und unsere Kleidung war natürlich bis zur Unterwäsche klatschnass. Das erinnerte mich wieder an meine Mount Meru Besteigung, obwohl wir heute den großen Vorteil hatten, dass es schön warm war, somit machte uns das Ganze nichts aus - ganz im Gegenteil, wir hatten eine Mordsgaudi auf dem Rückweg.


mystischer Nebelwald

Kratersee


Freunde aus Italien


Ausblick auf den Kratersee







Samstag, 11. Juni 2016

El Zopilote

By On Juni 11, 2016
Nachdem ich gestern etwas faul war, ging es heute weiter ans andere Ende der Insel. Dort wurde mir das "El Zopilote", eine Art Mischung aus Öko-Farm und Hostel, von einem anderen Reisenden empfohlen. Als mit mich der der Bus in der Nähe der Farm rausließ, musste ich erstmals einen steilen Wanderweg Richtung Vulkan Maderas hochwandern. Überall sieht man bunte Hängematten zwischen den Bäumen hängen. Das Hostel erstreckt sich über eine rießige Fläche im Wald und mir wurde erstmals eine Orientierungskarte in die Hand gedrückt, um die Outdoor Duschen, das Restaurant, die Gärten, die Aussichtspunkte usw zu finden, die alle irgendwo versteckt im Wald verteilt liegen. Dazwischen schlängeln sich kleine Wanderpfade. Das Personal besteht aus Yoga Freaks im Hippie-Style. Es werden sogar gratis Yogastunden angeboten. Ich glaube hier lässt es sich aushalten.

Morgen wird der Vulkan Maderas bestiegen! 

die Übersichtskarte des Öko-Hostels

so sehen die Wege auf der Farm aus

Schmetterlinge



die Unterkünfte auf der Farm

Outdoorduschen

Outdoor Badezimmer


Mittwoch, 8. Juni 2016

Gnadenloser Rausschmiss & Insel Ometepe

By On Juni 08, 2016


Gnadenloser Rausschmiss

Leslia hat es heute morgen geschafft den Vogel nochmals so richtig abzuschießen. Um 6 Uhr wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Leslia stand vor mir und erklärte mir recht ungehalten, dass ich meine Sachen packen sollte, weil sie das Zimmer brauchen würde. JETZT. Das war natürlich völliger Quatsch, denn ich wusste, dass wir freie Zimmer hatten. Da ich aber keine Lust auf Streit hatte, tat ich was sie sagte. Das Problem war bloß, dass es nur einen Bus täglich gab, um hier wegzukommen, der fuhr erst um 10. Ich ging also in die Küche, um mir mein Frühstück zu richten. Da stand dann plötzlich wieder dieses aufgebrachte Weib vor mir und erklärte mir, ich solle die Küche unverzüglich verlassen. Bitte was? Ich unterhielt mich dann mit einigen Hostelgästen noch ein wenig. Als diese sich dann Richtung Strand aufmachten, sah ich wie sich Leslia schnellen Schrittes auf mich zubewegte. Oh nein. Sie schrie mich regelrecht an, ob ich denn nicht verstanden hätte, dass ich ihr Grundstück SOFORT zu verlassen hätte. Wow, sowas ist mir auch noch nicht untergekommen. Aber schön langsam wurde mir klar woher der Wind wehte: Leslia hatte Angst, dass ich den Gästen von der ganzen Geschichte erzählen würde. Außerdem bin ich mir gar nicht sicher ob ihr Mann von den ganzen Geschehnissen weiß, immerhin habe ich mich gestern noch sehr nett mit ihm unterhalten und heute schien er noch nicht im Hostel zu sein. Womöglich möchte sie die ganze Geschichte vor ihm auch vertuschen. Was geht eigentlich in so grundbösen Menschen vor sich??


Glück im Unglück

Ich machte mich also zu Fuß auf Richtung Las Salinas, dem nächsten Dorf. Dieses liegt ca 6 km entfernt und die unasphaltierte Straße geht großteils aufwärts. Durch den Regen der letzten Tage, waren die Straßen teilweise richtige Seen bzw Flüsse und man versank knöcheltief im Schlamm. Die Sonne knallte nur so vom Himmel. Als ich so in der brütenden Hitze mit meinem riesigen Rucksack durch den Schlamm latschte wusste ich plötzlich nicht mehr ob ich lachen oder weinen sollte. Ich entschloss mich für Ersteres. Ich stellte mir die ganze Situation von außen betrachtet vor: kleines Blondinchen wird regelrecht aus dem Hostel rausgeschmissen und auf die Straße gesetzt. Nun plagt sie sich irgendwo im Nirgendwo mit ihren sieben Sachen in der brütenden Hitze einen verschlammten Weg hoch und fragt sich immer noch was da eigentlich gerade vorgefallen ist. Ja, so spielt das Leben manchmal. Doch wie es das Schicksal so will hörte ich plötzlich ein Motorgeräusch hinter mir brummen. Der junge Mann, der das Moped fuhr, hielt vor mir an und fragte mich ob er mich mitnehmen könnte. Liebend gern! Er brachte mich den ganzen Weg Richtung Las Salinas hoch. Tja, das sind genau die glücklichen Zufälle, die das Reisen so schön machen. 

Weiter auf die Insel Ometepe

Nach einer halben Stunde kam der Bus nach Rivas.  Von dort aus gings nach san Jorge und von da mit der Fähre auf die Insel Ometepe. Dort konnte ich ein günstiges Hostel ausfindig machen. Ach was bin ich froh endlich weit weg von den bösen Erfahrungen der letzten Tage zu sein. Die Insel Ometepe mit ihren zwei Vulkanen ist ein wunderschönes Fleckchen Erde. Hier werde ich nun wohl einige Tage verbringen.



auf der Fähre nach Ometepe

Blick auf die zwei Vulkane auf Ometepe