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Sonntag, 10. Januar 2016

Auf nach Mzuzu

By On Januar 10, 2016

Die Währung in Malawi: "Kwacha" Der 1000er Schein ist der größte Schein hier und entspricht gerade mal 1,40 Euro


Die Mushroom-Farm war wirklich ein perfektes Plätzchen zum Relaxen und Chillen. Nach einem späten Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück nach Chitimba. Eigentlich wollten wir dort noch eine Nacht bei Willi am See bleiben, doch leider ist unsere Kohle alle. Wir holten deshalb nur unsere Rucksäcke bei Willi ab und nahmen dann einen Minibus nach Mzuzu, die nächstgrößere Stadt, in der es auch Bankomaten gibt. 

Eines muss ich nun auch feststellen: In Uganda und Tanzania waren die Minibusse zwar auch total überladen aber Malawi schlägt die beiden Länder eindeutig. Da wird wirklich bis zur Decke der komplette Minibus mit Waren, Fischen und Menschen vollgestopft. Jeder sitzt auf dem anderen, es ist abartig heiß und die Luft ist stickig und riecht nach diversen Ausdünstungen, Fisch und Hühnern. Aber genau diese Erlebnisse wird man nie vergessen und machen Afrika so richtig aus. Vor allem ist es auch teilweise eine Mordsgaudi im Bus wenn mit allen Mitteln versucht wird noch etwas hineinzuquetschen. Alle lachen und sehen es mit Humor wenn drei Leute und 4 lebendige Hühner quasi übereinandersitzen. Wäre unvorstellbar bei uns zu Hause. Auf der Fahrt nach Mzuzu durchquerten wir einige Gegenden mit wüsten Überschwemmungen. Ganze Dörfer standen unter Wasser. Auch die Straße war teilweise ein reißender Fluss, weshalb schon einige Minibusse auf der Straße standen und warteten bis der Wasserspiegel sinkt. Unser Fahrer war jedoch der Meinung, dass wir mit viel Schwung da durchkommen. Mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durchquerten wir sämtliche Flüsse und Überschwemmungen. Man konnte gar nichts mehr sehen, da das schmutzige Wasser bis über den Minibus hochspritzte. Also Sonja und mir.ging da schon ein wenig der Reis. Als wir es geschafft hatten jubelte der ganze Bus.

In Mzuzu angekommen fanden wir eine nette Unterkunft, die uns Willi schon empfohlen hat, namens "Mzoozoozoo".

das Plumskko auf der Mushroom Farm

Sonja, Willi und ich

Kinder beim Spielen eines Brettspiel mit Steinen


im Minibus

Sraßen wurden zu reißenden Flüssen



Samstag, 9. Januar 2016

Mushroom Farm

By On Januar 09, 2016
"Bob" bei dem wir gestern zum Abendessen waren, holte uns heute morgen zu einer kleinen Wanderung zur Mushroom-Farm und zum "Manchewe-Wasserfall", dem höchsten Wasserfall Malawis, ab. Schon gleich nach der Begrüßung erzählte er uns, dass er heute morgen bereits 3 Flaschen irgendeiner lokalen Spiritouse getrunken und zwei Joints geraucht habe. Dafür sah er eigentlich noch ganz gut aus, obwohl man die Alkoholfahne schon deutlich riechen konnte. Er meinte dann noch, dass er mindestens jede Stunde einen Joint rauchen muss. Na gut. Nach zehn Minuten gehen musste er sich tatsächlich schon den ersten drehen. Er kam dann auch gleich mit einer Flasche dieser lokalen Spiritouse an, die wir wohl unbedingt probieren müssten. Das Zeugs schmeckte gar nicht so schlecht. Das kann ja was werden.

Verwunderlicherweise hatte er einen ziemlich flotten Schritt drauf, dem wir nur schwer folgen konnten. Vor allem die Hitze machte uns ordentlich zu schaffen. Mittags kamen wir dann beim Wasserfall an. Leider war das Wasser heute sehr schmutzig, aber wir ließen uns nicht davon abhalten ein Bad zu nehmen. Nach einem gemütlichen Picknick dort mit frisch gepflückten Minimangos machten wir uns auf zur Mushroom-Farm. Es ist eigentlich eine Art Camp mit hervorragendem Bilck über den Malawisee und die umliegende Gegend. Ein richtig idylisches Fleckchen Erde ganz im Öko-Style mit urigem Plumsklo, Hängematten und liebevollen Dekorationen. 

Wir werden die heutige Nacht hier verbringen. 

Baden im "sauberen" Wasser des Wasserfalls

Chitimba

der "Manchewe-Wasserfall"
Ausblick auf den Malawisee 
unser Picknickplatz

Bob, unser Guide


Sardinen beim Trocknen in der Sonne

Mushroom-Farm 

unser Zimmer auf der Mushroom-Farm

Relaxen mit Blick über den Malawisee

unser Guide "Bob" bei seiner Lieblingsbeschäftigung 


Chitimba - ein kleines Paradies

By On Januar 09, 2016
Patrick hat uns heute morgen verlassen. Sonja und ich beschlossen die Küstenstraße nach Chitimba runterzufahren. Die Fahrt mit dem Minibus kostete uns anfangs ziemlich viele Nerven, da dieser erstmals einige sinnlose Runden in Karonga drehte, der Fahrer noch mindestens eine halbe Stunde mit Freunden plauderte und natürlich erst losfuhr als das Gefährt unartig überfüllt war. Tja, that's Africa. Auf der Fahrt nach Chitimba holte er dann jedoch einiges an Zeit wieder ein, da er fuhr wie ein Verrückter. Die Gegend faszinierte uns sehr: wunderschöne Strände, kleine Fischerdörfchen und saftig grüne Landschaften.

In Chitimba angekommen belagerten uns gleich einige junge Männer, die uns sämtliche Dienste anboten wie Touren, Essen, Marihuana - das "malawische Gold", etc. Wir fanden einen idyllischen Campingplatz direkt am See, der von einem Südafrikaner namens Willi betrieben wird. Das Plätzchen ist ein Traum, jede Menge Affen springen herum und wir sind die einzigen Gäste. Sonja und ich warfen uns erstmals in den warmen See. Anscheinend soll es dort sogar Krokodile geben, aber Willi meinte, diese wären weit weg. Auch bezüglich Bilharziose meinte er, dass in diesem Teil des Sees keine Gefahr bestehen würde - naja wir werden sehen.
Am Abend trafen wir uns mit den jungen Männern vin vorhin zum Abendessen bei einem von denen zu Hause. Seine Mama grillte leckeren frischen Fisch für uns zu einem ganz vernünftigen Preis. Die Kinder des Dorfes hatten auch riesen Spaß mit uns und begleiteten uns weite Wegstrecken. Alle ohne Schuhe und mit großen Bäuchen aufgrund der Fehlernährung. Malawi zählt zu den ärmsten Ländern auf der ganzen Welt.

Den Abend ließen wir gemütlich am Strand ausklingen.

Sonha und ich hatten  viel Spaß am Malawisee 






Die Kleinen verfolgten uns dirchs ganze Dorf


Donnerstag, 7. Januar 2016

Welcome to Malawi

By On Januar 07, 2016
Dass man beim Reisen immer schön gemütlich ausschlafen kann stimmt eindeutig nicht. Frühmorgens klingelte der Wecker schon wieder. Aber ich habe richtig gut geschlafen. Hier in Mbeya ist es um einiges kühler als in Daressalaam. Es war generell spannend wie viele Klima- und Vegetationszonen wir gestern bei der Busfahrt durchfuhren. Da war so ziemlich alles mit dabei: Steppe, Regenwald, Berge, Hügel, Flachland,... Außerdem sahen wir Affen, Zebras und Giraffen.

Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns sogleich auf die Suche nach einem Transport nach Malawi. Wir fanden diesen auch. Doch bereits nach 20 Minuten Fahrt gab das Ding den Geist auf. Also hieß es aussteigen und auf ein neues Gefährt warten. Nach einer guten Stunde erreichten wir die Grenze zu Malawi. Wir mussten ca 15 Minuten laufen um den Grenzposten zu erreichen. Der Weg dorthin war ziemlich anstrengend da uns eine Masse von Männern verfolgte und auf uns einredeten bzgl Geldwechseln, Transport usw. Die Sache mit dem Visum dauerte eine gute Stunde. Die Atmosphäre im Immigration-Office war richtig locker-fluffig und mit Robbie Williams Hits unterlegt. Die Grenzbeamten waren zu sämtlichen Späßen aufgelegt.

Der erste Eindruck von Malawi ist äußerst positiv. Die Landschaft ist ein Traum und die Menschen sind sehr freundlich und sprechen vor allem großteils gutes englisch. Nach der Grenze gönnten wir uns erstmals ein kühles Bier und dann warteten wir auf einen Minibus nach Karonga. Dieser war wieder einmal - oh Wunder - maßlos überfüllt.
In Karonga konnten wir nach kurzem Suchen eine tolle supergünstige Unterkunft für gerade mal zwei Euro finden. Es ist wirklich beeindruckend wie anders Malawi im Gegensatz zu Tanzania ist, plötzlich gibt es keine Mopedtaxis und keine Bajajis mehr sondern nur noch Fahrradtaxis, keine verschleierten Frauen mehr, die Preise sind viel niedriger und die Menschen total locker drauf.

Nachdem wir unsere Handys auf malawisches Netz umgemeldet haben probierten wir den Spaß mit den Fahrradtaxis gleich aus. Das war ein Abenteuer. Sonja und ich hatten ein Kleid an und mussten uns deshalb quer auf den Gepäcksträger setzen, was das ganze nochmals erschwerte. Aber wir hatten unheimlichen Spaß und vor allem hatten die Jungs eine ordentliche Kraft beim Treten. Außerdem kostete es so gut wie nichts. Der Malawisee hat mich total fasziniert. Wunderschön und superwarm. Ein paar Malawis badeten - teilweise nackt - neben uns. Wir genosseen die Abendstimmung dort und machten uns dann wieder auf den Weg in unsere Unterkunft.

Sonja und ich im Bus

Strohdachhäuser in Malawi

Kinder verfolgten uns in Scharen



Patrick, Sonja und ich


Abendstimmung am Malawisee

unsere Fahrradtaxifahrer

Mittwoch, 6. Januar 2016

Auf nach Mbeya

By On Januar 06, 2016
Gestern habe ich mich mittags mit Patrick getroffen, der nun auch in Daressalaam eingetroffen ist. Wir machten uns auf den Weg zum "Ubungo Busbahnhof" um die Tickets nach Mbeya zu kaufen. John hat mich bereits gewarnt, dass es dort ziemlich zugehen würde. Damit hatte er recht. Der Busbahnhof ist riesig. Außerdem wurden wir gleich beim Ankommen von einer Meute umringt, die uns alle ihr Busunternehmen andrehen wollten. Die waren auch wirklich penetrant darin. Wir klapperten einen Großteil der Buchungsbüros ab, die eng nebeneinander stehen. Wir entschieden uns dann für das billigste Busunternehmen. Diese ganze Aktion war wieder eine richtige Tagesaufgabe.

Heute Morgen klingelte um 4 Uhr der Wecker, ich sollte nämlich schon um 5:30 Uhr am Busbahnhof sein. Die Nacht war lang für mich, da stundenlanger Stromausfall war und deshalb der Ventilator nicht funktionierte. Es war dann einfach viel zu heiß zum Schlafen. John war superlieb und ist mit mir gemeinsam aufgestanden. Er half mir ein Bajaji zum Busbahnhof zu finden. Und wieder hieß es Abschied nehmen. Die Bajajifahrt dauerte ca 30 Minuten. Als ich mein Handy aus der Tasche nahm warnte mich der Bajajifahrer, dass dies nachts viel zu gefährlich sei. Immer wieder käme es zu Überfällen, vor allem rund um den Busbahnhof. Mittlerweile habe ich schon von einigen Reisenden gehört, dass es in Daressalaam sehr gefährlich sei und sie bereits ausgeraubt wurden. Ich habe wahrscheinlich bloß immer mehr Glück als Verstand. Auf meiner bisherigen Afrikareise habe ich mich noch kein einziges Mal unwohl gefühlt und ich hatte auch nie das Gefühl, dass es irgendwie gefährlich wäre. Klar darf man nicht leichtsinnig werden. Die üblichen Sicherheitsvorkehrungen muss man immer beachten wie zB nicht zu viel Bargeld dabeihaben, am besten keine Handtasche, keine auffällige Kleidung oder Schmuck... 
Am Busbahnhof angekommen, war Patrick bereits dort. Wir waren wirklich überpünktlich da, nämlich schon um fünf. Wie man sich natürlich vorstellen kann, fuhr der Bus dann doch erst um 7 Uhr los. Dafür steht man in aller Hergottsfrühe auf. 

Ach, bevor ich es vergesse: Sonja ist auch mit uns im Bus. Sie hat mir gestern geschrieben, dass sie einfach heute morgen zum Busbahnhof käme und noch ein Ticket kaufe. Ich hab mir ehrlich gesagt nicht gedacht, dass dies noch klappen würde. Doch das Mädel scheint immer unglaubliches Glück zu haben. Sie kam um kurz vor 6 an und bekam sogar einen Platz in unserem Bus. Noch dazu hat sie sich das frühe Aufstehen und den gestrigen Stress mit dem Ticketkauf erspart.

Stattt den versprochenen 12 Stunden dauerte die Busfahrt fast 16 Stunden. Aber ich muss gestehen, dass ich sowas schon fast erwartet habe. Um kurz nach 22 Uhr kamen wir in Mbeya an und fanden eine günstige Unterkunft für nicht mal 2 Euro die Nacht. Morgen früh werden wir uns gleich nach Malawi aufmachen.

während der Fahrt



Montag, 4. Januar 2016

Daressalaam Tag 3

By On Januar 04, 2016
Wow, nun bin ich doch glatt schon wieder 3 Tage in Daressalaam. Eigentlich hätte ich mir vorgenommen nun etwas schneller zu reisen - immerhin möchte ich ja irgendwann in Südafrika ankommen - aber es will hald nicht so sein. Heute morgen machte ich mich ein zweites Mal zum Bahnhof der "Tazara-Bahn" auf. Ich staunte nicht schlecht als am Ticketschalter geschätzte hundert Menschen anstanden. Na gut, dann eben hinten anstellen, etwas anderes blieb mir sowieso nicht übrig. Die Pointe der Geschichte war dann, dass mir die Dame am Schalter nach ewig langem Anstehen erklärte, dass für morgen bereits alle Tickets ausgebucht sind. Der nächste Zug fährt erst am Freitag, aber so lange kann und will ich nicht mehr warten. Also dann Plan B. Ich wollte mich sogleich auf die Suche nach einem Busunternehmen machen, das nach Malawi fährt. Doch wie es das Schicksal so will, schreibt mir genau in dem Moment Sonja, ein deutsches Mädchen, das ich auf Zanzibar kennengelernt habe, ob sie mit mir nach Malawi kommen kann. Sie könne aber erst am Mittwoch. Außerdem hat sich Patrick, den ich auch auf Zanzibar kennenlernte, schon angekündigt mitkommen zu wollen. Soviel zum alleine reisen. Aber manchmal kann Gesellschaft ja auch recht lustig sein.

Am Nachmittag machte ich mich auf die Suche nach dem Kariakoo Markt, einem der größten Märkte hier in Daressalaam. Das war ein wildes Treiben dort. Und ich als einziger Muzungu weit und breit zog wieder jede Menge Aufmerksamkeit und Zurufe auf mich. Zeitweise ist das nach wie vor recht nervig, aber meine paar Brocken Swahili sind mir dabei immer sehr nützlich, denn das beeindruckt die Leute meist sehr und sie geben sich zufrieden. Ja mein Swahili wird immer besser, ich kann schon die Zahlen bis hunderttausend und ein wenig Smalltalk führen. Beides ist fürs Einkaufen am Markt lebensnotwendig.
Nach erfolgreichem Shoppen machte ich mich auf ins Stadtzentrum. Es beeindruckt mich immer wieder wie viele Menschen in so ein Dalla-Dalla passen. Da denkt man das Ding ist gesteckt voll und dann werden noch 10 weitere Leute reingestopft. Ein weiteres Schauspiel ist, wenn die Dallas zur Rush-Hour in den Busbahnhof einfahren und sich dann Unmengen von Menschen, wie eine Herde wilder Tiere, hineindrängen. Das ist ärger als bei den Schulbussen zu Hause. Als ich das das erste Mal sah konnte ich mich kaum mehr halten vor lachen. Wie ich jedoch das erstmals mit dieser Masse mitgerissen wurde fand ich es plötzlich nicht mehr so witzig.

Den Abend werde ich gemütlich zu Hause bei John verbringen.

Kariakoo Market