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Dienstag, 2. Februar 2021

Puerto de la Cruz und der Teide Nationalpark

 

Puerto de la Cruz, Teneriffa

Die Videos für Silvanas Deutsch-Online-Kurs zu drehen machte super viel Spaß. Es handelt sich dabei um kurze Videosequenzen mit jeweils einem grammatikalischen Schwerpunkt. Das Ganze mit einer großen Portion Humor.


Der Videodreh mit Silvana machte super viel Spaß. Hier bin ich beispielsweise am Villacher Kirchtag ;)

... und hier beim Segeln am Wörthersee *lach*


Letzten Samstag war ich gemeinsam mit Silvana und Sdravko am Strand von Las Teresitas - hier ließ sich die momentane Hitzewelle besser aushalten. Silvana zeigte sich begeistert, als Sdravko uns mit einem großen Palmenblatt verschiende Dattelarten von den Palmen am Strand herunterholte. Auch von den anderen Menschen am Strand ernteten wir erstaunte Blicke. 


Weiter nach Puerto de la Cruz

Am Sonntag Vormittag war es Zeit von Silvana Abschied zu nehmen. Gemeinsam mit Sdravko machte ich mich auf den Weg nach Puerto de la Cruz an der Nordküste Teneriffas. Es handelt sich dabei um eine der größten Städte auf der Insel. Sie ist bekannt für ihre Strände aus dunklem Vulkansand und einem recht angenehmen Klima. 

Zudem kann man hier halbwegs günstige Unterkünfte finden. Wir quartierten uns in einer Pension im Stadtzentrum ein. Gleich am ersten Tag besuchten wir den Botanischen Garten. Er gilt als einer der schönsten der Welt. Für Sdravko waren natürlich wieder die Früchte interessant. Leider ist im Januar und Februar nicht unbedingt die Saison zum Obst ernten. Trotzdem konnten wir ein paar Dinge finden wie diverse Nüsse, Sternfrüchte, Canistel, falsche Oliven, usw. Von den Macadamianüssen lag sogar so viel am Boden, dass wir drei ganze Tüten damit füllen konnten. Eine Macadamianuss zu knacken ist gar nicht so einfach, da sie eine sehr harte Schale hat. Wir mussten dazu an den Strand gehen und große, harte Steine suchen. Der leckere buttrig, süße Geschmack der Nuss entschädigt jedoch für sämtliche Mühen. 


Eine Macadamianuss knacken: Zuerst entfernt man die äußerste Schicht, welche bei Frischen Nüssen grün ist. Für die harte Nussschale braucht man dann einen harten Stein.


Von Aguamansa zum Montaña de las Cuevas

Am Montag wollte ich dann unbedingt hoch hinaus um endlich den Schnee zu sehen. Immerhin ist der El Teide mit seinen 3.715m ordentlich eingeschneit worden in den letzten Wochen. Leider fährt aber nur einmal die Woche ein Bus die steilen Bergstraßen hinauf, und das war erst wieder am Samstag. Ich suchte mir also eine andere Route heraus. Mit dem Bus ging es bis nach Aguamansa auf etwa 1.000m Seehöhe. Von hier aus wanderte ich zum Gipfel des Montaña de las Cuevas auf 2.061m. Der Weg dorthin führte mich zuerst durch die dichten Kiefernwälder des oberen Orotava-Tals. Es herrscht eine mystische Stimmung hier - meterlange Bärte (Flechten) hängen an den Ästen herunter und Nebel schleicht durch die Bäume. 


Blick auf den verschneiten El Teide vom Kiefernwald aus.


Später ging es einen felsigen, nur schwer erkennbaren Pfad steil nach oben. Ich musste feststellen, dass meine Schuhsohlen schon ordentlich abgenutzt sind und ich deshalb leider nicht mehr den besten Halt habe. Das kommt von dem schroffen Vulkangestein hier auf den Kanaren. Diese verkürzen die Lebenszeit von Schuhen beträchtlich. Endlich kam ich auch an die ersten Schneefelder. Unglaublich, dass diese sich hier halten können, denn die Temperaturen sind in den letzten Tagen stetig angestiegen. Selbst ich war nur mit einer kurzen Hose und einem kurzen Shirt unterwegs. Fast die ganze Wanderung über hatte ich einen traumhaften Ausblick auf den Teide


Endlich Schnee!

Blick auf den El Teide


Von Aguamansa nach El Portillo

Sdravko wollte ja gestern nicht mitkommen, weil er dachte es wäre viel zu kalt dort oben in den Bergen. Nachdem ich ihm aber erzählt hatte, wie warm es gestern war, zeigte er plötzlich nicht mehr so abgeneigt von der Idee irgendwo ihn den höheren Lagen wandern zu gehen. Wie gesagt fährt leider nur am Samstag ein Bus hoch hinauf, also beschlossen wir es per Autostopp zu versuchen. 


Zuerst nahmen wir wieder den Bus nach Aguamansa. Von hier versuchten wir dann unser Glück. Scheinbar war heute Feiertag, denn es war ordentlich was los auf der Bergstraße. Das Problem war leider nur, dass einem die Leute in diesem Fall nicht so leicht mitnehmen. Wir wanderten bereits einige Kilometer zu Fuß die Straße entlang, bis endlich jemand anhielt. Es war netter einheimischer Mann, der mit seinem Pick-up in den Wald fuhr um Kiefernnadeln einzusammeln. Leider fuhr er nicht ganz nach El Portillo. Wieder gingen wir einige Kilometer zu Fuß, bis ein junges Touristenpärchen aus Frankreich für uns hielt. Die zwei brachten uns ganz hoch bis nach El Portillo auf 2.078m. Wir befanden uns nun im Teide Nationalpark, der größte Nationalpark der Kanaren. Ich bestaunte die einzigartige Kraterlandschaft mit ihren unzähligen Vulkankegeln und erstarrten Lavaströmen.


Zu unserer Freude war es nicht einmal kalt hier. Auch vom Schnee war nicht mehr viel übrig. Da es nun schon nach Mittag war, konnten wir nur noch eine kleinere Wanderung machen. Die Gegend wirkt wie eine karge Wüste mit einigen trockenen Büschen. Zudem kann man tolle vulkanische Gesteinsformationen bewundern, die aus erkalteter Lava entstanden sind. Der größte aller Vulkane auf dieser Insel - der El Teide - wirkte von hier aus so unglaublich nah. An seinen Nordhängen lag noch viel Schnee, die Südhänge wirkten aber schon fast aper. Der El Teide ist zudem der höchste Punkt Spaniens.

 

Wandern mit kurzer Hose und kurzem Shirt im Teide Nationalpark auf etwa 2.300m Seehöhe.


Gegen 16:00 Uhr beschlossen wir schön langsam den Rückweg anzutreten, bevor es allzu kalt wird in dieser Höhe. Außerdem wussten wir nicht, wie viel Glück wir nun mit dem Autostoppen haben werden. Doch siehe da, wir standen keine 10 Minuten an der Straße, da hielt auch schon ein unglaublich liebes, älteres Ehepaar für uns an. Sie erzählten uns, dass sie aus Orotava kommen. Am Ende ließen sie es sich aber nicht nehmen, uns bis nach Puerto de la Cruz vor die Haustüre unserer Unterkunft zurückzubringen. Sie heißen Domingo und Luzia. 


Insgesamt waren das sehr schöne Eindrücke heute, sowohl die Natur wie auch die liebenswürdigen Menschen, die wir kennenlernen durften. 



Wohin es morgen gehen wird, werden wir spontan entscheiden.

Hasta luego!

Eure Michi :)





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