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Freitag, 5. Februar 2021

Abenteuer in Los Gigantes

 

Los Gigantes, Teneriffa

Eigentlich überlegten Sdravko und ich, ob wir die nächsten Nächte wieder irgendwo draußen schlafen sollten. Der Wetterbericht schien aber dermaßen schlecht, dass wir uns einen Plan B überlegten. Es sollte bis auf 1.500m herunterschneien und es sind heftige Regenstürme angekündigt.


Unser Plan B war Los Gigantes. Es ist der westlichste Ort Teneriffas. Das einst verträumte Fischerdorf entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Touristenzentrum. Seine imposante Steilküste fällt bis zu 450m senkrecht in den Atlantik hinein. Der Ort erinnert mich tatsächlich ein bisschen an Puerto de Mogán auf Gran Canaria. 


Bevor wir uns mit dem Bus auf dem Weg nach Los Gigantes machten, spazierten wir noch ein wenig an der Küste von Puerto de la Cruz entlang - in der Hoffnung ein paar Früchte zu finden. Da leider gerade nicht Saison ist, fanden wir bis auf ein paar Ashwagandha Beeren nicht viel Essbares. Sehr beeindruckend fand ich aber die Blüten der Passionsfrüchte:


Die wunderschöne Blüte der Passionsfrucht


Unsere Unterkunft in Los Gigantes versetzte uns in Staunen. Wir buchten ein Appartment für 18 Euro pro Person und Nacht. Unsere Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Das Ganze in einem Apparthotel. Bereits beim Betreten des Hotels erschien es uns recht nobel. Es gibt sogar zwei beheizte Pools. Unser Appartment ist riesig groß (70m²) mit Küche, Waschmaschine, Wohnzimmer, riesiger Terrasse und für jeden ein eigenes Schlafzimmer und als Draufgabe sogar noch zwei Badezimmer. Nicht schlecht! Vor allem wenn man bedenkt, dass ich auf Gran Canaria oft schon 20 Euro für ein Bett im Schlafsaal bezahlt habe. Wegen dem Corona ist das Hotel fast leer - unser Glück ;)


Los Gigantes: Skywalk und Durchquerung zweier Wassertunnel

Ihr könnt euch vielleicht daran erinnern, dass ich Mitte Januar bereits mit Pedro hier in Los Gigantes war und wir eine abenteuerliche Wanderung entlang der Steilküste und der alten Wasserkanäle starteten. Ich fand das damals so beeindruckend, dass ich etwas ähnliches unbedingt noch einmal machen wollte. Auch Sdravko fand die Idee gut. 

Wir starteten denselben Steilkippenweg (auch "Skywalk" genannt), den ich bereits kannte. Am Ende des Weges mussten wir durch einen ein Kilometer langen Wassertunnel, hier auch als "Galeria" bekannt. Wie ich bereits in einem vorherigen Post beschrieben hatte, wurden diese Stollen zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet, um die Wasserversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Wasser wird auf Teneriffa in Kanälen und Rohren über die ganze Insel verteilt. Teilweise ist es möglich solche Wasserstollen zu begehen. Nachdem wir also die erste Galeria durchquert hatten, mussten wir erstmals eine steile Schlucht - Barranco Mancha de Los Díaz - bergauf wandern. Es folgten uns fünf ältere Herren aus Frankreich. Sie waren so begeistert von unserem Abenteuer durch die Galerias zu wandern, dass sie es uns gleich tun wollten. Im Endeffekt bekam der eine aber Probleme mit seinen Beinen und so blieben vier von ihnen zurück. Der scheinbar älteste von ihnen wollte aber nicht so schnell aufgeben und schloss sich uns wagemutig an. 

Schon bald kamen wir zum Eingang eines weiteren Wasserstollens. Es scheint so, als wäre dieser mit einem Gitter verschlossen gewesen. Das Gitter lag aber nun zig Meter unter dem Stolleneingang. Glück gehabt. Laut meiner Landkarte sollte dieser Tunnel fast 3km lang sein - er wird auch "El Largo" (= der Lange) genannt. Nun konnten wir nur hoffen, dass auch das Gitter am anderen Ende entfernt wurde, sonst müssen wir den ganzen Weg zurück. Im Stollen war es recht warm. Der arme fast zwei Meter große Sdravko hatte große Mühen, weil die Tunnelhöhe recht niedrig ist und er sich somit die ganz Zeit bücken musste. 

Der Eingang zum zweiten Wasserstollen, der ganze drei Kilometer lang ist. 

Wir hatten großes Glück und kamen alle wohlauf am anderen Ende wieder heraus. Durch ein kleines Tal ging es wieder zurück nach Los Gigantes. Am Rückweg wanderten wir an einigen Obstplantagen vorbei und konnten sogar ein paar reife Orangen ergattern. 



Regenschauer....

Heute Morgen hat uns nun auch hier die Schlechtwetterfront erreicht. Es hat über Nacht ordentlich abgekühlt und es ziehen immer wieder heftige Regenstürme vorbei. Wie gut, dass wir hier so eine große und schöne Unterkunft haben. Und weil es uns so gut gefällt, haben wir erstmals bis zum 9. Februar verlängert. 

Vulkanische Gesteinsformationen am "Charco del Diablo"






In diesem Sinne: Hasta Luego!

Eure Michi :)




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