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Freitag, 14. Februar 2020

Willkommen in Vagator

By On Februar 14, 2020

Kurz nach Mittag verließ ich gestern das Apartment von Winston wieder. Er kam am Morgen vor der Arbeit noch vorbei, um sich zu verabschieden.

Die Weiterreise nach Vagator zu meinem neuen Gastgeber Conrad stand an. Zuerst ging es mit dem Bus von Colva nach Margao.

am Busbahnhof von Margao - Goa

Dann von dort mit einem Bus nach Panjim. Ich hatte Riesenglück, denn Conrad war gerade zufällig in Panjim, sonst hätte ich noch zweimal den Bus wechseln müssen, um nach Vagator zu gelangen.

Ich fand Conrad auf Anhieb sympathisch. Mit voller Begeisterung zeigte er mir seine Lieblingsplätze hier in der Gegend.



Sein Apartment befindet sich in zentraler Lage und sieht wirklich nobel aus. Und am besten ist der Infinity-Pool auf der Dachterrasse.

Conrad's Infinity Pool auf der Dachterrasse - Was will man mehr?

Zu Sonnenuntergang ging es in eine Bar, die traumhaft über den Meeresklippen gelegen ist. Dort probierte ich meinen allerersten Feni. Das ist ein lokales alkoholisches Destilat, das aus zumeist aus Cashewnüssen oder auch aus Kokosnüssen hergestellt wird. Getrunken wird er entweder pur oder mit Zitronensoda und Chili. Manchmal wird auch Salz dazugemischt. Ich entschied mich für die Variante mit Zitronensoda und Chili. Obwohl ich kein großer Fan von diesen alkolischen Destilaten bin, muss ich sagen, dass es gar nicht so schlecht geschmeckt hat.

Sonnenuntergang in Vagator mit meinem allerersten Feni :)

Unser Abendessen

Conrads Plan war es, dass wir am Abend noch ausgehen zum Tanzen. Er ist nämlich ein leidenschaftlicher Tänzer. Daraus wurde dann aber leider nichts mehr, da ich todmüde war *lach*.

Den heutigen Tag startete ich mit einem vorzüglichen Frühstück:



Danach wanderten wir zu dem Aussichtspunkt Chapora Fort. Von dort aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Strände.

Chapora Fort in Vagator

Nach dieser Anstrengung stand erstmals Entspannung im Pool auf der Dachterrasse an. Gefolgt vom besten Meeresfrüchte Tahli, das ich jemals gegessen hatte. Das Restaurant wirkte recht nobel - also normalerweise nicht unbedingt mein Stil auf Reisen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts ;)

Meeresfrüchte Tahli

Ich getraue mich nun wirklich zu behaupten, dass Indien mein kulinarischer Favorit ist von allen Ländern, die ich bisher bereist habe. Unglaublich, wie lecker hier gewürzt wird. Das verursacht jedes Mal so eine Art Geschmacksexplosion im Mund.

Für heute Abend steht dann Ausgehen und Tanzen am Plan. Bin gespannt, ob ich dieses Mal durchhalte ohne vorher einzuschlafen. Außerdem bin ich wohl der schlechteste Tänzer unter der Sonne *lach*.

Ich wäre nun aber wirklich mal auf das Nachtleben in Goa gespannt.

Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen Valentinstag ;)

















Mittwoch, 12. Februar 2020

Ein Paket versenden in Indien

By On Februar 12, 2020

Vielleicht habt ihr genauso wie ich schon genug Horrorstorys darüber gehört, wie kompliziert und vor allem nervenaufreibend es sei, ein Paket von Indien aus zu versenden. Ich war also auf das Schlimmste vorbereitet. 

Nachdem ich gestern schon zwei gescheiterte Versuche in etwas kleineren Postfilialen hatte, besuchte ich heute die Hauptpostfiliale dieser Region, welche sich in Margao gleich neben dem Busbahnhof befindet. Als ich diese gegen Mittag betrat, fand ich dort eine riesige Menschenmasse vor, die alle am Schalter anstanden. Das waren ja gute Aussichten.

Ich erkundigte mich bei einer Einheimischen wie das nun laufen würde. Sie erklärte mir, dass ich eine Nummer bräuchte. Dann müsste ich warten bis diese aufgerufen wird. Ich besorgte mir also meine Nummer. Doch kaum hatte ich dies gemacht, winkte mich einer der Postbeamten zu sich. Er erklärte mir, dass ich zu ihm in eine Seitenkammer kommen sollte. Gesagt getan. Ich fragte ihn noch, ob er meine Sachen auch einpacken könnte. Denn das korrekte Verpacken ist für viele Reisende die Hauptproblematik. Es gibt in Indien ganz strenge Vorschriften dafür. Ich hatte ein Riesenglück, denn er meinte, dass dies kein Problem sei. Das lief ja wirklich alles besser als gedacht. Der nette Beamte meinte, ich solle hier kurz warten. Er müsste nur schnell einen Verpackungskarton für meine Sachen kaufen. Nach etwa zehn Minuten kreuzte er mit einem recht verlottertem, alten Bierkarton wieder auf. Mehrmals fragte er mich, ob ich ihm den Karton auch bezahlen würde. Ich fragte ihn, was er dafür wollte, woraufhin er antwortete, dass ich das selbst entscheiden sollte. Okay, nun war mir auch klar, warum ich so schnell an die Reihe kam. Der Gute erhoffte sich ein paar Extrarupies von der ahnungslosen Touristin. Aber in dem Fall war es mir das auch Wert.

Nun begann er die zu versendenden Artikel genau zu untersuchen. Dabei stellte er mir jede Menge Fragen: Warum möchtest du das Zeug verschicken? An wen möchtest du es verschicken? Keine Ahnung ob das obligatorische Fragen waren, oder ob er einfach nur sehr neugierig war. Als nächstes legte er die Sachen in den Karton. Etwas kritisch fragte ich ihn, ob dieser das standhalten würde. Er erklärte mir, dass ich mir keine Sorgen zu machen bräuchte, denn er würde das Paket noch in einen weißen Leinenstoff einnähen. Das klingt doch super. Wieder verschwand er für eine halbe Ewigkeit. Zurück kam er mit einigen weißen Leinenstoff-Fetzen. Äußerst sorgfältig begann er das Paket einzunähen. Das Ganze dauerte fast eine Stunde. Dann wies er mich darauf hin, dass er eine Reisepasskopie von mir bräuchte. Ich hatte nur das Original dabei, doch zum Glück konnte er eine Kopie hier in der Filiale anfertigen. Nun musste ich drei verschiedene Formulare ausfüllen. Dort sollte ich angeben, was genau in dem Paket ist, wo ich hier in Indien wohne und so weiter. In einem Flüsterton meinte der Beamte ich solle ihm nun das Geld für den Karton geben. Bereitwillig gab ich ihm 100 Rupies (= ca 1,30 Euro), da ich sehr froh war wie unkompliziert alles lief. Er schien damit zufrieden zu sein und steckte das Geld schnell in seine Hostentasche. 

Jetzt wurde das Paket gewogen: knappe drei Kilogramm. Er fragte mich noch, ob ich einen Expressversand wollte. Ich verneinte dies. Ein zweiter Beamter begann nun meine Daten sorgfältig in den Computer einzutippen. Dabei machte er jede Menge Fehler beim Schreiben meines Namens und der Adresse. Zum Glück stand ich direkt hinter ihm und konnte ihn darauf hinweisen. Letztendlich bezahlte ich 1.800 Rupies (=ca 23 Euro) für das Versenden des Pakets. Das ist eigentlich okay. Nach gut 1,5 Stunden konnte ich die Postfiliale wieder verlassen. Ich war überglücklich, dass - für indische Verhältnisse - alles so reibungslos lief. Ich hätte wirklich mit Schlimmeren gerechnet. Nun kann ich nur noch hoffen, dass das Paket auch ankommt ;)

In diesen weißen Leinenstoff musste das Paket eingenäht werden

Der Post beamte beim Einnähen  meines Pakets. 

Den Weg zurück nach Colva legte ich zu Fuß zurück - etwa 8 Kilometer. Dabei traf ich auf eine Herde Wasserbüffel, die gerade beim Baden waren *lach*. 

Dienstag, 11. Februar 2020

Schweißtreibendes Colva

By On Februar 11, 2020

Die unschönen Strände von Colva

Viel zu früh erwachte ich heute morgen und schaffte es leider nicht mehr einzuschlafen. Da ich mit Winston gestern noch bis spät in die Nacht zusammensaß, erreichte ich nur knapp die Hälfte meiner Wohlfühl-Schlafmenge, welche acht Stunden beträgt. Trotzdem startete ich den Tag topmotiviert mit einer Stunde Morgengymnastik. Man muss immerhin irgend fit bleiben auf Reisen. Mit Joggen ist bei der Hitze nämlich nicht viel.

Auf dem Weg zum Strand merkte ich wie mir die Hitze in Kombination mit dem Schlafmangel ordentlich zu schaffen machte. Dazu kamen noch nervige Straßenverkäufer. Am Strand von Colva angekommen, kam die nächste Niederlage. Von einem schönen Strand konnte man hier wirklich nicht sprechen. Zudem total überlaufen - vorwiegend Russen und einheimische Touristen. Ziemlich enttäuscht spazierte ich in Richtung Sernabatim und Benaulim Beach. Winston meinte, dass  es dort schöner sei. Okay, im Vergleich zum Colva Beach waren sie vielleicht einen Tick schöner, aber trotzdem nicht wirklich schön.

Sernabatim Beach: Auf dem Foto sieht er eindeutig besser als in real ;) Aber ich habe mir auch ganz viel Mühe gegeben die Menschenmassen nicht drauf zu haben. 

Viele Menschen hier sind Katholiken. Sie lieben es Busse, Schiffe und Lokale mit "Jesus" zu beschriften. 

Ich hoffte ein Plätzchen zum Baden zu finden, denn die Hitze wurde immer unerträglicher. Leider war die Suche nicht erfolgreich. Es waren fast überall Massen an Einheimischen mitsamt all ihren Klamotten im Wasser und da wollte ich wirklich nicht unnötiges Aufsehen erregen und mit dem Bikini herumspringen. Zudem waren die Strände so überfüllt, dass ich meine Tasche nicht einfach irgendwo liegen lassen wollte. Die wäre dann wahrscheinlich schneller weg gewesen, als ich schauen könnte. Ziemlich frustriert und schon einem Sonnenstich ziemlich nahe, setzte ich mich in ein Strandlokal. 

Die Straßen von Colva fand ich ganz schön :)

Die Sache mit der Post in Indien 

Da das mit dem Schwimmen wohl nichts mehr wird, beschloss ich eine Postfiliale zu finden. Es hat sich nämlich mit der Zeit jede Menge Krimskrams (Geschenke von Couchsurfing Gastgebern, Souvenirs, Klamotten) angesammelt, den ich gerne nach Hause schicken würde. Ich habe schon öfters gehört, dass das mit der Post in Indien nicht gerade einfach sein sollte. Die indische Bürokratie ist nämlich eine recht nervenaufreibende Angelegenheit. Winston hat mir gestern noch gezeigt wo ich eine Postfiliale finden konnte. Dort angekommen, war die Dame am Schalter gerade am Telefonieren. Es waren noch weitere Mitarbeiter vor Ort, doch die beachteten mich nicht weiter. Ich wartete geduldig eine halbe Ewigkeit bis die Gute endlich den Telefonhörer auflegt hatte und sich mir zuwandte. Sie fertigte mich recht schnell ab, indem sie mir sagte, dass es nicht möglich sei Pakete von hier aus zu verschicken. Okay, ich habe noch eine zweite Möglichkeit. Im Nachbarort sollte es eine weitere Filiale geben. Der Weg dorthin zog sich unendlich. Leider war das auch nur eine kleine Postfiliale. Wie bereits erwartet, versenden sie dort auch keine Pakete. Der Herr war aber etwas gesprächiger und erklärte mir, dass ich doch nach Margao fahren sollte. Dort wäre des alles kein Problem. Zudem würden sie mir da mein Paket sogar verpacken. Das mit der Verpackung ist nämlich eine weitere  Hürde. Anscheinend muss man das Zeug nämlich fein säuberlich in einen weißen Leinenstoff einnhähen. Nun hoffe ich, dass der nette Mann recht hat und die das dort wirklich für mich machen. Aber dieses Projekt werde ich auf Morgen verschieben, denn dafür fehlt mir heute die Energie. 


Montag, 10. Februar 2020

Mein letzter Tag in Palolem: Erkundungstour auf Monkey Island

By On Februar 10, 2020


Wie die Zeit vergeht - heute musste ich Palolem leider schon wieder verlassen. Natürlich könnte ich noch länger bleiben, aber ich habe nun schon einen neuen Couchsurfing Gastgeber in Colva organisiert und immerhin möchte ich noch mehr von Goa sehen. 

Zur Feier des Tages gönnte ich mir ein richtig leckeres Frühstück, in einem Café namens "Zest". Ich getraue mich zu sagen, dass dies eines der besten und gesündesten war, die ich jemals hatte. Seht selbst: 

Frühstück im "Zest Café" in Palolem - ein Traum!

Am Weg zum Strand fand ich wieder allerhand Kühe auf den Straßen vor. Teilweise marschieren diese Viecher auch einfach in die Shops. Und keiner scheint sich großartig daran zu stören. Anscheinend haben manche der Rinder sogar einen Besitzer, andere wiederum sind Streuner. Sogar am Strand relaxen sie inmitten der Touristen im Schatten der Liegestühle - ein herrlicher Anblick.

Kühe auf den Straßen von Palolem

Schlangenalarm auf Monkey Island 

Da ich erst am Abend weiterreisen wollte, hatte ich noch einen ganzen Tag, den ich hier in Palolem verbringen konnte. Meine Mission für heute war es "Monkey Island" (deutsch: Affeninsel) - bzw auch "Canacona Island" genannt - zu erkundschaften. 

Die erste Hürde war es irgendwie dorthin zu kommen. Man kann die Insel nämlich nur bei Ebbe zu Fuß erreichen. Da ich keine Ahnung hatte, wie das genau läuft mit Ebbe und Flut versuchte ich am Vormittag einfach mal mein Glück. Leider ohne Erfolg - es war viel zu viel Wasser. Als ich dann am Nachmittag einen zweiten Versuch wagte, hatte ich mehr Glück. Ich konnte zwar nicht den ganzen Weg im Trockenen zurücklegen, aber immerhin ging das Wasser nicht weiter als bis zum Knie. Der Weg dorthin entpuppte sich als eine ordentliche Kraxlerei über ziemlich rutschige Steine. Aber wäre ja nur halb so spannend wenn es einfach wäre. 

Auf der Insel angekommen, stand dort ein verrostetes Schild, welches besagte, dass das Betreten der Insel verboten ist. Ich ging mal davon aus, dass das schon seine Gültigkeit verloren hatte bzw verjährt war, immerhin sah es nicht so aus, als hätte man das Schild dort erst vor ein paar Tagen plaziert. Ich fand einen kleinen Pfad, dem ich folgte. Der Weg war ziemlich verwachsen, aber die traumhaften Ausblicke von der Insel entschädigten für all die Mühe. Es war wunderschön. Zudem war ich die einzige Person hier - weit und breit war keine andere Menschenseele zu sehen. 

Wunderschöne einsame Insel 
Der Weg führte einmal komplett um die Insel. Ich genoss die Wanderung sehr. Doch das änderte sich schlagartig, als ich plötzlich vor diesem Schild stand: 

Schlangenwarnung auf "Monkey Island" - Palolem (Goa)

Das war tatsächlich eine Schlangenwarnung. Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter. Ich muss zugeben, dass Schlangen nicht gerade zu meinen Lieblingstieren gehören. Und erst vor Kurzem hat mir jemand erzählt wie gefährlich diese Kraits (eine Art von Giftnattern) wären. Ein Biss ist zu 50% ein Todesurteil. Aber auch mit den anderen drei Arten ist nicht zu spaßen. Plötzlich wollte ich nur noch weg von hier. Ich hatte keine Ahnung wie weit es noch war, bis ich meine Inselrunde fertig hatte. Leicht panisch suchte ich mir einen langen Ast und begann diesen vor mir auf den Weg zu klopfen um diese Untiere zu vertreiben. Mir war aber trotzdem alles andere als wohl. Wieso müssen die hier auch plötzlich so ein Schild anbringen? Wenn das bereits am Anfang der Insel gewesen wäre, dann hätte ich diese bestimmt nicht betreten. Tja manchmal  wird mir mein abenteuerliches Gemüt auch zum Verhängnis. Gott sei Dank konnte ich meine Inselwanderung beenden, ohne nur eine einzige Schlange gesehen zu haben. Ich war heilfroh und konnte nun auch ein wenig lachen, über meine Schlangenphobie. Diese Tiere zählen wirklich zu den wenigen Dingen vor denen ich wirklich Angst habe. Das habe ich wohl von meiner Mami geerbt ;)

Blick von Monkey Island auf das Festland
Ich genoss noch ein erfrischendes Bad im Meer und machte mich dann auf in Richtung Busbahnhof. 

Der Strand von Palolem
Da ich eine recht ungünstige Zeit mitten im Arbeitsverkehr gewählt habe, war der Bus gestopft voll und ich musste über eine Stunde stehend verbringen.

Voll gestopfter Bus von Palolem nach Colva 

Colva 

Etwa eineinhalb Stunden später kam ich in dem Ort Colva an, welcher auch direkt am Meer liegt und zu Südgoa gehört. Mein Gastgeber Winston holte mich vom Busbahnhof ab. Er brachte mich in sein kleines Ferienapartment, etwa 30 Gehminuten vom Strand entfernt. Er selber wohnt in Margao. Wow, was für ein Luxus, ich habe also ein ganzes Apartment für mich alleine. 

Den Abend verbrachte ich gemeinsam mit Winston in einem netten Strandlokal. Wir genossen kühles Bier und spannende Gespräche. 

Namaste :)

Sonntag, 9. Februar 2020

Fahrradtour zum Galgibaga, Talpona, Rajbaga und Patnem Beach

By On Februar 09, 2020

Da gestern die Strände nördlich von Palolem erkundet wurden, standen heute die südlichen am Programm. Ich machte mich am Vormittag auf zu der netten Dame vom Fahrradverleih. Diesmal ging ich das Ganze etwas schlauer an und prüfte das Mountainbike vorher auf Bremsfähigkeit und Gangschaltung. Das hat sich ausgezahlt - der Drahtesel funktionierte einwandfrei. Ich radelte in Richtung Süden bis zum Galgibaga Beach. Ein paar Einheimische saßen im Schatten der riesigen Palmen und picknickten dort. Vereinzelt sah man auch ein paar Touristen. Ein super idyllischer Bilderbuchstrand. 

Galgibaga Beach
Ich suchte mir ein schönes Fleckchen und gönnte mir ein kurzes Siesta und badete im kristallklaren Wasser. Zudem hielt ich Ausschau nach Meeresschildkröten, aber leider erfolglos. Der Strand ist nämlich ein geschützter Brutplatz. Anscheinend kommen die Schildkröten aber nur nachts an den Strand - schade. 

Galgibaga Beach
Ich fand ein kleines Strandlokal wo ich mir einen Meeresfrüchtesalat gönnte. Gestärkt setzte ich meine Tour fort. Vorbei am Talpona Strand kam ich dann zum Rajbaga Strand. Auch hier war es fast menschenleer und ich legte erneut einen kurzen Badestopp ein. Der letzte Halt war dann der Patnem Strand. Dort war schon deutlich mehr los. Aber im Vergleich zu Palolem immer noch recht ruhig.

Sonnenuntergang am Strand von Palolem 


Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es in Goa so schöne und friedliche Strände gibt. Man hatte mich nämlich gewarnt, dass die Strände in Indien vermüllt und voll von Menschenmassen seien. Dem kann ich nicht zustimmen - zumindest hier im Süden Goas wirken sie alle sehr ruhig und idyllisch. Die nächsten Tage werde ich mich aber langsam nach Nordgoa vorarbeiten. Bin schon gespannt wie es dort wird.

Namaste

















Samstag, 8. Februar 2020

Butterfly, Agonda und Cola Beach

By On Februar 08, 2020

Strände im Süden Indiens

Nach einem äußerst leckerem Frühstück in der German Bakery, beschloss ich mir ein Fahrrad auszuleihen, um die umliegenden Strände zu erkundschaften. Bei meiner Suche nach einem Fahrradverleih, wurde ich rasch fündig. Für 100 Rupies konnte ich mir ein nicht allzu schlecht aussehendes Mountainbike ausleihen. Doch der Schein trügte. Weder die Bremse funktionierte noch die Gangschaltung. Somit konnte ich weder bergauf noch bergab fahren. Bergauf war es nämlich fast unmöglich zu treten und bergab war mir zu riskant ohne Bremsen, immerhin sprangen immer wieder streunende Hunde oder Kühe auf die Straße. Ja, tatsächlich tummeln sich hier in der Gegend ziemlich viele der heiligen Rinder auf den Straßen. Ich glaube, wenn ich so ein Tier anfahren würde, dann würde mir hier in Indien die Todesstrafe verhängt werden. Aufgrund ziemlich vieler Hügel, kam ich demzufolge nur sehr langsam voran. Nichtsdestotrotz war es eine traumhaft schöne Biketour heute. Ich bewegte mich von Palolem aus in Richtung Norden. 

Butterfly Beach

Der erste Strand auf meiner Erkundungstour war der Butterfly Beach. Ich konnte mit meinem Fahrrad nicht direkt an den Strand fahren, sondern ich musste die letzten zwei Kilometer einem recht rustikalen Dschungelpfad folgen. Der Strand war wunderschön und recht klein. Nur einige wenige Leute waren dort. Die meisten lassen sich mit einem Motorboot von Palolem aus  hierher bringen. Da der Strand so schwer zugänglich ist, gibt es auch keine Strandbars oder Cafés hier. 





Um die Mittagszeit herum, wurde es fast unerträglich heiß. Ich schwitzte ohne Ende und trank auch dementsprechend viel Wasser. 


Agonda Beach

Ich war heilfroh, als ich endlich am Agonda Beach ankam, da meine Trinkwasserreserven schon zu Ende waren. Hier gibt es wieder Shops und Restaurants. Trotzdem scheint es etwas ruhiger zu sein als in Palolem. Ich spazierte an das südliche Ende des Strandes. Dort ist es etwas felsiger und weniger überlaufen. Ich genoss ein erfrischendes Bad im Meer und ein kurzes Siesta.



Cola Beach

Der letzte Stopp auf meiner Fahrradtour war der Cola Beach, welcher letztendlich auch mein Favorit wurde. Der Strand ist nicht so klein und ruhig wie der Butterfly Beach, aber auch nicht so überlaufen wie der Agonda Beach. Es gibt ein paar richtig nette Strandcafés und es sind nur sehr wenige Menschen zu sehen. Außerdem ist auch eine kleine Lagune dort, die zum Baden einlädt. In einem kleinen, idyllischen Strandcafé gönnte ich mir einen Kaffee und beobachtete die Wellen, die ans Ufer rollten. 

Die Lagune am Cola Beach

















Freitag, 7. Februar 2020

Willkommen in Palolem / Goa

By On Februar 07, 2020

Die Nachtzugfahrt verlief ganz gut, ich konnte sogar etwas schlafen. Diesmal war der Zug zwar recht vollgestopft und diverse indische Familien machten ziemlichen Radau bis tief in die Nacht hinein, doch meine Ohropax halfen mir zum Glück recht gut darüber hinweg. Ich stellten meinen Wecker auf 3:45 Uhr am Morgen. Wir sollten nämlich planmäßig um um 4 Uhr in Margao ankommen. Mit leichter Verspätung kamen wir dann aber erst um 5:30 dort an. Demzufolge war die Nacht recht kurz für mich. Hier trennten sich die Wege von Theresa und mir auch wieder.

Es war noch stockdunkel in der Stadt. Ich musste zum Busbahnhof, um von dort aus nach Palolem zu kommen. Einige Rikscha(=Tuk Tuk)-Fahrer belagerten mich sogleich. Ihre Preise waren mir eindeutig zu hoch, also beschloss ich zu Fuß zu gehen. Die einsamen, stockdunklen Gassen waren sehr unheimlich. Bald schon bereute ich, dass ich nicht mit der Rikscha gefahren bin. Wie durch ein Wunder, hielt plötzlich ein sehr sympathischer junger Inder mit seinem Moped neben mir. Er bot mir an mich zum Busbahnhof zu bringen. Ich zögerte kurz, da ich mir nicht sicher war, wie schlau das nun sei, mit einem Wildfremden mitzufahren. Ich verließ mich aber auf mein Bauchgefühl und schwang mich auf sein Moped. Er brachte mich heil an den Busbahnhof und ging auch noch sicher, dass ich den richtigen Bus fand. Den jungen Mann muss der Himmel geschickt haben. Ohne ihn hätte ich hier ewig herumgesucht. Ich streckte ihm 100 Rupies entgegen, die er anfangs gar nicht annehmen wollte. 

Die Busfahrt nach Palolem ging schneller als gedacht. Eigentlich hätte ich einen Couchsurfing Gastgeber namens Brajend organisiert. Doch dieser reagierte auf meine Nachrichten nicht. Also setzte ich mich erstmals in ein Café und bestellte ein Frühstück. Es war immerhin erst sieben am Morgen. Als ich gegen zehn immer noch nichts von ihm hörte, machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Das lief wieder besser als gedacht. Ein netter Herr bot mir an mich mit seinem Moped zu seinen Bungalows am Strand zu bringen. Da der Preis auch stimmte, willigte ich ein. Und tatsächlich, es war ein wunderschönes Fleckchen. Ich war sowieso todmüde und hätte nicht groß Lust gehabt nun ewig herumzusuchen. 

Gegen Mittag meldete sich dann Brajend und entschuldigte sich vielmals. Er hätte völlig verschlafen, da er komplett stoned von der gestrigen Party war. Naja, kann ja mal passieren. Wir tranken gemeinsam einen Chai und plauderten über Gott und die Welt. 

Am Nachmittag erkundete ich die umliegenden Strände. Wirklich traumhaft schön! Und vor allem weniger überlaufen als die meisten Strände in Goa. Hier lässt es sich auf alle Fälle ein paar Tage aushalten.



Abendstimmung am Strand von Patnema

Palolem Strand


Donnerstag, 6. Februar 2020

Tempelbesichtigung und Klippenspringen in Hampi

By On Februar 06, 2020

Der gestrige Tag verlief recht gemütlich. Das war auch gut so. Denn immerhin war Theresa gerade erstmal eine Nacht in Indien und wir haben schon ziemlich viel erlebt: Erkundungstour durch Bangalore, neuer Haarschnitt, eine Nachtzugfahrt, Mopedtour in Hampi, Schwimmen im Sanapura-See usw. Es fühlte sich an, als wäre sie schon ewig hier. 

Nach dem Frühstück starteten wir von der Hippie Insel in Richtung Hampi, also auf die andere Seite des Flusses. Dort sahen wir uns den recht beeindruckenden Virupaksha Tempel  an. Dieser ist in nur wenigen Gehinuten von der Fähre aus zu erreichen. Besonders spannend fanden wir, was sich dort an Tieren alles so tummelt. Jede Menge Affen treiben hier ihr Unwesen, zudem wir ein Elefant im Inneren des Tempels gehalten. In einem Becken vor dem Tempel wimmelte es nur so von Fischen und wir entdeckten auch zwei Wasserschildkröten. Man darf den Tempel nur barfuß betreten. Das Gefühl durch die ganze Affenkacke zu wandern ist zwar nicht so prickelnd, aber das muss man ausblenden. 

Im Vijayanagar Tempel



In Hampi gibt es noch eine ganze Menge mehr Tempel, immerhin war hier von 1343 bis 1565 die Hauptstadt des Königreichs Vijayanagar. Dieses soll in seiner Blütezeit sogar fast ganz Südindien kontrolliert haben. Zudem wird die Einwohnerzahl damals auf etwa 500.000 Personen geschätzt. Heute leben in dem Dorf nur noch knapp 3.000 Menschen. Von damals sind nun nur noch Ruinen übrig, die eingebettet sind in eine außergewöhnliche Felslandschaft umgeben von Bananenplantagen und Reisfeldern. 


Nach der Tempelbesichtigung machten wir uns auf zurück in die unsere Unterkunft und verbrachten dort einen sehr gemütlichen und eher unproduktiven Nachmittag - aber das darf immerhin auch mal sein.

Unsere gemütliche Unterkunft auf der Hippie Insel in Hampi

Da es heute Abend schon weitergehen sollte mit dem Nachtzug nach Goa, packten wir nach dem Frühstück unseren Rucksack und machten uns auf von der Hippie Insel zur anderen Flussseite nach Hampi. Dort liehen wir uns dann Fahrräder aus  (für gerade mal 100 Rupies am Tag = ca. 1,30 Euro) und radelten durch die Gegend. Unsere Rucksäcke dürften wir inzwischen im Fahrradverleih lagern.

Wir hielten bei etlichen Straßenverkäufern an und probierten diverse lokale Getränke wie z.B. selbstgemachte Buttermilch mit Ingwer, Salz und Zitrone - superlecker!! Zudem Zuckerrohrsaft, ebenfalls mit Zitrone und Ingwer und natürlich frische Kokosnuss. Die Hitze hier ist nämlich nicht zu unterschätzen. Man ist ständig am Schwitzen und somit auch andauernd durstig.

Die Einheimischen erzählten uns von einem Wasserfall, zu dem wir fahren könnten. Das hörte sich gut an. Wir fuhren etwa zwei Kilometer flussaufwärts von Hampi aus. Der Weg durch die Bananenplantagen wurde immer enger. Irgendwann trafen wir auf einen Einheimischen namens Ramish, den wir nach dem Weg fragten. Er meinte, dass wir alleine nicht zu den Wasserfällen finden würden, da diese sehr versteckt liegen würde. Er könnte uns aber gegen eine freiwillige Spende dorthin bringen. Da der junge Mann äußerst sympathisch schien und auch nicht besonders aufdringlich war, stimmten wir schlussendlich zu. Wir bereuten diesen Entscheid keineswegs, denn alleine hätten wir dieses paradiesische Fleckchen niemals gefunden. Es war zwar kein Wasserfall dort, dafür waren die Gesteinsformationen aber perfekt zum Klippenspringen und baden. 



Als wir Ramish fragten, welche gefährlichen Tiere es hier denn so geben würde, meinte dieser, dass jede Menge Kobras und Krokodile in dieser Gegend zu finden wären. Wir hätten aber nichts befürchten, denn diese wären bloß im oberen Flussabschnitt. Na dann sind wir ja beruhigt *lach*.

Theresa und ich beim Planschen

Ein traumhaftes Fleckchen Erde
Als ich am Abend in einem Restaurant ein Bier bestellte, staunte ich nicht schlecht als ich dieses in einer schwarzen Mülltüte serviert bekam. Bereits gestern in unserem Hostel meinten sie, dass wir das Bier unter dem Tisch verstecken sollten. Nach einiger Recherche fand ich nun heraus, daß Alkohol in ganz Hampi verboten ist, da es sich hier um eine religiöse Stätte handelt. Es wird zwar trotzdem in vielen Restaurants servierte, jedoch nur "versteckt". 

Bier, das versteckt in einer schwarzen Mülltüte serviert wurde

Am Abend begleitete Kathrik Theresa und mich noch zum Bahnhof und verabschiedete sich dann. Für ihn ging es wieder zurück nach Bangalore, während es für uns weiter nach Goa ging. Diesmal waren wir zwar pünktlich am Bahnhof, doch es war eine ordentliche Herausforderung den richtigen Zugwaggon zu finden. Das mit den Zugreservierungen in Indien ist eine ziemlich komplizierte Sache. 

In diesem Sinne,
Gute Nacht :)



Dienstag, 4. Februar 2020

Meine erste Nachtzugfahrt in Indien von Bangalore nach Hampi

By On Februar 04, 2020

Gestern Nachmittag ist mein Besuch - Theresa - in Bangalore gelandet. Zu meinem Erstaunen schien sie die lange Anreise nicht besonders mitgenommen zu haben. Wir spazierten deshalb gleich ein wenig durch die Stadt und fanden dabei unter anderem den Cubbon Park

Jede Menge Tauben im Cubbon Park in Bangalore

Und weil es die Zeit zuließ gab es dann sogar noch einen neuen Haarschnitt für Theresa. Am Abend machten wir uns dann zum Bahnhof. Meine allererste Nachtzugfahrt in Indien stand an. Es sollte für neun Stunden nach Hampi gehen. Mit uns kam Karthrik, ein Einheimischer, den ich hier über Couchsurfing kennengelernt habe. Darüber waren wir dann wirklich froh, denn am Bahnhof herrschte ein heilloses Chaos. Da wir mega spät dran waren, hätten wir ohne ihn höchstwahrscheinlich den Zug versäumt. Zu unserem Erstaunen fuhr dieser nämlich mehr oder weniger pünktlich ab.

Der Zug selbst war weitaus gemütlicher als ich mir gedacht habe inklusive Decke und Kissen. Ich habe sogar tatsächlich etwas schlafen können, und das ist bei mir gar nicht so selbstverständlich.

im Nachtzug in Indien mit Theresa

Die Gegend um Hampi beeindruckte uns sehr. Eine wunderschöne Landschaft mit beeindruckenden Gesteinsformationen und Flüssen und Seen.

Hampi

Von dem Ort Hampi kann man mit einer Fähre auf die andere Seite des Flusses fahren. Das wunderschöne Fleckchen dort wird auch als "Hippie Island" bezeichnet. Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, sind dort allerhand Hippies anzutreffen. Daneben ist es ein Paradies zum Bouldern.

Wir fanden recht schnell eine sehr günstige Unterkunft in einer richtig urigen Hütte mit Strohdach. Am Nachmittag haben wir uns dann Mopeds und ausgeliehen (für 150 Rupies pro Moped = 1,90 Euro) und dann damit die Gegend erkundet. Wir kamen unter anderem zu dem wunderschönen Sanapura See und erfrischten uns dort im Wasser.

Ich, Karthrik, Theresa

Reisfelder in Hampi

Abendstimmung in Hampi: Zum Sonnenuntergang erklommen wir einen der wunderschönen Steinhügel hinter unserer Unterkunft. 









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