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Dienstag, 24. November 2020

Ruhige Tage in Maspalomas

By On November 24, 2020

 

Seitdem ich meine Wanderung durch das Bergland Gran Canarias beendet habe, verbringe ich nun einige super entspannte Tage in Maspalomas - genauer gesagt Playa del Inglés. Die ausgedehnte Dünenlandschaft direkt am Meer, macht diese Gegend zu etwas ganz Besonderem. 


Die Dünen von Maspalomas


Eigentlich ist die Region hier das touristische Zentrum der Insel, manche nennen es auch den "Ballermann" der Kanaren. Derzeit kann man das fast nicht glauben. Die meisten Hotelanlagen, sowie diverse Läden, die auf Tourismus ausgerichtet wären,  sind geschlossen. Wenn man abends durch die Straßen läuft ist es tatsächlich ein wenig gruselig. Die Stadt wirkt wie ausgestorben, riesige Hotelkomplexe sind komplett dunkel und fast niemand ist auf den Straßen. Das alles wirkt ein bisschen wie bei der Fernsehserie "Walking Dead" nach einer Zombie Apokalypse *lach*. Hin und wieder trifft man zwar auf Touristen, das beschränkt sich aber vorwiegend auf ältere Pärchen oder homosexuelle Paare. Ja, der Ort hier ist normalerweise ein richtiger Hotspot der Schwulen- und Lesbenszene. Davon wusste ich vorher gar nichts, bis ich dann gestern plötzlich an einem Strand mit zig nackten Männern landete, die sich teilweise hingebungsvoll gegenseitig den Rücken eincremten. 


"Faro de Maspalomas" - der Leuchtturm von Maspalomas


Da es im Allgemeinen aber eher ruhig zugeht im Moment, konnte ich für einen guten Deal ein nettes kleines Appartment finden, das sich in einer Aparthotelanlage befindet. Es gibt sogar einen Swimmingpool (den ich meistens komplett für mich alleine habe). Ein besonderer Pluspunkt ist die eigene Küche - nun kann ich endlich wieder einmal selber kochen.


Ich verbringe die Tage also ganz entspannt am Meer oder auch einmal am Pool. Daneben starte ich immer wieder kleine Erkundungstouren wie beispielsweise zu den Dünen von Maspalomas oder in umliegende Ortschaften. 


Wunderschöne Dünenlandschaft! 


Hasta luego!

Eure Michi :)








Samstag, 21. November 2020

Dreitägige Wanderung auf Gran Canaria: Von Teror nach San Bartolomé de Tirajana

By On November 21, 2020

 

Leider musste ich meine geplante Inselüberquerung auf Gran Canaria von Nord nach Süd etwas abkürzen. Eigentlich hätte ich mir eine ganz tolle Route herausgesucht, die fünf Tag dauern sollte. Aus gegebenem Anlass - ja es geht wieder mal um Corona - sind im Moment leider nur sehr wenige Unterkünfte im zentralen Bergland Gran Canarias geöffnet. Auf meiner Route konnte ich tatsächlich nur ein Hostel finden, das auch halbwegs in meine Preisklasse fällt - eine wunderschöne Berg-Finca. Ich beschloss dort zwei Nächte zu bleiben. Hier nun eine kleine Übersicht über meine dreitägige Wanderung:




Tag 1: Teror - Cruz de Tejeda - Tejeda - Finca La Isa

  • 21,39 Kilometer
  • Aufstieg: 1.410 Höhenmeter
  • Von El Pagador nahm ich einen Bus nach Teror. Hier startete ich meine Wanderung. Es ging durch ein kleines Tal mit unzähligen Fincas bergauf zu einem Bergkamm mit fantastischer Aussicht auf die Nordseite der Insel. Den ganzen Tag lang begegnete mir auf den Wanderwegen nur eine einzige Person: Ein älterer Finca-Besitzer, der nicht schlecht staunte, dass ich tatsächlich bis nach Tejeda wandern wollte. Bei den meisten Kanariern scheint wohl der Strand beliebter zu sein als die Bergwelt. Gegen Mittag wurde es unwahrscheinlich heiß. Ich lechzte nach Schatten. Immer wieder musste ich Trinkpausen einlegen. Was war ich doch froh, dass der Wanderweg nun in einen lichten Nadelwald führte. Hier war es gleich um Einiges angenehmer. Später erreichte ich den höchsten Gebirgspass Gran Canarias: Cruz de Tejeda, welcher auf 1.580 Metern über dem Meeresspiegel liegt und zugleich der geografische Mittelpunkt der Insel ist. Von hier aus ging es bergab zur Finca de Isa, eine malerische Bergfinca, die zugleich ein Hostel ist. Ein Bett im 4er Schlafsaal kostet hier 22,5 Euro/Nacht. Zu meinem Erstaunen war ich diesmal nicht alleine. Ich teilte mir das Zimmer mit einem Schotten, einem Engländer und einem Deutschen. Alle etwa in meinem Alter und im "Backpacking Stil" unterwegs. Am Abend beschloss ich noch in das Örtchen Tejeda zu wandern, da sich dort der einzige Supermarkt in der Nähe befindet. Ich deckte mich dort mit Verpflegung für den nächsten Tag ein. 

Teilweise gibt es Beschilderungen auf den Wanderwegen Gran Canarias. Diese sind jedoch eher spärlich vorhanden. Ich war froh eine Offline-Landkarte auf meinem Handy zu haben.



Kurz vor Cruz de Tejeda. In weiter Ferne erkennt man schon das Wahrzeichen der Insel, den Roque Nublo.

Finca de Isa: Was für ein idyllisches Fleckchen :)

Tag 2: Finca La Isa - Cruz de Tejeda - Roque Nublo - La Culata - Finca La Isa

  • 20,62 km Kilometer
  • Aufstieg: 908 Höhenmeter
  • Von den anderen Reisenden wollte mich leider niemand bei meiner heutigen Rundwanderung begleiten. Es erschien ihnen zu weit *lach*. Von Cruz de Tejeda führte mich mein Weg am Rand des ehemaligen Vulkankraters nach Süden. Schon bald hatte ich Aussicht auf mein heutiges Ziel, den Roque Nublo - das Wahrzeichen der Insel. Als ich diesen erreicht hatte, folgte ein steiler Abstieg in das kleine Dorf La Culata. Hier leben die Menschen noch wie vor einigen Jahrzehnten - unberührt vom Massentourismus. Am Ende landete ich wieder im Örtchen Tejeda, und steuerte schnurstracks auf den Supermarkt zu - ein "Spar" übrigens. Ich brauchte dringend etwas kaltes zum Trinken. Doch zu früh gefreut. Ein nettes Schild am Eingang wies darauf hin, dass von 13:30 - 16:30 Uhr geschlossen sei. Das liebe Siesta. Es war gerade erst 15 Uhr. Ich beschloss mir im Laden nebenan Eiscreme zu kaufen und legte dann ein kleines Mittagsschläfchen im Park ein. Am späten Nachmittag ging es über einen steilen Wanderweg zurück zur Finca. 

 Cruz de Tejeda: Der geografische Mittelpunkt der Insel

Rund um den Roque Nublo führt mich die heutige Wanderung


Das kleine Bergdörchen La Culata



Tag 3: Finca La Isa - San Bartolomé de Tirajana

  • 19,63 Kilometer
  • Aufstieg: 667 Höhenmeter
  • Zeitig ging es auch heute wieder los. Ich sollte spätestens um 14 Uhr in San Bartolomé de Tirajana sein, um den Bus nach Maspalomas nicht zu verpassen. Immerhin gab es für mich keine weiteren Unterkünfte mehr im Bergland. Schade - gerne wäre ich noch ein paar Tage länger durch die Gegend gewandert. Der erste Teil des heutigen Weges war mit dem von gestern identisch. Je weiter ich in den Süden kam, desto mehr änderte sich die Landschaft. Sie wurde trockener und karger. Durch eine grandiose Bergwelt führte mich der Weg steil bergab. Ich hatte Glück und kam etwa um 13:15 Uhr an meinem Ziel, der Bushaltestelle in San Bartolomé, an. 

Im Süden der Insel wird die Landschaft deutlich trockener und karger.



Seit Tagen besteht mein Mittagessen aus "Jamón" (= Rohschinken) und Brot. Die Auswahl in den kleinen Lebensmittelläden in den Bergen ist leider nicht sehr groß *lach*


Zusammenfassung:

  • Gesamtstrecke: 61,64 Kilometer
  • Aufstieg: 2.985 Höhenmeter
  • Fazit: Wunderschöne Tour durch die fantastische und abwechslungsreiche Bergwelt Gran Canarias. Nächstes Mal würde ich es vielleicht mit dem Zelt machen, somit ist man etwas flexibler. Wichtig: genügend Proviant und vor allem Wasser dabei haben, denn es gibt fast keine Einkaufsmöglichkeiten am Weg.



Dienstag, 17. November 2020

Playa San Felipe & Playa de Puertillo - die felsigen Strände im Norden Gran Canarias

By On November 17, 2020

 

Eigentlich wollte ich heute einen ganz gemütlichen Tag einlegen. Ein bisschen herumwandern und an einem der schönen Felsstrände etwas Sonne tanken. Am Vormittag machte ich mich auf - ohne Proviant und ohne Wasser. Tja, ein typischer Anfängerfehler, denkt man wahrscheinlich sofort. Da der Küste entlang aber immer wieder kleine Dörfer angesiedelt sind, war ich mir ziemlich sicher, dass sich an irgendeiner Straßenecke ein kleiner Shop befinden müsste, um zumindest Wasser und Obst zu kaufen. Dem war nicht so. Ich war schon fast drei Stunden in Richtung Nordwesten unterwegs. Die Strände waren wunderschön und ich nahm auch eine kurzes Bad. Es ist gar nicht so einfach eine geeignete Stelle dafür zu finden, da die hohen Wellen ordentlich ans Ufer knallen. Da hat schon so mancher sein Leben verloren. Ich war in dem Fall aber eher einem Verdurstungstod nahe - zumindest fühlte ich mich so.


Die felsigen Strände im Norden Gran Canarias


Irgendwann kam ich am Strand Playa San Felipe an und hoffte wenigstens dort etwas zu finden. Laut meiner Landkarte hätte dort ein kleines Strandrestaurant sein müssen. Es war aber geschlossen. Obwohl es wunderschön war hier, konnte ich es nicht wirklich genießen. Ein alter Mann bot mir in meiner Not Bier an. Ich lehnte dankend ab. Das wäre wahrscheinlich gerade kontraproduktiv. Voller Freude erspähte ich eine Bushaltestelle und hoffte, dass ich nun in einen größeren Ort fahren könnte. Fehlalarm! Der nächste Bus sollte erst in guten zwei Stunden kommen. Ich startete wohl oder übel den Rückweg. 


Nach über einer Stunde in der schweißtreibenden Mittagshitze fand ich dann zum Glück einen Bus und fuhr nach Bañaderos. Es war mittlerweile 15 Uhr und ich hatte außer dem Kaffee am Morgen und einer Banane noch nichts zu mir genommen. Zu meiner riesengroßen Freude fand ich einen überdimensional großen Supermarkt. Wie man sich vorstellen kann, habe ich maßlos zugeschlagen. Mit einem Rucksack voller Fressalien und vor allem diversen Getränken machte ich es mir am Strand von El Puertillo gemütlich. Ich beobachtete nun gesättigt und glücklich die Wellen, wie sie ans Ufer donnerten. Dabei könnte ich stundenlang zusehen. 





Mittlerweile bin ich zurück im Hostel und kann meine müden Beine endlich etwas ausruhen. Es ist weiterhin keine Menschenseele an Gästen hier. Ein bisschen Ruhe ist ja ganz schön, aber das ist schon fast unheimlich. Von Zeit zu Zeit wäre es ganz schön sich mit anderen Reisenden auszutasuchen. Aber Morgen geht es dann sowieso weiter - es startet endlich meine große Wanderung. Aufgrund der Hitze habe ich die Strecke etwas gekürzt. Ich werde einen kleinen Teil mit dem Bus zurücklegen - bis in das Bergdorf Teror. Von dort aus starte ich. 


Auf der Hostel Terrasse


Buenas noches!

Eure Michi :)







Montag, 16. November 2020

Wunderschöne Strände - inklusive Sonnenstichgefahr

By On November 16, 2020

 

Seit Dienstag war ich nun im Haus von Claudio untergebracht. Ich musste mich heute fast zwingen weiterzuziehen, damit ich nicht allzu bequem werde. Immerhin hat es mir bei ihm zu Hause an wirklich gar nichts gefehlt.


Morgendliche Erkundungs-Laufrunde in der Nähe von Claudios Haus

Atemberaubende Klippenlandschaften im Norden von Gran Canaria


Abenteuerliche Wanderung auf "La Isleta"

Nachdem mich ein junger Kanarier namens Higenio auf Couchsurfing angeschrieben hatte, ob ich Lust auf eine Wanderung habe, sagte ich natürlich sogleich zu. Was mir besonders an der Sache gefiel war, dass er meinte er wüsste ein wahres Geheimplätzchen. Weder Touristen noch Einheimische würden sich dorthin verirren - außer vielleicht der ein oder andere Fischer. Es sei eine Wanderung entlang der Küste von La Isleta.  Dabei handelt es sich um eine kleine Halbinsel, direkt bei Las Palmas. Ein Großteil davon ist Militärgebiet und durch Zäune abgesperrt. Higenio wüsste aber einen "Geheimpfad". Für solche Dinge bin ja generell immer zu haben. Ich schnupperte bereits das Abenteuer. 

Gestern Morgen traf ich mich also mit Higenio. Mit dabei war sein Freund Miguel. Dieser sah von der Statur her zwar nicht besonders sportlich aus, aber ich hoffte trotzdem, dass das Ganze nicht nur ein Spaziergang werden würde. Beide Jungs trugen einen recht großen Rucksack und hatten breite Sonnenhüte auf. Es ging also los. Wir durchquerten die Stadt und kamen vorbei am wunderschönen Strand Confital. Hier war bereits nicht mehr sonderlich viel los. Weiter ging es einen schmalen Pfad entlang. Plötzlich versperrte uns ein dichter Stacheldrahtzaun den Weg. "Kein Problem", meinte Higenio. Er wüsste wo wir durchkommen würden. Ich fragte sicherheitshalber nach, ob das Militär eh nicht auf uns schießen würde, wenn wir dieses Gebiet einfach betreten. Die beiden schüttelten wehement den Kopf. Das wäre alles völlig legal. 

Wildes Wasser auf "La Isleta"

Riesige Wellen knallten an das Ufer

Miguel machte mir etwas Sorgen. Er konnte uns nur schwer folgen. Mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass er recht bleich wurde. Ich forderte ihn auf, eine Pause zu machen und etwas zu trinken. Es stellte sich heraus, dass er bloß einen halben Liter Wasser mit dabei hatte. Dafür erwähnte Higenio stolz, dass er Wein eingepackt habe. Ach herrje, das kann ja noch was werden! Miguel meinte es würde ihm gut gehen, wir sollten uns keine Sorgen machen. Es ging also weiter. Plötzlich ließ sich Miguel zu Boden sacken. Er war kreidebleich und würgte vor sich hin. Das war wohl einen Mischung aus Sonnenstich und akuter Erschöpfung. Ich machte mir ernsthafte Sorgen. Higenio hatte zum Glück Orangensaft dabei, welchen wir Miguel einflößten. Wir suchten ein Schattenplätzchen und er schleppte sich mit letzter Kraft dorthin. Ich machte Higenio klar, dass wir so nicht mehr weitergehen könnten. Er wollte das anfangs nicht einsehen, doch gab dann nach - immerhin wären wir eh schon fast da wo er hin wollte. Wir suchten gemeinsam ein geeignetes Plätzchen. An diesem wunderschönen Felsstrand gibt es sozusagene Naturpools - also in den Fels geformte kleine Schwimmbäder. Und es war tatsächlich kein Mensch weit und breit zu sehen. Was für eine Idylle! Wenn es doch nur Miguel besser gehen würde, dann wäre alles perfekt. Dazu kam es sogar schneller als ich mir dachte. Kaum war er im Wasser, kehrte Farbe in sein Gesicht zurück. Higenio packte drei Flaschen Bier aus seinem Rucksack und reichte jedem von uns eine. Ich war mir nicht sicher, ob das eine gute Idee für Miguel sei. Doch es stellte sich heraus, dass er absolut trinkfest war. Kaum war das Bier geleert, kam Higenio schon mit einer Flasche Rotwein an. Und als wäre das nicht genug, hatte er noch zwei weitere Flaschen mit dabei. Wie ihr euch vorstellen könnt, verbrachten wir einen überaus lustigen Nachmittag. Die Jungs hatten noch Musikboxen mitgebracht und begannen ausgelassen zur Musik zu tanzen. Später gab es noch ein kleines Picknick mit leckeren belegten Brötchen. Schöner könnte ein Tag nicht sein. Nur der Rückweg machte mir etwas Sorgen. Aber wieder einmal völlig grundlos. Gegen 18 Uhr machten wir uns auf. Es begann schon bald zu dämmern, aber der Mond spendete gutes Licht. Auch Miguel machte sich nicht schlecht. Langsam aber sicher ging es voran. Wir kamen tatsächlich alle wieder heil in Las Palmas an.  Ich muss sagen, dass ich diesen Tag unheimlich genossen hatte. Die zwei Jungs bedankten sich herzlich bei mir, für die schöne Zeit. Die beiden sind wirklich wahre Goldstücke. Meine Erwartungen wurden tatsächlich übertroffen. 

An diesem kleinen Naturpool im Fels verbrachten wir einen lustigen Nachittag

Higenio, Miguel und ich

Ein kleines Paradies

Weiter nach "El Pagador"

Heute Morgen verabschiedete ich mich nun von Claudio, meinem Gastgeber der letzten fünf Tage. Ich nahm einen Bus - hier "Guagua" genannt - nach El Pagador, ein kleiner Küstenort im Norden der Insel. Ich fand ein Hostel namens "Jacío House". Ein Bett im Schlafsaal kostet hier 20 Euro/Nacht. Da ich überlicherweise in recht günstigen Ländern reise, fand ich den Preis anfangs recht hoch. Als ich dann aber sah, was mich erwartete schien er mir mehr als gerechtfertigt. Ich hatte einen ganzen Schlafsaal für mich alleine. Aufgrund der Corona-Situation bleiben die Touristen aus. Es sind anscheinend nur zwei andere Backpacker im Hostel untergebracht. Die Anlage ist riesig und wirkt sehr neu. Es gibt eine tolle Terrasse mit Meerblick, zudem eine Küche zum selber Kochen und sogar ein Fitnesstudio. Wow!

Am Nachmittag erkundete ich die Gegend und entdeckte wunderschöne Fels- und Steinstrände. Ich werde nun zwei Nächte hier bleiben und dann am Mittwoch meine Inselüberquerung zu Fuß starten.


Abendstimmung am Strand von El Pagador


Das Küstenörtchen El Pagador



Hasta luego!

Eure Michi :) 






Freitag, 13. November 2020

Weiter geht es mit dem Motorrad und dem Campervan

By On November 13, 2020


Die letzten Tage habe ich äußerst viel von der wunderschönen Insel Gran Canaria gesehen - und das vor allem Dank meines Gastgebers Claudio. 

Jardín Canario - ein botanischer Garten in Las Palmas

Am Mittwoch war Claudio recht beschäftigt, doch er nahm mich mit in Richtung Las Palmas und setzte mich dort beim Jardín Canario - einem botanischen Garten - ab. Ich erwartete viele Menschen und auch sonst nichts Besonderes. Damit lag ich aber falsch. Der Garten ist riesig und an einen Hang gebaut. Wunderschöne Wege führen durch die vielfältige Pflanzenwelt Gran Canarias. Menschen waren weit und breit keine zu sehen und auch Eintritt war keiner zu bezahlen. Ich hielt es gute zwei Stunden dort aus. 

Jardín Canario

Gigantische Kaktusse

Motorradtour nach Teror

Gestern schlug Claudio am Morgen spontan vor, dass wir doch mit seinem Motorrad eine kleine Tour starten könnten. Da sagte ich  natürlich nicht nein. Das ist mal ein ganz anderes Erlebnis die Insel kennenzulernen. Ich genoss die Fahrt und vor allem den Fahrtwind sehr. Die Gegend war wieder einmal sehr beeindruckend: vorbei an kleinen Bergdörfern, Unmengen von Kaktussen und auch Eukalyptusbäumen (mit denen hatte ich hier gar nicht gerechnet). In dem Dörfchen Teror - das hört sich tatsächlich schlimmer an als es ist *lach* - machten wir eine kleine Mittagspause. Natürlich durfte ein Chorizo de Teror nicht fehlen. Dabei handelt es sich um eine leckere Paprika-Streichwurst, die allen Inselbewohnern wohlbekannt ist.  Man isst sie in einem frischen Brötchen. Und wie der Name schon besagt, kommt sie aus Teror

Wie es sich für einen richtigen Spanier gehört, kamen wir natürlich pünktlich für eine kleines Siesta wieder zu Hause an. Da die Sonne vom Himmel strahlte, wurde dieses auf der Dachterrasse gehalten. 

Ein kleines Siesta unter der Sonne Gran Canarias

Zu einem recht späten Mittagessen kochten wir uns eine weitere lokale Spezialität: eine kanarische Linsensuppe. Kurz darauf rief Claudios Schwester an und meinte er müsste dringend seine Nichte zum Zahnarzt bringen. Da Claudio eine wahre gute Seele ist, stimmte er natürlich sofort zu. Wir holten das 16-jährigen Mädchen Zuhause ab. Es war eine lustige Fahrt. Als wir uns alle drei später noch kurz in ein Restaurant setzten, um uns zur Belohnung Pommes zu gönnen, amüsierte ich mich herrlich. Die Kleine schämte sich teilweise sichtlich mit ihrem verrückten Onkel Claudio, der gerne einen Schmäh nach dem anderen reißt und ein bisschen Clown spielt. Er ist in seiner Familie auch als der "Hippie-Onkel" bekannt, aufgrund seines lockeren und spontanen Lifestyles. 

Ab in den Süden!

Und da kam auch schon die nächste Überraschung. Claudio fragte mich, ob ich mitkommen würde auf die Südseite der Insel. Er möchte dort gerne an einem schönen Strand mit seinem Campervan übernachten. Da musste ich natürlich nicht lange überlegen. Die Badesachen wurden also in in Van geschmissen und dann starteten wir auch schon.  Nach einem kurzen Besuch des wunderschönen Strandes Playa de Tufia, ging es weiter zum Playa de Amadores. Normalerweise tummeln sich hier Scharen von Touristen, aber aufgrund der derzeitigen Corona Situation ist es tatsächlich menschenleer - sehr zum Leide der Einheimischen, denn die meisten arbeiten in der Tourismusbranche. 

Wir genossen ein selbstgekochtes Abendessen am Strand, bevor wir uns zur Nachtruhe legten. Ich muss zugeben, dass ich leider so gut wie nichts geschlafen habe, da der Van nicht besonders bequem ist und es auch etwas an Platz mangelt. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis. 

Frühstück im Campervan am Playa de Amadores 

Nach dem Frühstück ging es trotz leicht bewölktem Himmel ab ins Meer. Ich mit dem Stand-up-Paddle und Claudio mit der Schnorchelausrüstung. 

Las Dunas de Maspalomas 

Am Rückweg nach Hause machten wir noch bei den Dünen von Maspalomas halt. Ich staunte nicht schlecht. Plötzlich waren wir quasi in einer Wüste. Es ist schon spannend wie viele verschiedene Landschaften und Klimazonen es auf dieser kleinen Insel gibt. 

Las Dunas de Maspalomas

 

Nun habe ich wirklich schon sehr viel der Insel gesehen. Schön langsam wird es Zeit meine Inselüberquerung zu Fuß etwas zu planen. Doch die letzten Tage gaben mir fast keine freie Minute dazu.

Also dann, bis bald!

Michi :)






Mittwoch, 11. November 2020

Erste Erkundungstour auf Gran Canaria

By On November 11, 2020



Was gestern noch so geschah:

Francis holte mich zeitig am Morgen vom Haus seines Vaters ab. Am Rücksitz des Autos saß Benji - ein Drogenspürhund. Die Aufgabe von Francis ist es, diesen auszubilden. Ich staunte nicht schlecht, als Francis mir im Auto einen Beutel Haschisch überreichte. Ich wusste anfangs nicht, ob er das jetzt tatsächlich konsumieren möchte oder vielleicht bei seiner Arbeit als Polizist jemanden abgenommen hatte. Zum Glück klärte er mich sogleich auf. Das Zeug war für das Training mit Benji gedacht. Im weiteren Tagesverlauf sollte ich es mir immer wieder irgendwo am Körper verstecken und Benji musste es finden. 


Pico de las Nieves 

Der erste Halt auf unserer Insel-Erkundungstour war der höchste Punkt der Insel: "Pico de las Nieves", der auf stolzen 1.949 m Seehöhe liegt. Das Enttäuschende an der Sache: Man kann fast bis zum Gipfel mit dem Auto fahren. Der Ausblick war trotzdem atemberaubend schön. Man konnte zudem den höchsten Berg Spaniens in weiter Ferne erspähen - "El Teide". Dieser liegt auf 3.718m Seehöhe auf der Insel Teneriffa. 


Pico de las Nieves auf 1.949m Seehöhe. In weiter Ferne kann man sogar den El Teide auf Teneriffa erkennen.

Wir durchquerten wunderschöne Landschaften


Roque Nublo

Es ging sogleich weiter in Richtung "Roque Nublo" - ein gigantischer Felsklotz, welcher als Wahrzeichen der Insel gilt. Die Wanderung dorthin war nicht besonders lange, aber sehr schön. Da Benji recht energiegeladen war, gleichte das Ganze eher einem Trailrun. In unserem Fall gab eindeutig der Hund die Geschwindigkeit an. Da muss wohl an der Erziehung noch etwas gearbeitet werden *lach*. 


Francis mit seinem Polizeihund; im Hintergrund das Wahrzeichen Gran Canarias, der "Roque Nublo"

Wir könnten hinabschauen auf ein Wolkenmeer


Am frühen Nachmittag fuhr ich mit dem Bus nach Las Palmas, der Hauptstadt von Gran Canaria und verabschiedete mich somit von Francis.


Endlich Meer! 

Am Busbahnhof erwartete mich schon mein neuer Gastgeber Claudio. Er entpuppte sich sogleich als perfekter Spanischlehrer. Wir fuhren noch kurz an den Strand um die Abendsonne zu genießen. Natürlich ging es auch ab in die Fluten. Das Wasser war erstaunlich warm. 


Tenoya

Danach machten wir uns auf in den Stadtteil Tenoya, etwas außerhalb der Stadt - dort wohnt Claudio nämlich. Voller Stolz präsentierte er mir sein vierstöckiges Haus, für das er gerade mal 400 Euro Miete bezahlt - und das bei 200 Quadratmetern Wohnfläche. Es ist keine Luxusvilla, aber hat trotzdem sehr viel zu bieten, wie beispielsweise eine riesige Terrasse mit selbstgebautem Aussenkino. Ich bin begeistert. 


Sehr erschöpft fiel ich am Abend in das gemütliche Bett. Ich hatte einen sehr langen Tag mit unglaublich vielen neuen Eindrücken. Es ging vom höchsten Punkt der Insel bis zum tiefsten Punkt - dem Meer. Nun bin ich gespannt was die nächsten Tage bringen werden.  


Buenas noches 




=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos von Gran Canaria :) <=





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Dienstag, 10. November 2020

Es kommt immer alles ganz anders...

By On November 10, 2020

 

Gestern glaubte ich noch, dass ich die erste Nacht auf Gran Canaria im Hause meines Gastgebers Claudio verbringen würde. Doch es kam alles wieder einmal ganz anders. Ich bin heute Morgen in einem Haus mit traumhafter Aussicht erwacht. Unter mir jede Menge Ziegen - darunter auch ganz süße Baby Zieglein. Wie es dazu kam? Da muss ich ein bisschen ausholen.


Mein Ausblick heute Morgen 


Nachdem sich meine Abflugzeiten nach Gran Canaria ja x-mal geändert haben und es letztendlich sogar hieß, es sei nicht sicher, ob der Flug überhaupt gehen würde, wurde es dann zum Glück doch noch etwas. Geplanter Abflug: 19:05 Uhr. Die Stimmung im Flugzeug war nicht so überwätigend, da viele aufgrund der sich ständig ändernden Flugzeiten bereits seit dem frühen Morgen am Flughafen waren. Nun saßen wir also im Flieger - aber nichts bewegte sich. Irgendwann ertönte ein komisches Geräusch. Kurz darauf kam schon die Ansage: Etwas sei mit der Turbine nicht in Ordnung und unser Abflug verzögere sich auf unbestimmte Zeit. Na toll, so spät in der Nacht werde ich dann bestimmt keinen Bus mehr zum Haus von Claudio finden. Bevor ich ein Taxi nehme, kann ich mir eigentlich gleich ein Hotel nehmen, das ist wahrscheinlich günstiger. 


Ihr werdet es nicht glauben, was ich für ein Glückspilz bin. Gerade in dem Moment kam eine Nachricht von Francis herein. Ich kenne ihn ebenfalls über Couchsurfing. Er meinte aber er könnte mich nicht beherbergen, aber wir könnten gemeinsam wandern gehen. Er erkundigte sich gerade ob ich schon auf Gran Canaria angekommen sei und eine Unterkunft gefunden hätte. Ich erzählte ihm, was passiert ist. Kurzerhand bot er mir an, dass ich gerne die erste Nacht in einem Haus seines Vaters schlafen könne. Er wohne nicht weit weg vom Flughafen und würde mich mit dem Auto abholen. Wow, das klingt ja fast zu gut um wahr zu sein. 


Über eine Stunde wurde an unserem Flieger herumgeschraubt. In der Zwischenzeit wurde es wahnsinnig heiß und die Passagiere wurden immer nervöser. Es fühlte sich an wie in einer Sauna. Ganz geheuer war mit das allrs nun auch nicht mehr. Die Flugbegleiterinnen versuchten uns zu beruhigen und befahlen allen auf ihren Plätzen zu bleiben. Einige wollten nun sogar das Flugzeug verlassen. Zum Glück ging es dann irgendwann doch noch los. 


Kurz nach Mitternacht kamen wir dann auf Gran Canaria an. Mein Gastgeber Francis stand tatsächlich schon parat, um mich abzuholen. Ein sehr sympathischer und reiseerfahrener junger Kanarier. Er hat sogar tatsächlich meine 2,5-jährige Reise getoppt. Francis war ganze 3,5 Jahre unterwegs. 


Er brachte mich in ein leerstehenden Haus seines Vaters in Ingenio - einem kleinen Ort ganz in der Nähe des Flughafens. Ich konnte im zweiten Stock schlafen - mit einer wunderbaren Aussicht von der Terrasse aus. Im unteren Stock war Ziegen untergebracht. Mit dabei jede Menge kleiner Baby-Ziegen.


Unglaublich süß die Kleinen


Francis stellte noch einen Sack voller Lebensmittel in der Küche ab und meinte das sei alles für mich. Ich staunte nicht schlecht über die Gastfreundschaft. Wir plauderten noch ein bisschen. Es stellte sich heraus, dass er Polizist ist - ist natürlich immer gut, wenn man einen Polizisten auf der Insel kennt ;)

Vorher hat er scheinbar Krankenpfleger gelernt - eine sehr interessante Mischung muss ich sagen. Da es nun schon 3 Uhr nachts war, verabschiedete er sich. Francis schläft in seinem Elternhaus, nur wenige Gehminuten von hier. Er warnte mich noch, dass ich nachts nicht erschrecken sollte, da die Ziegen unheimlich viel Lärm machen. Damit hatte er recht. Nichtsdestotrotz fiel ich sogleich in einen tiefen Schlaf. 


Heute Morgen erwachte ich vor Aufregung trotzdem schon sehr früh. Ich staunte über den tollen Ausblick von der Terrasse aus. 


Mein Weg führte mich zuerst in die Küche und ich bereite mir Kaffee zu und aß die Früchte, die Francis mir gebracht hatte. Zudem eine der leckersten Avocados, die ich jemals gegessen hatte. Und das alles in der wunderschönen Morgensonne Gran Canarias. Das Leben kann so schön sein. 


Schon bald kommt Francis vorbei, um mit mir und seinem Polizeihund - genauer gesagt einem Drogenspürhund - wandern zu gehen. Ich freue mich schon.


Hasta luego :)





=> Hier findest du alle meine Fotos und Videos von Gran Canaria :) <=





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Montag, 9. November 2020

Auf nach Gran Canaria - oder etwa doch nicht?

By On November 09, 2020


Meine Reiseplanung gestaltet sich tatsächlich weiterhin etwas schwierig - aber nicht unmöglich ;) Vor etwa einer Woche habe ich beschlossen mir einen Flug auf die Kanarischen Inseln zu buchen. Dort sieht es nämlich mit den Corona Zahlen im Moment nicht so schlecht aus. Was mir zudem gut gefällt ist, dass sie zu Spanien gehören und ich endlich wieder einmal mein - bestimmt schon etwas eingerostetes - Spanisch auspacken kann. Das Klima im Winter dort ist perfekt zum Wandern und Weitwandern. Geologisch gesehen gehören die Kanaren schon zu Afrika, politisch aber zu Spanien. Sie bestehen aus acht bewohnten und einer unbewohnten Insel und befinden sich westlich von Marokko. 


Die letzten Tage in Österreich genoss ich in einer herrlichen Herbstlandschaft mit meinen Liebsten


Aber genug mit den Fakten. Da ich sowieso nicht viel Planungszeit hatte und das Ganze eher eine Spontanaktion war, weiß ich noch nicht genau wie ich die Zeit dort verbringen werde. Aber es wäre ein Traum von mir die Inseln alle zu Fuß zu überqueren - das wird wahrscheinlich ein Traum bleiben, da dies doch ein großes Vorhaben ist. Aber vielleicht schaffe ich ja die eine oder andere.


Wie schon erwähnt wird mir das alles nicht besonders leicht gemacht. Vor ein paar Tagen hieß es plötzlich, dass man als Österreicher die Grenze zu Deutschland nur noch mit einem negativen Corona-Testergebnis überqueren darf. Und mein Abflughafen ist in München. Aber gut, das sollte mich noch nicht aufhalten. In den letzten Tagen kamen dann aber plötzlich mehrmals am Tag Änderungen meiner Flugzeiten per E-Mail herein. Und gestern dann noch die Warnung, dass es durchaus passieren könnte, dass der Flug komplett abgesagt wird. Nun gut, das Risiko musste ich eingehen. 


Heute Morgen kam tatsächlich nochmal eine Meldung eingetrudelt, dass der Flug eine Stunde nach hinten verschoben wurde. Ich setzte ich mich also in den Zug nach München. An der Grenze zu Deutschland hieß es dann, dass wir einen längeren Halt machen würden. Wir sollten alle unsere Papiere für die Grenzpolizei bereithalten. Ich war ein bisschen nervös und hoffte inständig, dass meine Flugtickets für die Grenzüberquerung reichen würden - und sie nicht noch einen Coronatest verlangen. Ich hatte Glück, es kontrollierte mich keiner. Nun muss nur noch alles mit dem Flug klappen. 


Wo ich auf Gran Canaria schlafen werde, weiß ich auch erst seit gestern. Es war gar nicht so einfach in Zeiten wie diesen einen Couchsurfing Gastgeber zu finden. Doch es hat letztendlich einer zugesagt - Claudio ist sein Name. Da er bei meiner Ankunft im Nachtdienst sein wird, hat er mir zwei Möglichkeiten angeboten. Nummer 1: Ich kann ich seinem Campervan vor dem Feuerwehrhaus schlafen, in dem er arbeitet. Nummer 2: Er versteckt mir seinen Haustürschlüssel und ich kann alleine in seinem Haus schlafen. Ich habe mich aus verschiedenen Gründen nun für das Haus entschieden. Der Hauptgrund ist, dass ich erst spät nachts ankomme und die Busverbindungen dorthin besser sind. Das wird bestimmt noch ein Abenteuer mitten in der Nacht sein Haus zu suchen - aber sonst wärs ja auch langweilig. 


Drückt mir nun bitte ganz fest die Daumen, dass alles klappt mit dem Flug und ich mich morgen schon von den Kanaren melden kann. Falls der Flug wirklich abgesagt wird, dann hoffe ich einen anderen zu finden - wohin auch immer. Ich bin ja flexibel und spontan. Im schlimmsten Fall (was aber natürlich auch nicht schlimm wäre) müsste ich zurück nach Österreich zu meinen Eltern fahren. Nun lassen wir das Schicksal entscheiden, wohin mich diese Reise führen wird.


Bis bald!


Eure Michi

Morgentau - Ob ich so etwas auf den Kanaren auch zu sehen bekommen werde?









Samstag, 31. Oktober 2020

On the road again

By On Oktober 31, 2020


Es scheint mir noch gar nicht besonders lange aus, als ich letztes Jahr dieselbe Überschrift hier im Blog niedergeschrieben habe. Und nun ist es tatsächlich schon wieder so weit: meine 5-monatige Auszeit steht an - oder besser gesagt: Sie hat gerade begonnen. 

Michiumdiewelt
Meine letzten Tage in der wunderschönen Schweiz genieße ich in vollen Zügen. 

Reisen in Corona Zeiten

Dass ich meine kompletten Reisepläne bereits geschätzte 500 mal komplett über den Haufen werfen musste (= ändern, überarbeiten), brauche ich wohl niemandem zu erzählen. Wenn ich heute etwas plane, dann ist das morgen so schon wieder nicht mehr möglich. Vor vielen Monaten glaubte ich noch, nach Südamerika (mit dem Schwerpunkt Patagonien) reisen zu wollen. Mit der Zeit wurde mir aber bewusst, dass der ganze Corona Wahnsinn noch nicht so schnell vorüber sein wird. Ich beschloss deshalb Europa zu erkunden. Mit einem Interrail Ticket wollte ich mit dem Zug in Richtung Nordeuropa und dann wieder weiter südlicher in die wärmeren Länder reisen.


Da nun aber fast tagtäglich neue Einschränkungen hinzukommen, habe ich auch diesen Plan wieder auf Eis gelegt. In Zeiten wie diesen muss man spontane Entscheidungen treffen. Aber ich mache mir keine ernsthaften Sorgen, dass ich nur Zuhause sein muss. Kaum schließt sich eine Tür, öffnet sich zumeist auch schon wieder gleich eine neue. Packtechnisch bin ich für sämtliche Klimazonen gerüstet - was sich auf das Gewicht meines Rucksacks leider nicht besonders positiv auswirkt *lach*.


Die aktuelle Lage sieht so aus: Ich sitze gerade im Zug von der Schweiz nach Österreich. Dort werde ich vorerst ein paar Tage mit meinen Liebsten verbringen. Alles weitere steht noch in den Sternen. Und genau diese Spontanität und die unvorhersehbaren Dinge machen das Reisen so besonders. Wer mich kennt, weiß, dass ich neue Herausforderungen und Abenteuer liebe und Langeweile für mich einfach das Schlimmste ist. Anfangs dachte ich noch, dass Backpacking in Europa sicher nicht besonders spannend werden wird - zumindest im Vergleich zu den anderen Ländern, die ich bereits bereist habe.


Wer meine letzten Reisen verfolgt hat weiß, dass es bei mir schon öfters vorkam, dass ich nicht wusste, ob ich über die nächste Landesgrenze kommen werde oder eben nicht. Ich hatte wirklich spannende Grenzübergänge hinter mir - z.B. als ich mich fünf Monate in Ecuador aufgehalten habe, obwohl mein Visum nur für drei Monate gültig war. Ich überquerte dann die Grenze nach Peru zu Fuß und hatte ordentlich Schiss dabei -  doch das Glück stand tatsächlich immer auf meiner Seite. Ich musste nicht einmal Strafe zahlen, sondern bekam lediglich einen "Landesverweis" für ein Jahr. In Bolivien kam ich nicht so glimpflich davon und musste letztendlich eine kleine Strafe zahlen, weil ich mein Visum um ein paar Tage überzog - man muss aber dazu sagen, dass dies unbewusst geschah. An der Grenze zu Namibia musste ich den Grenzbeamten erstmals finden und aufwecken. Danach chillte ich stundenlang mit der Grenzpolizei unter einem Baum im Schatten, in der Hoffnung, dass irgendein Gefährt vorbeikommen würde, um mich mitnehmen zu können nach Windhoek. Öffentliche Verkehrsmittel gab es dort keine. Tja, das waren tatsächlich abenteuerliche Zeiten. 


Mittlerweile glaube ich aber, dass es auch hier in Europa ganz abenteuerlich werden kann und viele unvorhergesehene Dinge passieren werden. Ich freue mich schon drauf ;)


Während viele Menschen im Moment in einer absoluten Corona-Hysterie leben und sich von den Medien in Angst und Panik versetzen lassen, bin ich eher ein Mensch, der ziemlich gut darin ist, in allem etwas Positives zu sehen. 

Auch wenn viele das Reisen zu Corona Zeiten sehr kritisch sehen, kann man auch jede Menge Vorteile daraus ziehen. Beispielsweise ist an den sogenannten Touristen-Hotspots im Moment eher tote Hose. Und da ich ja alles andere als ein Freund von Touristenansammlungen bin, kommt mir das gerade recht. Am liebsten bin ich sowieso irgendwo in der Natur am trekken, fernab der abgetretenen Pfade. Und ich denke, dass dort auf den Bäumen oder in den Bergen noch kein Corona wächst ;)


Aber gut, nun lasst euch überraschen wohin mich das Schicksal führen wird auf dieser spannenden Reise. Ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden!


In diesem Sinne: 

Adieu Schweiz!

Servus Österreich!




Hier noch ein paar Eindrücke aus meinen letzten Tagen in der wunderschönen Schweiz: 

Auf meinem Lieblingsaussichtspunkt: Spitzi Flue

Niederhorn

In den höheren Lagen hat bereits der Winter Einzug gefunden

Ich liebe den Herbst

Life is better with friends :)







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