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Mittwoch, 4. Dezember 2019

Höhlen-Erkundungsstour

By On Dezember 04, 2019

Gestern traf ich mich zum Frühstück mit Lee, einem jungen Kandadier, den ich hier in Pokhara kennengelernt habe. Dabei muss ich anmerken, dass es in der German Bakery unglaublich leckeres Essen und auch Kaffee gibt -> sehr zu empfehlen. Lee führt ein recht spannendes Leben, er wohnt nämlich seit sechs Jahren in einem Camper in Kanada und nimmt immer nur Kurzzeitjobs an, um danach wieder auf Reisen zu gehen. Ich finde die Geschichten von anderen Menschen immer sehr spannend, vor allem wenn sie so ein "extravagantes" Leben führen.

Sehr leckeres Frühstück in der German Bakery 

Nach dem äußerst leckeren und herzhaften Frühstück beschlossen wir eine kleine Wanderung zu starten. In der Nähe von Pokhara sollte es recht bekannte Höhlen geben. Höhlen finde ich grundsätzlich sehr spannend, aber halt nicht wenn sich dort Unmengen von Touristen tummeln. Wir beschlossen deshalb eine unentdeckte Höhle zu finden, immerhin sollte es hier in der Gegend jede Menge davon geben. Zuerst wanderten wir knappe zwei Stunden quer durch Pokhara, was aber eine ganz tolle Erfahrung war, da wir in sehr schöne Stadtviertel kamen, in die sich wohl nicht so oft Touristen verirren. Dementsprechend aufgeregt winkten und brüllen uns Kinder aus allen Richtungen zu. 

Wir versuchten eine Höhle namens Birendra zu finden, die auf der Landkarte eingezeichnet war. Der Weg dorthin - der eigentlich keiner war - stellte sich als äußerst abenteuerlich heraus.



Wir gingen einen Fluss entlang. Das Vorhaben wurde aber immer unwegsamer und der Dschungel immer dichter. Wir kamen nur sehr langsam voran und Lee legte zur Draufgabe noch eine ordentliche Bruchlandung in den Fluss hin.





Wir konnten es kaum glauben, als wir dann tatsächlich die Höhle gefunden haben. Es führte sogar ein kleiner Weg dorthin. Am Eingang war ein recht verrostetes Schild angebracht. Schien so, als hätte man vor langer Zeit einmal versucht die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hat aber dann wahrscheinlich doch nicht so geklappt. Wir holten unsere Stirnlampen aus dem Rucksack und starteten die Erkundungstour. Die ersten fünf Meter waren sogar recht ausgebaut. Danach war es aber eine ordentliche Kletterei und teilweise ziemlich eng. Je tiefer wir in die Höhle kamen, desto feuchter und wärmer wurde die Luft. Es fühlte sich an wie ein Dampfbad. Was ich nicht so toll fand, waren die riesigen Spinnen, die sich dort überall tummelten. Ansonsten war die Höhle aber wunderschön, vor allem die Gesteinsformationen waren sehr beeindruckend. Im Endeffekt kamen wir ziemlich weit rein, beschlossen dann aber umzudrehen. Es war einfach viel zu warm und wurde dermaßen eng, dass ich ein wenig Platzangst bekam. Trotzdem ein sehr gelungenes Abenteuer.



In nächsten Dorf suchten wir etwas zu essen. Das war gar nicht so einfach, da dort niemand Englisch sprach. Wir konnten aber dann doch noch eine nette ältere Dame finden, die uns ein Dal Bhat zubereitete. Sie schien eine Riesenfreude gehabt zu haben, weil wir bei ihr aßen. Die Dame bedankte sich mehrmals freudestrahlend für unseren Besuch.

die Küche der Dame, die uns ein sehr leckeres Dal Bhat zubereitete

Später ging es zu Fuß zurück nach Pokhara. Ja, wir legten ordentlich Kilometer zurück.

Yoga-Retreat

Heute starte ich in dem Dörfchen Khapaudi - ganz in der Nähe von Pokhara, auch am Phewa-See gelegen - ein 4-tägiges Yoga Retreat. Bin schon sehr gespannt darauf.










Meine größten Reiseabenteuer

By On Dezember 04, 2019


Immer wieder werde ich gefragt, was denn nun die spannendsten Reiseabenteuer auf meinen Backpacking Trips waren. Ich habe deshalb eine kleine Zusammenfassung der Erlebnisse, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind, geschrieben.



... IN ASIEN 



20-tägiges Trekking in der Everest Region in Nepal 

Ganze 20 Tage lange trekkte ich gemeinsam mit meinem italienischen Wanderkollegen Andrea in der wunderschönen Everest Region in Nepal. Wir legten dabei über 300km und über 21.000 Höhenmeter zurück. Das Ganze ohne Guide und ohne Träger - außer für die Besteigung des 6.119m hohen Lobuche East war für zwei Tage ein Guide obligatorisch. Wir bewegten uns in Höhen um die 5.000m und stießen dabei immer wieder an unsere körperlichen Grenzen. Die enorme Höhe, der schwere Rucksack und die täglich zurückgelegten Strecken und Höhenmeter gingen ordentlich an die Substanz. Trotzdem kann ich behaupten, dass dieses Trekking eines der schönsten meines ganzen Lebens war. Auch die eisig kalten Nächte (so um die -15 Grad Celcius) in den unbeheizten Unterkünften waren eine Herausforderung - aber im Nachhinein gesehen auch ein unvergessliches Erlebnis. 

=> Reisebericht: Everest Base Camp & 3 Passes Trekking & Besteigung des Lobuche East 6.119m <=






.... IN SÜDAMERIKA



Polizeifestnahme am Titicacasee in Bolivien

Eines frühen Morgens wurden mein Couchsurfing Gastgeber Ernst, seine weitere Besucherin Alejandra und ich ganz überraschend von der Polizei festgenommen. Tatverdacht: Drogenherstellung und -schmuggel und obendrein noch Mädchenhandel. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie korrupt die Polizei dort ist. Zum Glück ging die ganze Gesichte nochmals gut aus.


Polizeifestnahme am Titicacasee



Autostoppen in Bolivien - 24 Std auf einem Lieferwagen

Gemeinsam mit einem guten Freund reiste ich von der Salzwüste Uyuni bis nach Sucre per Autstopp in einem Lieferwagen - ganze 24 Stunden dauerte das Vergnügen, es sei aber dazugesagt, dass wir auch Pausen machten und nachts für einige Stunden stoppten. Die einheimische Familie, die uns mitnahm war superlieb und verköstigte uns sogar.


diese Familie nahm uns 24 Stunden auf ihrem Lieferwagen mit



Lama-Opferungsfest mit den Bergarbeitern von Potosí in Bolivien

Ich war in Potosí in Bolivien bei einem Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter dabei. Es war ein wirklich sehr spannendes und authentisches Erlebnis und auf alle Fälle nichts für sanfte Gemüter! Außerdem bewiesen die Bolivianer, dass sie ein sehr trinkfreudiges Volk sind. 

Lama-Opferungsfest der Minenarbeiter in Potosí



Besteigung einiger der höchsten Berge der Welt in Ecuador & Peru

Ich bestieg einige der höchsten Berge der Welt, darunter der 5.752 m hohe Nevado Pisco in der Cordillera Blanca, einem der schönsten Gebirgszüge weltweit, der sich in den Anden Perus befindet. Außerdem versuchte ich zweimal den 6.310 m hohen Chimborazo in Ecuador zu besteigen. Dieser Berg hat die weiteste Entfernung zum Erdmittelpunkt und ist ebenso der naheliegendste Punkt zur Sonne auf dieser Erde - und übertrifft damit sogar den Mount Everest. Wir campten sowohl bei der Pisco Besteigung als auch bei der Chimborazo Besteigung auf über 5.000 m Höhe in eisiger Kälte


Aussicht vom Nevado Pisco auf die umliegenden Berge



Eine Woche auf einer Fähre am Amazonas

Ich verbrachte insgesamt eine ganze Woche auf einer Fähre am Amazonas auf dem Weg von Leticia (Kolumbien) nach Yurimaguas (Peru) mit Zwischenstopp in Iquitos für zwei Tage. Geschlafen wurde in einer Hängematte zwischen zig Einheimischen. Als einzige Gringa (=Ausländerin) auf der Fähre war ich das Highlight schlechthin - vor allem für die Kinder. Zu essen gab es dreimal täglich Reis - zum Frühstück Reis aufgekocht mit Zuckerwasser und zu Mittag und zu Abend gesalzen mit Soße oder einem minikleinen Stückchen Hühnchen - seitdem kann ich Reis irgendwie nicht mehr essen.

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auf  meiner Hängematte am Amazonas - hier schlief ich eine ganze Woche



Ayahuasca-Zeremonie mit einem Schamanen im Dschungel von Kolumbien

Ich besuchte einen Schamanen mitten im Dschungel am Amazonas in der Nähe von Leticia und machte dort eine Ayahuasca Zeremonie. Fazit: Eindeutig kein Wiederholungsbedarf, trotzdem möchte ich dieses Erlebnis nicht missen.


Ayahuasca-Zeremonie Leticia
das Haus des Schamanen mitten im Dschungel Kolumbiens



Schwimmen im Amazonas

Ich schwamm im Amazonas inmitten von Piranhas und Krokodilen. Unser Guide versichterte uns aber, das sich diese Tierchen nur im Uferbereich aufhalten würden, wir hätten also in der Mitte des Flußes absolut nichts zu befürchten. Das glaubte ich ihm auch, bis mich plötzlich etwas am Bein beknapperte...


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schwimmen im Amazonas







.... IN AFRIKA



Schlafen in einer Höhle in Lesotho

Ich wanderte einige Tage mit einem Einheimischen durch Lesotho und wir schliefen dabei in Höhlen. Wir kamen an den eindrucksvollsten Felsschluchten vorbei und genossen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Weiters durchquerten wir einige Dörfer, für die so ein Muzungu (= weißhäutige Person) eine absolut außergewöhnliche Begegnung war. 


Lesotho



Autostoppen in Namibia

Ich versuchte bei 40 °C in der Mittagshitze mitten im Nirgendwo an der Grenze Botswana - Namibia Auto zu stoppen, um nach Windhoek zu gelangen. Im Endeffekt kam ich mit zwei verschiedenen Trucks dort heil an - jedoch inklusive jeder Menge Nervenkitzel!





Trinken von frischem Ziegenblut mit den Massai in Tanzania

Ich lebte einige Tage mit einem Massai-Stamm in Tanzania am Lake Natron und habe dabei mit ihnen frisches Ziegenblut getrunken und noch weitere unvergessliche Abenteuer erlebt.


Massai-Dorf Tansania Ziege-schlachten Weltreise Backpacking



Jagen mit einem Stamm, der noch in Höhlen lebt in Tanzania

Ich war mit den Hadzabe, dem ältesten Jäger- und Sammlerstamm jagen. Diese Menschen leben noch in Höhlen und haben eine ganz besondere Sprache, die aus Schnalzlauten mit der Zunge besteht. Sie sind Nomaden und haben keine Schulbildung. Ich fühlte mich wie in einer komplett anderen Welt.


Hadzabe Weltreise Backpacking Hadza
die Hadzabe rüsten sich für die Jagd



Mithelfen an einer Schule mitten im Busch Ugandas

Ich lebte einige Tage in Uganda in einem kleinen Dörfchen mitten im Busch, fernab jeglicher Zivilisation - also ohne Strom und ohne fließend Wasser. Ich lernte dabei ihre doch recht andersartige Kultur und Brauchtümer näher kennen.


Im-Busch Uganda Mbirizi
so sehen die typischen Häuser im Busch Ugandas aus




Neben diesen unvergessllichen Reiseabenteuern, hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse. Diese könnte ihr =>HIER<= nachlesen. 

Dienstag, 3. Dezember 2019

Australian Camp, Dhampus & der Phewa-See

By On Dezember 03, 2019


Australian Camp & Dhampus

Die gestrige Wanderung mit Pramod zum Australischen Camp und dem Dorf Dhampus war wunderschön und sehr relaxed. Zuerst fuhren wir mit dem Motorbike bis zu dem Dorf Phedi. Dort stellten wir dieses ab und fuhren die recht abenteuerliche Bergstraße mit dem Bus weiter bis nach Kande. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung. Bis zum Australischen Camp brauchten wir etwa eine Stunde. Man muss aber dazu sagen, dass Pramod bestimmt nicht der sportlichste ist. Er schwitzte und keuchte den ganzen Weg lang unaufhörlich. Dementsprechend machten wir auch viele Pausen.



Im Camp angekommen aßen wir zu Mittag: Dal Bhat natürlich. Ich wage mich zu behaupten, dass dies mein allerbestes Dal Bhat war. Pramod erzählte mir, dass er dieses Gericht täglich zu Mittag und abends essen würde. Eine Mahlzeit ohne Dal Bhat wäre für einen Nepalesen keine richtige Mahlzeit. Das erinnert mich an Afrika und das Posho/Ugali.

Dal Bhat

Vom Australischen Camp ging es über das Dorf Dhampus zurück zum Motorbike in das Dorf Phedi. Das waren vielleicht nochmal 2 Stunden - aber halt wirklich im Schneckentempo. Die Wanderung war insgesamt wunderschön. Die üppige Natur erinnert ein wenig an einen Dschungel.

Dieses süße Baby-Hündchen entdeckten wir am Rückweg 

Zum Abendessen traf ich mich tatsächlich mit einem Schweizer. Er heißt Luca und bereist schon seit 1,5 Jahren die Welt. Wir tauschten noch jede Menge Reisegeschichten aus und verabredeten uns auch gleich zum Joggen für den nächsten Tag.

Laufrunde um den Phewa-See 

Heute morgen startete ich topmotiviert meine Laufrunde. Es sollte einmal komplett um den Phewa-See gehen, das sind etwa 30km. Luca kündigte an, dass er später nachkommen würde. Ich rannte also alleine los. Die Gegend war wunderschön.




Um die Mittagszeit wurde es aber extrem heiß. Ich genehmigte mir ein kaltes Cola und wartete währenddessen auf Luca. Bereits nach einer halben Stunde kam er an. Die restliche Strecke legten wir dann gemeinsam zurück. Es ging durch Reisfelder und kleine Dörfer. Zudem kamen wir an einem Tempel und mehreren tollen Aussichtspunkten vorbei.




Da wir zwischendurch hungrig wurden, legten wir noch eine Essenspause ein. Danach ging es nur noch schleppend weiter - mit vollem Bauch joggt es sich einfach nicht gut. Aber wir hatten ja keinen Zeitstress. Von daher beanspruchte unsere Runde letztendlich fast den ganzen Tag. Zu Abend aßen wir dann in der Bar meines Couchsurfing Gastgebers. Insgesamt ein sehr gelungener Tag!








Sonntag, 1. Dezember 2019

Pokhara - Eine Ruheoase am Phewa-See

By On Dezember 01, 2019


Nach dem hektischen, lauten und schmutzigen ist Pokhara nun eine willkommene Abwechslung. Die Stadt liegt direkt am wunderschönen Phewa-See. Es gibt hier jede Menge kleine, gemütliche Bars direkt am See und unzählige Yogazentren. Der perfekte Ort also, um für ein paar Tage abzuschalten. 

Ich kam gestern nach einer etwa 8-stündigen Busfahrt am Busbahnhof in Pokhara an. Dort wurde ich gleich von einigen Taxifahrern belagert. Da ich mich nach dem langen Sitzen unbedingt bewegen wollte, beschloss ich aber die etwa 40 Minuten ins Zentrum zu laufen. Dort suchte ich dann das kleine Café "Hakuna Matata" meines Couchsurfing Gastgebers. Ich war begeistert, denn es liegt direkt am See. 

Phewa-See 

Das Café "Hakuna Matata" meines Couchsurfing Gastgebers 

Mein Gastgeber Deepak scheint auf den ersten Blick ganz liebenswürdig, aber etwas wortkarg. Er zeigte mir mein Zimmer, das nicht unweit von seinem Café entfernt liegt. Ein sehr simpler Raum mit einem Holzbett und dünner Matratze. Deepak entschuldigte sich noch, dass es kein Warmwasser gäbe und ich zudem nach dem Schöpfprinzip duschen müsste. Nach sechs Monaten Backpacking in Afrika ist das natürlich kein Problem für mich. 

Da Deepak mit seinem Café recht beschäftigt ist, traf ich mich am Abend mit Pramod - ein Einheimischer, auch von Couchsurfing. Wir genossen den Abend am See mit einem kühlen Bier und vielen spannenden und lustigen Gesprächsthemen.  Ich finde es immer wieder spannend in Kontakt mit den Einheimischen zu treten. Viele Reisende halten sich vorwiegend in den Hostels mit anderen Reisenden auf und haben somit nur eher wenig Kontakt zu den Menschen von hier. Das ist meiner Meinung nach sehr schade, da es so spannend ist in andere Kulturen tiefer einzutauchen. Wenn ich nun die Menschen hier in Nepal mit den Afrikanern oder Südamerikanern vergleiche, muss ich sagen, dass es große Unterschiede gibt. Ich habe das Gefühl, dass die Nepalesen viel ruhiger und zurückhaltender sind. 

Derzeit genieße ich gerade ein sehr leckeres Frühstück : Obstsalat und richtig leckeren Capuccino. Heute werde ich mit Pramod zum Australischen Camp (2.055m) und dem Dorf Dhampus wandern. Ich bin schon sehr gespannt. 






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