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Montag, 29. Oktober 2018

Besuch einer Schule in einem abgelegenem Dorf


Ein Morgen in einer typisch afrikanischen Familie
Heute sollte es in eine Schule in einem abgelegenen Dorf gehen. Meddy hat diese gegründet. Er möchte sie uns gerne zeigen. Wir waren alle drei schon sehr gespannt. Als wir am Morgen erwachten waren die Kinder schon bei der Hausarbeit: Wäsche waschen - händisch versteht sich, Boden schrubben, kochen, usw. Meddys Mutter - eine richtige afrikanische "Big Mama" übrigens - und seine Schwester waren bereits am Markt zum Arbeiten. Währenddessen passen zu Hause die größeren Kinder auf die kleineren auf und schmeissen den Haushalt. So etwas wäre unvorstellbar bei uns zu Hause.


Sucran und Arafath




Frühstück...
Abgemacht war, dass Meddy um 9 Uhr bei uns ist. Er wohnt nämlich mit seiner Frau und weiteren Waisenkindern ein paar Häuser weiter. Zu meiner Verwunderung war er für afrikanische Verhältnisse fast pünktlich. Bereits um 10 Uhr tanzte er an. Er servierte uns noch Frühstück : Chapati und Tee, dann starteten wir in Richtung Schule.

... & dann auf in das Dorf Butagaya
Es war ein langer Weg dorthin. Zuerst ging es mit dem Boda Boda ein paar Dörfer weiter. Dort wollten wir die nächsten Wegstecke mit einem Matatu zurücklegen. Wir warteten sicher eine halbe Stunde am Straßenrand, doch leider waren die Busse alle bereits maßlos überfüllt.

Schlussendlich beschloß Meddy, dass wir einfach wieder ein Boda nehmen. Die Dörfer, die wir durchquerten, wirkten immer ländlicher. Am Ende wechselten wir nochmals das Boda. Die letzte Strecke bestand aus einem sehr holprigen Weg.
Vor den Lehmhäusern in den Dörfern, die wir durchquerten spielten überall kleine Kinder. Diese begannen wie außer sich vor Freude als uns sahen lautstark "Muzunguuu, Muzunguuuuu!!" zu schreien und winkten und mit strahlenden Gesichtern zu. Einige begannen vor Freude sogar Luftsprünge zu machen.

am Boda Boda mit Meddy und dem Fahrer



Im Dorf angekommen...
... gingen wir in Richtung Schule. Die Kinder hatten gerade Unterricht. Die Lehrerin kam heraus, um uns zu begrüssen. Dann bat Meddy uns in die Schulklasse. Wir dürften die Kids nun unterrichten. Darauf waren wir jetzt nicht vorbereitet. Zögerlich betraten wir den Klassenraum. Als ich sah, dass es sich nur um 10 - 15 Schüler handelte, atmete ich auf. Denn 100 Schüler in einer Klasse hier in Uganda sind keine Seltenheit. Es lief eigentlich alles ganz gut. Wir erzählten den Kindern, die alle zwischen 12 und 16 Jahren waren, ein wenig von unserem Heimatland Österreich und zeigten ihnen Bilder. Neugierig steckten sie ihre Köpfe zusammen, um begeistert in unsere Handys zu starren.

Jana beim Unterrichten

der Dorfbrunnen

das Wasser muss oft weite Strecken getragen werden 



Gebetsstunde in der Schule - was für ein Spektakel
Dann meinte einer der Jungs, dass sie jetzt dann Mittagspause hätten, sie vorher aber noch beten würden. Womit wir nicht rechneten war, dass sich dieses äußerst eindrucksvolle Schauspiel über eine Stunde lang zog. Zuerst begannen sie laut und mit Begeisterung zu singen und tantzen ausgelassen dazu. Wahnsinn, was für schöne kräftige Stimmen sie hatten. Dann begannen sie abwechselnd zu beten. Das bestand teilweise aus lautstarkem Schreien, auf die Knie fallen und weinen. Betroffen standen wir da. Wir wussten nicht richtig was da passiert. So etwas hatte selbst ich noch nicht erlebt. Jana wollte schon fast das Klassenzimmer verlassen, weil es ihr zu krass wurde. Am Ende beteten alle gleichzeitig monoton vor sich hin. Dann war es beendet.



Zu Tränen gerührt...
Sie hießen uns herzlich willkommen mit ihnen Mittag zu essen. Zur Feier des Tages gab es Posho mit Kohl und Bohnen.



Sie bedankten sich in Form einer Rede herzlich für unseren Besuch und fragten uns, ob wir ihre Schule unterstützen möchten. Anki, Jana und ich bersprachen uns kurz. Wir baten die Kinder uns eine Liste zu schreiben, mit Dingen, die sie dringend benötigen würden. Die Kinder setzten sich zusammen. Kurze Zeit später händigten sie uns die Liste. Als wir diese durchlasen waren wir zu Tränen gerührt.

So sah diese aus:
1. Feuerholz
2. Essen: Reis, Posho (=Maismehlbrei), Bohnen
3. Strom oder Licht (in Form von Solarpanels)
4. Unterkünfte (für die Waisenkinder)
5. Wir haben nicht genügend Lehrer für das nächste Jahr


diese Liste haben uns die Schüler geschrieben

Da wir es aufgrund von Zeitmangel nicht schaffen würden, die Dinge oder wenigstens einige davon zu organisieren, beschlossen wir sie mit einer Geldspende zu unterstützen. Die Lehrer und Schüler bedanken sich bei uns und versprachen uns mit Fotos am Laufenden darüber zu halten, was mit dem Geld passiert.


die Kinder beim Schreiben der Liste

die Kinder lernen mir den Wasserkanister wie eine echte Afrikanerin zu tragen

Jana spielt mit den Kindern ein Brettspiel mit Steinen und Holzstücken auf einem Blatt Papier



Am Abend fuhren wir noch auf einen Drink zu einer netten kleinen Bar direkt an Nil, ganz in der Nähe der Quelle des Nils.

am Nil 

so sahen unsere Füße am Ende dieses Tages aus


Was für ein aufregender Tag.!

PS: Wer Meddy in seinem Projekt in dieser Schule unterstützen möchte, kann sich hier die Webseite ansehen :
http://www.afsco.webnode.comhttp://www.afsco.webnode.com

Das ist die Bankdaten von Meddy:

Bankname: Bank of Africa
Account Name: African friends service communities (AFSCO).
Account Nummer: 03053590008
Branch: jinja
Country:Uganda
City: Jinja.
Swift code: AFRIUGKA

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