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Dienstag, 30. Oktober 2018

Aufregende Matatufahrt von Bugembe nach Sipi


Abschied von Meddy und seiner Familie
Diesmal wurden wir mit einem leckeren Porridge zum Frühstück überrascht. Wir wollten möglichst bald los, um nicht zu spät in Sipi anzukommen. Natürlich kamen wir wieder nicht vor Mittag weg.

Meddy wollte uns noch gern das Haus zeigen, in dem er mit seiner Frau, seiner Tochter und anderen Waisenkindern lebt. Seine eineinhalb jährige Tochter ist unheimlich süß. 

Meddy, seine Tochter & Anki

Die Frau war nicht zu Hause, sie arbeitet tagsüber am Markt. Auf die kleine Tochter passen währenddessen einfach die anderen Kinder auf, die auch noch nicht über acht Jahre alt zu sein schienen. Meddy servierte uns noch Tee und lecker gewürzte Cassavawurzel. 

Dann begleitete er uns zur Straße, um von dort aus ein Matatu nach Mbale zu finden. Dort müssen wir dann umsteigen und in ein anderes Transportmittel nach Sipi. Nach Mbale sollten es etwa zwei Stunden sein und von dort nach Sipi noch eine, meinte Meddy.

Die abenteuerliche Fahrt nach Sipi
Geworden sind es schlussendlich über vier Stunden nach Sipi. Aber mittlerweile wissen wir schon, dass man die Zeitangaben der Afrikaner meist verdoppeln muss. Die Fahrt war recht kurzweilig. Immer wieder hielten wir an, weil Fahrgäste zu- und ausstiegen. Es ist keine Seltenheit, dass in eine Sitzreihe mit drei Sitzen 4-5 Personen gequetscht werden. Da darf man keine Berührungsängste haben, teilweise sitzt man nämlich fast übereinander. Zudem kommt es auch immer wieder vor, dass jemand lebende Hühner dabei hat. Diese werden einfach an den Beinen zusammengebunden und so an den Beinen mit dem Kopf nach unten transportiert.

Jedes Mal als wir anhielten, kamen sogleich Strassenverkäufer angerannt, und hielten uns energisch ihre Ware zum Fenster herein, darunter Chapati, Getränke, Rolex, Fleischspieße und sogar lebende Hühner. Tatsächlich kaufte sich ein Fahrgast sogar kurzerhand zwei Stück davon.

Straßenverkäufer versuchen uns lebende Hühner ins Matatu zu verkaufen 

... und noch mehr Straßenverkäufer 



Als die Verkäufer uns Muzungus sahen, hatten sie es natürlich sofort ganz besonders auf uns abgesehen. Sie fragten zudem nach unserer Handynummer, ob sie uns küssen dürften usw. Auch wenn es teilweise ein wenig anstrengend war, machte es unsere Fahrt eindeutig kurzweilig.





In Mbale war es zum umsteigen, bzw mussten wir uns ein neues Gefährt suchen. Kaum aus dem Matatu ausgestiegen, belagerte und eine Gruppe auf uns einschreiender Männer "Where do you go? Sipi Falls!! Cheap price!" Es war fast unmöglich sie abzuwimmeln. Sie versuchten uns alle ihr Taxi andrehen, wir wollten aber mit einem Matatu weiter, da dies um einiges billiger ist. Laut ihnen sollte es kein Matatu dorthin geben. Ich wusste jedoch, dass man mit einem solchen zumindest eine Teilstrecke nach Sipi zurücklegen kann.

Zum Glück fanden wir letztendlich einen ehrlichen jungen Mann, der uns zeigte wo wir das Matatu finden können. 3.000 USH zahlten wir nun bis zur Kreuzung nach Sipi.

Von dort aus ging es mit einem sozusagenen "Shared Taxi", also Gemeinschaftstaxi weiter. Drei Personen saßen vorne und zu viert waren wir auf der Rückbank. Da hab ich aber auch schon Schlimmeres erlebt. Kosten: nochmals 3.000 USH pro Person.

Bekiffte Rezeptionisten
Kaum den ersten Fuß in das Dorf Sipi gesetzt, sprachen uns auch schon zwei junge Männer an. Der eine hatte eine Bob Marley Mütze auf, wir nennen ihn hier im weiteren Verlauf "Grasei Schuasch", und der andere eine ordentliche Alkfahne, wir nannten ihn Klaus. Was die beiden verband, waren die roten Augen. Ansonsten waren sie aber ganz nett. Sie wollten uns ihr "Twilight Hostel" zeigen.

Wir kamen mit ihnen mit. Das Hostel bestand aus drei kleinen runden Hütten mit Strohdach und einer genialen Aussicht über die Kaffeeplantagen und die Wasserfälle. Es schien uns sofort recht sympathisch. Wir fragen nach dem Preis und konnten diesen sogar noch ein bisschen herunter handeln. Im Endeffekt zahlten wir 15.000 USH (~ 3,40 €) pro Person und Nacht in unseren eigenen Hütte. Zwar ohne Strom, aber an der Rezeption gab es dafür Steckdosen. Das Wasser funktionierte auch noch nicht, aber sie versprachen uns, dass es später eines geben wird, sogar warmes. Da bin ich mal gespannt. Aber für den Preis darf man ja wirklich nicht meckern. Wir sind übrigens die einzigen Gäste hier.

unsere Unterkunft 

Klaus wurde mit der Zeit etwas lästig. Er wollte unbedingt mit uns Abendessen und was trinken gehen und ließ sich nur schwer abwimmeln.

Als wir später noch einmal zu Grasei Schuasch an die Rezeption kamen, meinte dieser ganz trocken, dass er Klaus nun weggeschickt habe, da dieser ein mentales Problem habe. Wir konnten uns ein Lachen nicht verkneifen. So nennt man das hier also, wenn jemand ordentlich bekifft und angetrunken ist.

Grasei Schuasch wollte uns andrehen, morgen unser Guide für die Sipi Wasserfälle zu sein. Ohne Guide dürfte man diese anscheinend nicht besuchen. Laut meinen Recherchen stimmte das sogar. Anfangs wollte er 30.000 USH pro Person dafür, später ging er runter auf 25.000 USH. Wir beschlossen uns noch ein wenig im Ort umzuhören, ob wir ein besseres Angebot finden können.

Wir fanden ein weiteres Hostel, gleich neben unserem und genehmigten uns dort ein Bier. Dabei hatten wir eine fantastische Aussicht auf die umliegende Gegend.

Peter unser Retter
Als wir wieder zurück zu unserer Unterkunft wollten, war das riesige Eingangstor verschlossen. Wir standen eine Zeit lang davor und klopften wie wild dran. Keine Regung. Was nun? Wir versuchten uns erfolglos gegenseitig mit einer Räuberleiter darüber zu helfen. Okay, dann blieb uns wohl nichts anderes als im Ort die Bars abzuklappern und nach Grasei Schuasch zu suchen. Der war bestimmt irgendwo dort unterwegs, zudem war der Ort auch nicht sonderlich groß.

Bei unserer Suche stießen wir in einer Bar auf einen sehr freundlichen einheimischen jungen Mann : Peter, hier im Ort auch Rasta genannt. Er zeigte sich äußert hilfsbereit und kam mit uns zum Hostel. Peter war uns allen gleich sehr sympathisch.

Lustigerweise bekam er das Tor mit nur einem Stoß auf. Wir waren wohl tatsächlich zu blöd dafür. Der junge Mann brachte uns noch eine Petroleumlampe und Toilettenpapier in unsere Hütte. Wir waren doch ein wenig erstaunt, dass Peter sich hier in unserem Hostel so gut auskannte, aber vermutlich helfen die Leute hier im Dorf alle ein wenig zusammen.

Mit Peter fanden wir auch gleichzeitig unseren Guide für morgen. Für 15.000 USH pro Person würde er uns zu allen drei Wasserfällen bringen. Die Wanderung sollte so fünf Stunden dauern. Wir freuen uns schon riesig drauf.

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