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Dienstag, 4. April 2017

Die Wasserfälle von Rio Pita



Reunion mit Patrick :)

Ihr könnt euch doch bestimmt noch erinnern, dass ich damals in Afrika auf der Insel Sansibar einen jungen deutschen Mann namens Patrick kennen gelernt hatte. Durch Zufall trafen wir uns in Namibia wieder und reisten dann ein gutes Monat zusammen durch Namibia und Südafrika - es war eine geniale Zeit mit vielen verrückten Abenteuern. Er kehrte danach zurück nach Deutschland, um zu arbeiten. Und nun ist der verrückte Kerl doch glatt hier in Ecuador. Gestern Nacht kam er an. Da ich recht viel um die Ohren hatte mit Hostelarbeit und Deutsch-Privatstunden trafen wir uns erst heute. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesengroß.

Die Wasserfälle von Rio Pita

Wir starteten unser Wiedersehen gleich mit einem kleinen Abenteuer. Ein Bekannter aus Quito hat mir von einem wunderschönen Fluss der eine riesige Schlucht entlang fließt erzählt. Es soll dort des weiteren jede Menge Wasserfälle geben. Man könnte einfach den Flussverlauf stundenlang entlang wandern. Wir sollten bloß aufpassen, da der Fluss jetzt in der Regenzeit recht viel Wasser habe. Das hörte sich natürlich traumhaft an. Ich traf mich also heute morgen mit Patrick, dieser hatte noch einen Jordanier namens Adi im Schlepptau, der sich uns anschließen wollte. 

Anreise zum Rio Pita

Wir starteten unsere Tour am Busbahnhof Marín Central in Quito. Von dort aus fahren grüne Busse in Richtung Sangolquí. Die Fahrt dauerte ca 45 Minuten. Aussteigen muss man dann an der Haltestelle El Choclo, was soviel wie Mais bedeuten sollte - an der Haltestelle befindet sich nämlich ein riesiges Maiskolben-Monument. Von dort aus nimmt man einen Bus nach Loreto. Dieses kleine sehr ländlich wirkende Dörfchen hat es uns gleich angetan. Richtig idyllisch ist es dort, Kühe grasen auf den Weiden und Hühner laufen auf den unsasphaltierten Straßen herum. 

Abenteuer am Rio Pita

Wir fragten Einheimische wie wir am besten zum Fluss kommen. Sie meinten, wir bräuchten bloß diesen Weg folgen. Das war leichter gesagt als getan, denn der Weg wurde immer kleiner und verschwand dann irgendwann zur Gänze. Wir wanderten also durch Wiesen und Felder. Plötzlich standen wir vor einer beeindruckenden tiefen Schlucht. Wir staunten nicht schlecht. Da unten muss wohl der Rio Pita sein. Leider war es nicht einfach diese Schlucht hinter zu kommen, da sie großteils aus Felsen und dichtem Gestrüpp bestand. Zum Glück trafen wir zwei Bauern, die gerade am Holzarbeiten waren. Sie zeigten uns einen kleinen Weg, wie wir die Schlucht hinunter kommen könnten. Wir waren sehr erleichtert, da wir schon fast die Hoffnung verloren hatten, dort hinunter kommen zu können.

Als wir endlich am Fluss ankamen, wusste ich plötzlich was mein Bekannter gemeint hat mit dem vielen Wasser in der Regenzeit. Normalerweise führt ein kleiner Wanderweg am Flussrand entlang, der zur Zeit jedoch nicht erkenntlich ist, aufgrund des hohen Wasserspiegels. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als raus aus den Schuhen und im Wasser entlang waten. Das hört sich vielleicht ganz lustig an, aber der Fluss war wirklich reißend und das Wasser richtig kalt - wobei ich dabei anscheinend abgehärteter bin als die Jungs, denn für diese schien die Kälte um ein Vielfaches Schlimmer als für mich. Wir kamen also nur sehr langsam voran. Neben dem Fluss konnte man nicht gehen, da sogleich die Felswände gerade nach oben gingen.

Nach etwa einer Stunde bemerkten wir laut unserer Landkarte, dass wir erst einen minimalen Bruchteil der Wegstrecke hinter uns hatten und wir es in dem Tempo niemals zu den Wasserfällen schaffen werden. Wir beschlossen, dass es das Beste sei umzudrehen. Vielleicht könnten wir von Loreto aus Auto stoppen, um näher zu den Wasserfällen zu kommen - laut Landkarte sollte eine kleine Straße fast bis zu den Wasserfällen führen. Also wieder alles zurück. An einem richtig schönen Fleckchen am Fluss machten wir eine kleine Mittagspause - es war einfach traumhaft, außerdem strahlte die Sonne vom Himmel. 

Mittagspause auf einer kleinen Insel im Fluss



wir wanderten durch eine wunderschön ländliche Gegend

Ich, Adi und Patrick

Patrick steht die Angst vor dem kalten Wasser schon ins Gesicht geschrieben :D


kleine Wasserfälle soweit das Auge reicht 



Unsere Verfolgerin namens Amy

Auf halber Wegstrecke zurück verfolgte uns - oder besser gesagt mich - plötzlich ein extrem niedlicher Hund. Wir nannten sie Amy.

In Loreto angekommen, wurde uns bewusst, dass wir wirklich am A.... der Welt sind und dass wir wohl keine Mitfahrgelegenheit finden werden. Wie vom Himmel geschickt, stand auf einmal eine Frau vor uns und fragte wohin wir denn wollten. Sie meinte dann, sie hätte einen Jeep und könnte uns für 7 USD zum Fluss bringen - ganz in der Nähe der Wasserfälle, die Fahrt würde etwa 30 Minuten dauern. Wir handelten den Preis auf 6 USD (also 2 USD pro Person) runter und schon ging es los. Patrick und ich auf der Ladefläche des Jeeps. Amy schien sich regelrecht in mich verliebt zu haben und dachte gar nicht daran alleine hinten zu bleiben. Sie sprang einfach mit viel Schwung zu uns auf die Ladefläche. Was mussten wir lachen. 

auf der Ladefläche des Jeeps


Die Frau ließ uns an einem sozusagenen Eingang für die Wasserfall Trekking Tour austeigen. Eintritt sei 3 USD pro Person. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber gut, nun waren wir schon einmal hier. Wir bezahlten also den Eintritt. Außer uns und der Eintrittsfrau war übrigens kein Mensch weit und breit zu sehen. Sie gab uns noch eine kleine Wanderkarte mit und erklärte uns einige Routen. Man kann hier wohl stundenlang herumwandern. Bereits nach der ersten halben Stunde wussten wir, dass sie die 3 USD völlig bezahlt gemacht hatten. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus - es war ein wahres Paradies. Wasserfälle ohne Ende, eine traumhafte Vegetation und eine atemberaubende Schlucht. Leider hatten wir nicht die Zeit alle Wege zu erkundschaften, da der letzte Bus von Loreto in Richtung Quito um 19 Uhr gehen sollte. 

Amy waren die Hängebrücken nicht ganz geheuer






Rio Pita, Río Pita, Ecuador



der größte und eindrucksvollste der Wasserfälle


teilweise war es nicht ganz einfach Amy die ganzen Stufen rauf oder runter zu bekommen - doch sie wollte unbedingt mit








Als wir um kurz vor 18 Uhr wieder bei der Eintrittsdame ankamen, rief uns diese netterweise die Frau mit dem Jeep an, um uns wieder abzuholen. Es sei angemerkt, dass Amy uns die ganze Zeit auf Schritt und Tritt folgte. Wir mussten bei unserer Wasserfallwanderung sogar Leitern hochklettern, was Amy verwunderlicherweise alles meisterte - zwar nicht ganz problemlos, aber sie schlug sich tapfer. Amy sprang also wieder mit uns in den Lieferwagen. In Loreto angekommen, mussten wir etwa eine halbe Stunde auf den Bus warten. Als der fast leere Bus ankam, stiegen wir ein und es ging weiter. Plötzlich meinte Patrick "Guck mal, das ist doch Amy". Ich traute meinen Augen nicht, der Hund ist doch glatt mit uns in den Bus gesprungen und hatte es sich auf der Sitzbank vor uns gemütlich gemacht. Uns blieb leider nichts anderes übrig als den Busfahrer zu bitten stehen zu bleiben und den Hund hinaus zu lassen. Was natürlich nicht ganz ohne Widerstand von Amys Seite stattfand. Mir brach es fast das Herz, aber mitnehmen nach Quito konnten wir das süße Hündchen leider nicht. 

Resümee: ein absolut genialer Tag. Außerdem scheinen die Wasserfälle von Rio Pita nicht besonders bekannt bei Touristen zu sein - wohl auch aufgrund der schwierigen Anreise - obwohl sie wirklich eines der schönsten Dinge sind, die ich bis jetzt in Ecuador gesehen hatte. Also wirklich sehr empfehlenswert.

Kurze Kostenaufstellung:

  • Bus La Marín - El Choclo: 45 Cent x 2 (Hin- und Rückweg)
  • Bus El Choclo - Loreto: 35 Cent x 2
  • Mittagessen: Cevichocho 50 Cent
  • Jeep: 2 USD x 2
= 6,10 USD







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=> Info Südamerika <= 


















Kommentare:

  1. Ohhh, liebe Michaela,

    das klingt nach einem perfekten Tag! Das muss ich mir unbedingt merken! Ich war ja noch nicht in Ecuador :) Die Wasserfälle sehen wirklich paradiesisch aus. Aber das Highlight ist Amy... Der Hund ist der Hammer und mir hätte es auch das Herz gebrochen, sie zurückzulassen.

    Schöne Fotos, toller Bericht! Danke :D

    Liebe Grüße,
    Barbara

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    1. Oh ja, die Wasserfälle sollst du dir unbedingt merken, sie gehören eindeutig zu den Schönsten die ich jemals gesehen habe :)

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  2. Ein toller Bericht von einem spannenden und ereignisreichen Tag! Und diese Landschaft... ich bin immer wieder völlig begeistert von dieser satten grünen Natur. Amy hätte mir vermutlich auch das Herz gebrochen aber ihr habt ja völlig richtig gehandelt.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  3. Ich liebe ja Wasserfälle über alles. Bei den ersten Bildern dachte ich ja, huch , das ist aber ein Wasserfällchen ... Aber dann - wunderschön. Ich hätte allerdings schon ein bissel Angst gehabt, mich so nah an die "Klippen" zu setzen.

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    1. Wenn du Wasserfälle liebst, dann musst du unbedingt nach Ecuador kommen - hier gibt es diese zur Genüge :)

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