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Samstag, 18. Februar 2017

Kein Grenzbergang mehr an einem Wahlwochenende

Immer wieder was zum Schmunzeln

Eigentlich wollte ich mich heute ja so früh als möglich zu Grenze "Rumichaca" nach Ecuador aufmachen. Doch erstmals schliefen Jorge und seine Mama recht lange und ich wollte mich gerne persönlich von ihnen verabschieden. Als sie dann wach waren, wollten sie noch unbedingt mit mir frühstücken - das Ganze zog sich ordentlich in die Länge, hier in Latinamerika dauert das Zubereiten eines Spiegelei's und eines Kaffees schon mal eine Stunde. Amanda schüttete mir dann noch ihr Herz aus, dass sie über Facebook einen (lt Foto schon relativ betagten) Mann aus den USA kennengelernt hätte und ihr dieser nun als Valentinsgeschenk über eine Million Dollar schicken möchte. Sie hätte ihn aber noch nie gesehen. Außerdem bräuchte er dazu sämtliche Bankdaten usw von ihr. Die Frage an mich war nun, was ich davon halten würde. Die Gute schien sich wirklich schon auszumalen was man mit so viel Geld alles machen könnte. Ich versuchte sie sachte auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Das Gespräch nahm eine drastische Wendung. Amanda erklärte mir plötzlich wie sympathisch ich wäre und wie gern sie mich hätte. Außerdem würde ich perfekt zu ihrem Sohn passen. Und wieso ich eigentlich nich verheiratet wäre. Ich machte ihr klar, dass ich einen unheimlichen Stress hätte und dass wir uns bestimmt bald wieder sehen werden. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit solchen Gesprächen auseinandersetzen muss, trotzdem musste ich wieder ordentlich schmunzeln. Vor allem als sie mir die Vorzüge der Latino-Männer schmackhaft machen wollte.

Menschenmassen an der Grenze Rumichaca

Nach einer herzhaften Verabschiedung von Amanda, brachte mich Jorge zum Bus, der in Richtung Grenze fährt (1.600 COP).
Als ich die Grenze um kurz nach 10 Uhr erreichte, traf mich fast der Schlag. Tausende Menschen und Autos - generell ein wildes Durcheinander. Ich Blödmann, warum muss ich auch die Grenze genau an dem Wochenende an dem die Wahlen in Ecuador sind, überqueren. Morgen soll sogar die Grenze gesperrt werden. Na kein Wunder, dass es hier so zugeht. Zuerst einmal stand unser Bus eine halbe Stunde im Stau an der Grenze. Der überaus unfreundliche Fahrer erlaubte es auch keinem schon vorher auszusteigen. Endlich angekommen, holte ich mir meinen Ausreisestempel an der kolumbianischen Seite, das ging eigentlich ganz flott. Als ich mich durch hunderte aufdringliche Geldwechsler, Essensverkäufer und Taxifahrer zur ecuadorianischen Seite durchgekämpft hatte, traf mich ein weiteres Mal der Schlag. Eine etwa 500 m lange Schlange stand vor der Migracion Office an. Und das in der brütenden Hitze. Mir blieb nichts anderes übrig als mich hinten anzustellen. Nach einer Stunde des Wartens und bereits einem leichten Sonnenstich-Gefühl kam ich ungefähr 20 m weiter.   Erstmals war ich der Verzweiflung nahe, doch diese wandelte sich mit der Zeit  in Humor um. Alles Aufregen hilft hier einfach nichts. Gute vier Stunden später hatte ich es dann endlich geschafft und stand leicht aufgeregt vor dem Grenzbeamten. Immerhin rechnete ich mit einigen Fragen, warum ich denn nach nur einem Tag in Kolumbien wieder in Ecuador einreisen möchte. Ich setzte mein freundlichstes Lächeln auf, welches der Beamte nett erwiderte. Nun konnte ich nur hoffen, dass er nochmal einen 90-Tage Stempel in meinen Pass macht. Und siehe da, alles klappte problemlos.

Zurück in Richtung Quito

Nun mit dem Sammeltaxi nach Tulca (75 Cents) und dort einen Bus in Richtung Quito finden. Das Ganze gestaltete sich erstaunlich einfach. Doch wieder einmal zu früh gefreut. Bereits nach 15 Fahrminuten wurden wir von der Polizei gestoppt. Eine geschlagene Stunde standen wir an Ort und Stelle. Unser Gepäck wurde durchsucht und Ausweise kontrolliert. Gegen sieben Uhr abends kam ich dann endlich auf Belens Farm an und wurde sogleich überaus herzlich empfangen. Mittlerweile tummeln sich schon mehr Menschen hier, einige Freunde von ihnen und zwei andere Reisende sind nämlich auch gerade hier. Wir verbrachten noch einen tollen und vor allem lustigen Abend.



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