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Montag, 31. Oktober 2016

Spontanität kennt keine Grenzen

By On Oktober 31, 2016

Spontane Ideen sind die besten

Irgendwann im Laufe der Reise haben Anki und ich beschlossen, dass wir uns vor ihrer Abreise noch tätowieren  lassen wollen. Ich spielte immerhin schon länger mit dem Gedanken, mir eine kleine Erinnerung an diese große Reise verewigen zu lassen. Nun war es also soweit - heute ist der Tag an dem mich meine liebste Anki wieder verlassen wird. Wir suchten am Vormittag also ein Tattoo Studio auf. So ganz ohne Termin, einfach auf gut Glück. Und siehe da, der nette junge Mann im Studio willigte sofort ein uns ein kleines Tattoo stechen zu wollen - in 15 Minuten sollte es los gehen. Wow, damit haben wir fast nicht gerechnet. Wir zeigten ihm unser Motiv: "Wanderlust" - Bedeutung lt Wikipedia: "Wanderlust war bereits ein mittelhochdeutsches Wort und beschreibt die Lust am Wandern, den steten inneren Antrieb, sich zu Fuß die Natur und die Welt fern der Heimat zu erschließen."
Nach einigen schmerzhaften Minuten war das Tattoo schon fertig. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf zum Mittag essen in einem Shoppingcenter. Ich weiß nicht was mich dann plötzlich geritten hat, aber irgendwie kam mir gerade so in den Sinn warum wir uns nicht auch noch gleich einen Nasenring stechen lassen. Anki sah mich zuerst etwas verdutzt an, meinte dann aber gleich "Warum eigentlich nicht?". Da ich meine Aussage eigentlich eher scherzhaft meinte, verwunderte mich ihre Antwort erstmals. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto interessanter klang dieses verrückte Vorhaben für mich. Wir versuchten im Shoppingcenter so einen kleinen Ring zu finden, um einfach mal zu sehen wie es aussehen würde - leider vergeblich. 
Dann also gleich zurück ins Tattoo Studio. Dort konnten wir einen kleinen Ring ausprobieren, aber irgendwie überzeugte er uns nicht ganz. Wir kauften das Ding kurzerhand um einfach einmal auszuprobieren wie es uns auf Dauer so gefällt. Die Dauer dauerte nicht lange :D Noch während wir einen Kaffee tranken wurde uns klar: Ja, wir lassen uns heute auch noch piercen. Zurück ins Tattoo Studio also. Unser Tätowierer konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen, da wir nun schon wieder vor ihm standen. Das Vergnügen sollte bloß sechs Euro kosten. Leider mussten wir diesmal über eine halbe Stunde warten, was etwas ungünstig war, da Anki eigentlich schon bald zum Flughafen sollte und packen musste sie auch noch. Dann ging aber alles ruck-zuck. Zuerst war Anki dran. Als ich sah wie ihr der Piercer eine riesige und dicke Nadel einfach so durch die Nase stieß wurde mir bereits ganz anders. Zum Glück war es nur ein kurzer Schmerz. Auf dem Heimweg mussten wir zwei Mädels noch einmal ausgiebig über unsere verrückten Ideen lachen. 

Abschied von meiner liebsten Anki

Dann ging alles ganz schnell, Anki packte und wir machten uns mit den lokalen Bussen auf zum Flughafen. Unser Gastgeber Juan, meinte wir sollten doch ein Taxi zum Flughafen nehmen, da jetzt Rush-Hour sei und wir es nie rechtzeitig schaffen werden. Da wir ja meinen immer alles besser zu wissen, entschieden wir uns trotzdem für den Bus. Es war schon etwas nervenaufreibend. Wir mussten dreimal den Bus wechseln, was jedes Mal mit langen Wartezeiten verbunden war. Unendlich viele Menschen drängten in die Busse, es war ein richtiger Kampf hinein zu kommen. Das Transportsystem in Bogotá ist eindeutig ausbaufähig. Fast zwei Stunden später waren wir dann am Flughafen. Wir beschlossen noch auf ein paar schnelle Pommes beim Mäci vorbei zu schauen. Der Abschied verlief kurz. Ich glaube wir hatten beide Tränen in den Augen. Das Monat verging viel zu schnell, aber es war eine geile Zeit, die wir bestimmt nie vergessen werden. Als ich zu den Bussen schlenderte, war mir doch etwas komisch zu Mute. Nun bin ich wieder ganz allein. Das bin ich natürlich schon gewohnt, aber trotzdem ist es nach einem Monat mit einer wundervollen Reisebegleitung wieder ein eigenartiges Gefühl.
Aber zum Glück kommt Mami bald :)



Sonntag, 30. Oktober 2016

Zurück nach Bogotá

By On Oktober 30, 2016

Nachtleben von Villa de Leyva

Gestern Abend saßen wir mit Jozef und seinen Freunden noch ein wenig am Hauptplatz auf den Stufen vor der Kirche von Villa de Leyva zusammen. Das ist "der" Haupttreffpunkt der jungen und auch älteren Menschen am Wochenende. Da wird im kleinen Shop neben der Kirche günstig Bier, Aguardiente und Rum gekauft und dann auf den Stufen sitzend getrunken. Richtig gemütlich. Außerdem fand am Platz gerade eine religiöse Veranstaltung statt. So eine Art "Maria Mutter Gottes Fest". Zuerst wurde eine relativ große Statue der Heiligen Maria über den riesigen Platz getragen, gefolgt von einer betenden Menschenmenge. Später gab es dann sogar noch ein riesiges Feuerwerk. Mit riesig meine ich wirklich riesig. Ich traue mich fast zu behaupten, dass es eines der beeindruckendsten Feuerwerke war, die ich jemals gesehen habe.

Wieder im kalten Bogotá

Der Abschied von Anki rückt nun immer näher. Wir packten heute Vormittag unseren Rucksack und nahmen von Jozef Abschied. Wir verbrachten den Tag aber noch bis 16 Uhr in Villa de Leyva, da unser Gastgeber "Juan" in Bogotá erst am Abend zu Hause sein wird. Angekommen  im kalten Bogota hatten wir erstmals ein kleines "Uber" Taxi Missgeschick, dann fanden wir aber recht schnell zu Juan. Die Polizei stoppte uns zwar einmal, um uns zu sagen, dass es hier nachts gefährlich sei und wir aufpassen sollten. Weiters hielt ein Typ mit dem Fahrrad an und sagte ich sollte doch bitte mein Handy verstecken, da es gefährlich sei, dies hier öffentlich zur Schau zu stellen. Na gut, sie haben natürlich alle recht, aber manchmal ist es fast unmöglich ohne Handy wohin zu finden.
Es ging aber wie immer alles gut. Juan wohnt in einem 14-stöckigem Hochhaus. Bei ihm in der Wohnung angekommen wurden wir sogleich von sämtlichen Tieren begrüßt. Er lebt nämlich mit zwei Hunden und vier Katzen zusammen. Er scheint ein richtiger Tierliebhaber zu sein, denn diese dürfen so ziemlich alles tun was sie wollen, sogar von seinem Teller am Tisch essen. Was ich glaube ich noch nicht erwähnt hatte ist, dass ich hier bei Juan fast zwei Wochen bleiben werde - nämlich als Tiersitterin ;)

Am 12.11. kommt dann meine liebe Mami um mit mir für zwei Wochen Kolumbien unsicher zu machen.

Buenas noches!

"Lulo", eine typisch kolumbianische Frucht - schmecht sehr sauer und wird hauptsächlich für Säfte verwendet

Samstag, 29. Oktober 2016

Abenteuer abseits der Touristenpfade

By On Oktober 29, 2016
Unglaublich, aber Anki wird mich in 2 Tagen schon wieder verlassen. Wo bleibt denn die Zeit bloß immer? Wir beschlossen einen letzten Wandertag einzulegen. Auf meinen online Maps habe ich einen Wasserfall in den Bergen entdeckt. Da wollen wir hin. Jozef erklärte mir, dass dies nicht möglich sei, da dort kein offizieller Weg hingehe und wir außerdem viele Privatgrundstücke durchqueren müssten. Zudem wäre es viel zu weit entfernt. Wir ließen uns von seinen Einwänden nicht abhalten und starteten. Wir fanden einen kleinen "Kuhweg" , der die Berge recht steil hochführte. Irgendwann kamen wir an ein Schild, das besagte, dass dies ein Naturschutzgebiet sei und es für Touristen verboten sei dieses zu betreten. Da es auf spanisch war, hatten wir den Ausländer-Vorteil - "no entiendo" - wir verstehen es einfach nicht. Es ging ca 1,5 Stunden bergauf. Auf einmal hörten wir eigenartige Geräusche. Was sollte denn hier mitten im Nirgendwo sein? Plötzlich sahen wir doch glatt ein kleines Häuschen. Im Garten war ein Schwein, welches vermutlich die Geräusche machte. Unglaublich, dass hier Leute leben, so fernab von jeglicher Zivilisation und abgeschnitten von jeglichem Straßennetz. Nun ging die Wanderung gemütlicher entlang eines kleinen Flusses voran. Wir stießen noch auf ein paar vereinzelte einfache Häuschen. Laut meinen Maps sollte der Weg den Fluss entlang die andere Seite des Berges wieder hinunter führen. Doch irgendwie wurde der Weg immer weniger, dafür aber das Dickicht immer mehr. Der Fluss führte durch eine steile Schlucht. Wir versuchten dem kleinen Gämsenweg zu folgen, was mit einigen Klettereien verbunden war. Wir überlegten kurz, ob wir vielleicht doch umdrehen sollten, da wir uns nicht sicher waren ob wir hier jemals wo ankommen werden. Doch wenn wir umdrehen würden müssten wir uns auch schleunen, denn bereits in wenigen Stunden wird es dunkel werden. Wir gingen also weiter. Nach einer super abenteuerlichen Wanderung erreichten wir irgendwann wieder so etwas wie einen normalen Weg. Einige Männer passten uns dort ab. Sie fragten woher wir um Himmels Willen kommen. Ich erklärte ihnen unseren Weg und sie starrten mich ungläubig an. Das sei doch viel zu gefählich. Außerdem wäre dieses Gebiet für Touristen verboten. Ach so, das tut uns natürlich unendlich leid. Sie ließen uns dann netterweise gehen und wünschten uns einen sicheren Heimweg. Wir hatten weitere 1,5 Stunden bis nach Villa de Levya vor uns. Sie letzten 30 Minuten waren wir so müde, dass wir beschlossen Auto zu stoppen. Wir hatten Glück und eine nette Dame aus Bogotá nahm uns mit.

Heute Abend werden wir ausnahmswiese lecker essen gehen - das haben wir uns verdient!





No entiendo ;)

Blick auf Villa de Leyva 


















Wasserfall 


Kletterpartie


abenteuerliche Flussüberquerung



Freitag, 28. Oktober 2016

Wasserfall "Periquera"

By On Oktober 28, 2016
Jozef kehrte heute Morgen so um acht Uhr zurück - wo auch immer er in der Nacht gewesen ist - und verwöhnte uns mit Kaffee. Anfangs schien er uns ein klitzekleines bisschen suspekt, da er äußerst ruhig wirkt und nur sehr wenig redet, doch mittlerweile mussten wir feststellen dass er ein herzensguter Kerl ist.

Heute spielte er Chauffeur für uns - er brachte uns mit seinem kleinen Auto zu einigen Wasserfällen etwas außerhalb des Ortes, namens "Periquera". Wir dachten ja anfangs er würde mit uns kommen, doch da hatten wir uns getäuscht. Er meinte er würde auf uns in einem Café warten bis wir von unserer Wanderung zurückkehren. Wir erklärten ihm, dass dies absolut nicht nötig sei, doch er bestand darauf. Wieder einmal war ein Eintritt für das Vergnügen zu bezahlen - 5000 COP. Außerdem meinte die Dame am Eingang, dass der Wasserfall nur fünf Gehminuten entfernt liege. Normalerweise könnte man mehrere Wasserfälle besuchen, doch dazu müsse man den Fluss durchqueren, was aufgrund des hohen Wasserspiegels derzeit zu gefährlich, ja sogar verboten sei. Wir werden sehen. Sie hatte recht, der Fluss war reißend und die Steine darin außerordentlich rutschig. Dadurch dass es nach dem ersten Wasserfall gleich den nächsten hinunter ging, könnte ein Ausrutschen tödlich enden. Doch so schnell gaben wir natürlich nicht auf. Wir kraxelten einen kleinen Geheimweg am Fluss entlang und überquerten diesen an einer sichereren Stelle. Wir konnten somit eine Art Runde gehen, kamen bloß an einer anderen Stelle wieder heraus. Komischerweise war dort auch Eintritt zu bezahlen, nur um einiges mehr. Ein älterer Herr stürmte sofort auf uns zu. Wir müssten nochmals Eintritt bezahlen, da wir uns nun in einem anderen Park befänden. Außerdem wäre es uns verboten gewesen den Fluss zu durchqueren. Was? Wir machten ihm klar, dass wir kein Geld haben. Na gut, dann müssten wir den Weg, so wie wir ihn gekommen sind zurück gehen. Der spinnt wohl. Abenteurerinnen wie wir sind fanden wir natürlich eine Möglichkeit unentdeckt über einen Zaun den Park zu verlassen.

Den Nachmittag verbrachten wir im Ort mit Bummeln und Kaffee trinken.





Anki bei der riskanten Flussdurchquerung






... diese kleinen Pflanzen wachsen auf den Baumstämmen 


unsere Wanderbegegnung - er wollte uuunbedingt ein Foto mit uns


die Gassen von Villa de Leyva 

"Dorfkneipe" - was es nicht alles gibt!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Weiter nach "Villa de Leyva"

By On Oktober 27, 2016

Unser letzter Stopp vor Bogotá: das Dörfchen Villa de Leyva. Die Reise dorthin dauerte 8,5 Stunden. Wir mussten den Bus bloß einmal in Tunja wechseln. In Villa de Leyva konnten wir wieder couchsurfen. Unser Gastgeber heißt Jozef und lebt in einem niedlichen kleinen Holzhaus etwas außer des Dorfzentrums. Er holte uns vom Busbahnhof ab, zeigte uns noch ein wenig Villa de Leyva und brachte uns zu einem kleinen Supermarkt. Als wir zurück in seinem Zuhause waren, meinte er wir sollen uns ganz wie daheim fühlen, er würde die Nacht wo anders verbringen. Aha, da haben wir natürlich auch nichts dagegen, sturmfrei ist ja immer wieder schön. Zuerst beschlossen wir Wäsche zu waschen. Wir bebachteten die Waschmaschine genau, denn schließlich wollten wir nicht wieder so eine Überschwemmung wie damals bei Alvaron verursachen. Als wir gerade beim Abendessen waren hörten wir eigenartige Geräusche aus der Küche. Das gibts doch nicht, schon wieder drückte es aus dem Abflussrohr am Boden das Wasser empor. Zum Glück beschränkte sich die Überschwemmung diesmal nur auf die Küche. Beim Putzen bemerkten wir, dass es aus dem Abfluss Unmengen kleiner Würmer, Käfer und anderer unangenehm riechender Insekten hochgedrückt hat.
Ich glaube in Zukunft werden wir wohl lieber wieder auf die gute alte Handwäsche zurückkommen.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Cascada "La Judia"

By On Oktober 26, 2016

Wasserfallwanderung "La Judia"

Irgendwo auf meinen Google Maps konnte ich einen Wasserfall namens "La Judia", der ganz in der Nähe sei, auskundschaften. Da müssen wir hin! Zuerst ging es mit einem Bus in das Zentrum des nahegelegenen Stadtteils "Floridablanca". Von dort aus startete unsere Wanderung. Wir wanderten vorbei an Kaffeeplantagen, Bananenstauden und Mandarinenbäumen. Die ersten zwei Drittel des Weges ging es steil bergauf. Nach über zwei Stunden kamen wir am Wasserfall an. Naja, mehr oder weniger - er fiel nämlich relativ unspektakulär aus mit seiner Höhe von maximal drei Metern. Dafür war der Weg dorthin umso schöner. Auf dem Rückweg deckten wir uns mit leckeren frisch gepflückten Mandarinen ein. 


Plötzlicher Hautausschlag und weitere rührende Hilfsbereitschaft

Irgendwann am Rückweg begann plötzlich mein gesamter Körper zu jucken. Ich entdeckte kleine Pusteln an mehreren Körperstellen. Hmm... vielleicht eine Unverträglichkeit auf irgend etwas. Als wir in Floridablanca auf der Straße standen und ich mich gerade ausgiebigst kratzte, winkte mir plötzlich die Dame aus der Apotheke zu. Ich ging auf sie zu, während sie bereits mit einem Fläschchen Alkohol in der Hand wedelte. Ich solle mir diesen auf die juckenden Hatstellen auftragen. Ach wie lieb! Dann fragte sie mich doch glatt noch nach meiner Handynummer, damit wir ein bisschen Kontakt haben könnten. Als ich sie dann noch nach dem richtigen Bus frage und leider nicht die Antwort darauf wusste, ließ sie sogleich alles in der Apotheke liegen und stehen, und fragte ihre Freundin in einer nahegelegenen Bäckerei um Rat. Die Apotheke stand inzwischen leer. Ich glaube ja glatt, dass diese Stadt hier die freundlichste auf Erden ist. 

Am Abend wurde gemeinsam Guacamole gekocht. Und morgen sollte es weitergehen nach "Villa de Leyva". 

Buenas noches :)

Blick auf Bucaramanga

Häuschen in den Bergen


der Wasserfall :D


ich, Anki und Carlos unser Gastgeber

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