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Dienstag, 16. Februar 2016

Auf zur Walvis Bay - Polizeilicher Verweis aus dem Armenviertel

Am späten Vormittag brachen Patrick und ich auf zur "Walvis Bay" (Walfischbucht). Einen Großteil meines Gepäcks ließ ich bei Le Roux in der Wohnung, da wir wohl in ein paar Tagen wieder zurückkommen werden.
Die Minibusfahrt Richtung Walvis Bay war recht eindrucksvoll, wir durchquerten steppen- und wüstenähnliche Landschaften.

auf dem Weg nach Walvisbay 



Endlich angekommen in Walvis Bay. Patrick lechzte nach einem kalten Bier – typisch Patrick. Aber irgendwie wäre ich im Moment auch nicht abgeneigt. Als wir von unserem klapprigen Bus ausstiegen, deutete Patrick gleich auf die andere Straßenseite. Dort war eine kleine Kneipe, aus der am helllichten Tag lautstark Musik dröhnte. Ja, da gab es bestimmt Bier. Die Straße war staubig und schmutzig, und generell schienen wir hier in einem eher verwahrlostem Stadtteil angekommen zu sein, aber das störte uns nicht, denn in dem Punkt waren wir beide uns einig: Dort wo nie andere Touristen hinkommen ist es immer am spannendsten.

Wir betraten die Kneipe. Schien ganz schön voll zu sein hier. Eine Kellnerin und ein paar Typen, die – gelinde gesagt – schon ganz gut drauf waren. Wir bestellten ein Bier. Als die Kellnerin uns dies in einer 1l Flasche servierte, erfreute sich Patrick umso mehr. Billig war es zudem auch. Es dauerte nicht lange, da sprach uns die ersten Typen an. Sie schienen sehr sympathisch und gesellten sich gleich zu uns. Dabei erzählte sie uns, dass sie hier in der Bar noch nie eine weißhäutige Person gesehen hätten und dass sie sich unwahrscheinlich freuen würden, dass wir hier seien. Komisch, dabei gibt es hier in Walvis Bay meines Wissens nach viele weiße Einwohner. Der junge Mann erklärte uns, dass diese alle in den reicheren Stadtvierteln wohnen würden und hier eigentlich nie herkämen. Die Männer gaben gleich eine Runde für uns aus und wir verbrachten lustige Stunden mit ihnen.
Später sprach uns erneut ein Mann in der Bar an und auch er meinte, dass hier normalerweise nie Weiße herkommen und wir sollten gut aufpassen, denn es sei gefährlich hier. Das schien uns nicht Grund genug, den Ort zu verlassen, bis uns dann wahrhaftig die Polizei rausholte. Wir saßen gerade an einem Tisch vor der Kneipe, also ein Polizeiauto die Straße entlang fuhr. Dann stoppten sie doch glatt neben uns und winkten uns herbei. Kann es sein, dass sie uns meinten? Wir hatten doch gar nichts getan. Patrick ging zuerst auf sie zu. Sie diskutierten eine Weile. Dann rief Patrick auch mich. Auf Nachfrage, was denn hier los sei, erklärte mir der Polizeibeamte, dass dies die gefährlichste Gegend der Stadt sei und sie uns in eine sicherere Gegend bringen würden. Das sah ich vorerst gar nicht ein und fand es noch dazu diskriminierend. Patrick zischte mir zu, ich solle mich doch beruhigen und er möchte hier keine Probleme bekommen. Na gut, widerwillig holte ich meinen Rucksack. Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Diese meinten, wir sollen doch bald wiederkommen, was wir ihnen dann auch versprachen.

Die Polizei war im Endeffekt auch superlieb und brachte uns direkt zu einem Hostel. Sie erklärten uns, dass wir mit unserem ganzen Gepäck ein gefundenes Fressen für Diebe gewesen wären. Ja, sie haben es wirklich nur gut gemeint und wer weiß, vielleicht war es auch besser so. Trotzdem machte mich diese strikte Trennung nach Hautfarben sehr traurig.


Jede Menge Spaß in der Spaß in der Kneipe mit den Einheimischen 

Patrick mit einem Bierchen (die haben hier übrigens 750ml)

im  Polizeiauto 

mit dem Polizisten 

das Polizeiauto 

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